Abbott Laboratories hat mit den Ergebnissen für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen des Marktes übertroffen und infolgedessen den Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr angehoben. Getrieben durch eine starke Dynamik im Bereich der Medizintechnik und die erfolgreiche Integration der 21 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Exact Sciences verzeichnete das Unternehmen ein deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum. An der Börse lösten die Neuigkeiten eine positive Reaktion aus: In den vergangenen sieben Tagen verzeichnete die Aktie einen Wertzuwachs von 6,56 %.
Starke Quartalszahlen und operative Fortschritte
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Abbott einen bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) von 1,31 US-Dollar, was über der Konsensschätzung der Analysten von 1,28 US-Dollar lag. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,0 % auf 12,51 Milliarden US-Dollar. Besonders hervorzuheben ist die Sparte Diagnostik, die ein Umsatzplus von 42,3 % auswies. Dieses Wachstum wurde maßgeblich durch das Geschäft mit Krebsdiagnostik gestützt, das durch die Akquisition von Exact Sciences gestärkt wurde.
Auch das Segment der Medizinprodukte blieb mit einem Umsatz von 5,9 Milliarden US-Dollar ein stabiler Wachstumspfeiler. Hier trieben vor allem Produkte aus den Bereichen strukturelle Herzerkrankungen und Elektrophysiologie die Ergebnisse an. Die Bruttomarge des Konzerns verbesserte sich um 100 Basispunkte auf 58,0 %. Während die Sparten Pharma (+8,4 %) und Medizintechnik zulegten, verzeichnete der Bereich Ernährung einen leichten Rückgang von 3,1 % auf 2,1 Milliarden US-Dollar. Positiv wertete der Markt zudem, dass das US-Justizministerium die strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Werk für Säuglingsnahrung bereits am 28. Juni 2026 eingestellt hat.
Erhöhter Ausblick und neue Produktstarts
Auf Basis der starken ersten Jahreshälfte hat das Management die Prognose für das bereinigte EPS im Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 5,45 bis 5,60 US-Dollar angehoben. Für das dritte Quartal wird ein bereinigtes EPS zwischen 1,38 und 1,46 US-Dollar erwartet. CEO Robert B. Ford kündigte zudem für den Herbst 2026 die internationale Markteinführung des Libre Duo an. Dabei handelt es sich um einen dualen Sensor zur gleichzeitigen Messung von Glukose- und Ketonwerten, der im Mai 2026 die CE-Kennzeichnung erhalten hatte. Das Gerät soll Patienten dabei unterstützen, diabetische Ketoazidosen frühzeitig zu vermeiden.
Neben operativen Investitionen setzt Abbott weiterhin auf eine aktionärsfreundliche Kapitalallokation. Im zweiten Quartal gab das Unternehmen rund 2,1 Milliarden US-Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an seine Anteilseigner zurück. Abbott gilt mit 55 aufeinanderfolgenden jährlichen Erhöhungen weiterhin als Dividendenaristokrat; die aktuelle Quartalsdividende beläuft sich auf 0,63 US-Dollar pro Aktie.
Analysten reagieren mit Kurszielanhebungen
Die jüngsten Geschäftszahlen und die angehobene Guidance veranlassten zahlreiche Analysehäuser zu einer Neubewertung. Die Analysten von JPMorgan hoben ihr Kursziel für Abbott von 110 auf 120 US-Dollar an und bestätigten die Einstufung „Overweight“. Piper Sandler korrigierte das Ziel von 115 auf 118 US-Dollar nach oben, ebenfalls mit einem „Overweight“-Rating. Die Royal Bank of Canada bekräftigte ihre Einschätzung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 130 US-Dollar, während Wells Fargo das Ziel auf 112 US-Dollar heraufsetzte.
Trotz der positiven Geschäftsentwicklung meldete das Unternehmen kürzlich zwei Cyber-Vorfälle. Diese betrafen den Bereich Krebsdiagnostik und das LabCentral-Portal, wobei unbefugte Zugriffe auf begrenzte interne Systeme festgestellt wurden. Abbott betonte jedoch, dass der laufende Betrieb, die Patientenversorgung und die Herstellungsprozesse davon unberührt blieben. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich umgerechnet auf 152,00 Milliarden €. Vom 52-Wochen-Hoch bei 115,82 € ist der Kurs nach der jüngsten Erholung derzeit noch rund 24,30 % entfernt.
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