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Abbott Aktie: Gerichtsverfahren beginnt

Abbott Laboratories steht in Chicago vor Gericht. Familien werfen dem Konzern vor, eine Säuglingsnahrung habe bei Frühgeborenen schwere Darmerkrankungen verursacht. Der Ausgang könnte für Hunderte ähnliche Klagen entscheidend sein.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Klagen wegen schwerer Darmerkrankung bei Frühgeborenen
  • Über 700 Verfahren gegen Abbott und andere Hersteller
  • Unabhängige Tests finden Schadstoffe in Produkten
  • Branche unter verschärfter regulatorischer Aufsicht

Am 4. März startete in Chicago ein Gerichtsverfahren gegen Abbott Laboratories. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe mehrerer Familien, wonach eine kuhmilchbasierte Säuglingsnahrung des Konzerns für Frühgeborene schwere Gesundheitsschäden verursacht haben soll. Der Prozess ist Teil einer weit umfassenderen Klagewelle gegen die gesamte Branche.

Die Vorwürfe im Detail

Die Klagen beziehen sich auf nekrotisierende Enterokolitis (NEC), eine lebensbedrohliche Darmerkrankung, die vor allem Frühgeborene betrifft. Allein gegen Abbott und andere Hersteller laufen derzeit über 700 Verfahren vor Bundesgerichten in Illinois. Branchenweit sind es knapp 1.000 anhängige Fälle.

Bereits 2024 hatten Gerichte in mehreren Fällen gegen Abbott und den Konkurrenten Mead Johnson entschieden. Diese Urteile durchlaufen aktuell die Berufungsinstanzen. Das jetzige Verfahren in Cook County reiht sich in diese Serie ein und dürfte für die weitere rechtliche Einschätzung der Fälle richtungsweisend sein.

Kontaminationsdebatte verschärft sich

Parallel zu den Gerichtsprozessen gerät die Säuglingsnahrungsbranche auch durch unabhängige Untersuchungen unter Druck. Consumer Reports veröffentlichte im März 2026 Testergebnisse, die in zahlreichen Produkten unterschiedlicher Hersteller Blei, Arsen und PFAS nachwiesen.

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Abbott wies die Ergebnisse zurück und verwies darauf, dass die eigenen Produkte die geltenden Grenzwerte für Schwermetalle einhalten würden. Die FDA verstärkte ihrerseits 2025 mit der Initiative „Operation Stork Speed“ die Überwachung und kündigte verschärfte Sicherheitsstandards sowie erweiterte Testprotokolle an.

Branche unter verschärfter Beobachtung

Die gesamte Branche steht unter verstärkter regulatorischer Aufsicht. International sorgen strafrechtliche Ermittlungen gegen Wettbewerber für zusätzliche Unsicherheit – sie führten bereits zu Produktrückrufen und verschärften Kontrollen in Produktionsstätten.

Für Abbott bedeutet das anhaltende Verfahren eine zusätzliche Belastung in einem ohnehin angespannten Marktumfeld. Das Ergebnis des Chicagoer Prozesses könnte die Strategie des Unternehmens im Umgang mit den hunderten weiteren Klagen maßgeblich beeinflussen.

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