AbbVie steht vor einem strukturellen Umbau nach einem beispiellosen Investitionsabkommen mit der US-Regierung über rund 100 Milliarden US-Dollar. Zugleich liefern gemischte klinische Daten zur Onkologie-Sparte und eine Kürzung der Ergebnisprognose für 2025 kurzfristig Gegenwind. Bringt der Großdeal langfristig Stabilität, oder überwiegen die aktuellen Pipeline‑Risiken?
- 100 Mrd. US-Dollar Deal: Jahrzehntelange Verpflichtung für F&E und Produktion in den USA.
- Phase‑3‑Ergebnis: Epcoritamab verfehlte bestimmte Überlebensziele.
- Analystenreaktion: Zacks senkte die FY‑2025‑Gewinnschätzung von 10,64 auf 9,94 US-Dollar je Aktie.
Deal mit der US‑Regierung
Das Abkommen umfasst eine zehnjährige Verpflichtung zu Forschung, Entwicklung und Produktion in den USA. Im Gegenzug hat AbbVie Preiszugeständnisse im Medicaid‑Rahmen gemacht und erhält Ausnahmen von bestimmten Zöllen sowie von künftigen Preisvorgaben. Teil der Vereinbarung ist zudem der Ausbau von Direkt‑an‑Patienten‑Angeboten über das staatlich unterstützte „TrumpRx“-Portal. Die Finanzierung soll die heimische Produktion stärken; zuletzt kaufte AbbVie eine Produktionsstätte in Arizona.
Die Vereinbarung sichert langfristig Produktionskapazitäten in den USA, reduziert aber kurzfristig die Preisgestaltungsspielräume und drückt damit die Margen.
Enttäuschung in der Onkologie
AbbVie veröffentlichte die Topline‑Ergebnisse der Phase‑3‑Studie EPCORE DLBCL‑1 zu epcoritamab beim rezidivierten/refraktären diffus großzelligen B‑Zell‑Lymphom. Zwar zeigte die Studie Aktivität in bestimmten Endpunkten, sie verfehlte jedoch spezifische Überlebens‑Erwartungen. Das führte zu unmittelbarem Verkaufsdruck.
Folgen im Überblick:
– Wahrgenommene Risiken für das kurzfristige Onkologie‑Upside nahmen zu.
– Das Management führt Gespräche mit globalen Regulierern, um das weitere Vorgehen für das DuoBody‑Programm zu klären.
– Parallel läuft die erste Phase‑1‑Studie zu ABBV‑711 bei fortgeschrittenen Plattenepithel‑Tumoren.
Diese Ergebnisse dämpfen erwartete kurzfristige Erlösbeiträge aus dem Onkologie‑Bereich.
Analysten, Zahlen und Pipeline
Zacks Research senkte die Gewinnschätzung für 2025 von 10,64 auf 9,94 US-Dollar je Aktie. Begründet wurde die Anpassung mit den unmittelbaren Kosten der R&D‑Ausweitung und den niedrigeren Preisniveaus aus dem Bundesvertrag. Gleichzeitig hoben Beobachter die Erwartungen für 2026–2027 leicht an, was auf Vertrauen in längerfristiges Wachstum hindeutet.
Wesentliche Kennzahlen:
– Marktkapitalisierung: rund 378,9 Mrd. US‑Dollar.
– Kursmarken: 52‑Wochen‑Hoch bei 244,81 US‑Dollar; Aktie notiert nahe 214 US‑Dollar.
– Dividende: Erhöhung um 5,5 %; 54 Jahre in Folge gewachsen.
– Umsatz (Q3): Anstieg um 9,1 % auf 15,78 Mrd. US‑Dollar.
Strategisch diversifiziert AbbVie die Pipeline, etwa durch eine Lizenzvereinbarung mit RemeGen für einen bispezifischen Antikörper gegen solide Tumoren. Insgesamt verwaltet das Unternehmen rund 90 Entwicklungsprojekte. Das Bundesabkommen verschiebt einen größeren Anteil der erwarteten Umsätze in staatsnahe Programme mit tendenziell niedrigerer Marge. Marktbeobachter achten insbesondere darauf, wie die Ausweitung des TrumpRx‑Portals die Nachfrage nach Immunologie‑Präparaten wie Skyrizi und Rinvoq beeinflusst.
Schlussabsatz — konkreter Ausblick
Kurzfristig dominiert die Mischung aus Preiszugeständnissen und enttäuschenden Onkologie‑Daten die Bewertung. Gelingt den Regulierern und dem Management eine klare Zulassungs‑ oder Entwicklungsstrategie für das DuoBody‑Programm, oder liefern nachfolgende Studien bessere Überlebensdaten, dürfte das die Erholung der Aktie unterstützen. Bleiben Zulassungsfragen offen und halten die niedrigeren Preisniveaus an, könnten Margen und Gewinnentwicklung für 2025 belastet bleiben.
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