Abbott muss sich ausgerechnet bei einem seiner wichtigsten Wachstumstreiber erklären: Die US-Arzneimittelbehörde FDA meldet eine sicherheitsrelevante Maßnahme rund um Freestyle-Libre-Sensoren. Das trifft einen sensiblen Moment – kurz nach einem holprigen Quartalsbericht und mitten in den Vorbereitungen für eine große Übernahme. Wie groß ist das operative Risiko wirklich, und was bedeutet es für die Story rund um den Diabetes-Bereich?
FDA nimmt Sensor-Lose vom Markt
Die FDA teilte am Mittwoch mit, dass Abbott Diabetes Care bestimmte Chargen der Freestyle Libre 3– und Libre 3 Plus-Sensoren vom Markt nimmt. Hintergrund sind möglicherweise ungenaue Glukosemesswerte – ein Thema, das bei Medizinprodukten schnell zum Vertrauensfaktor wird, weil Fehlmessungen direkte Folgen für Patienten haben können.
Berichte unter Berufung auf FDA und Reuters nennen 860 gemeldete Verletzungen im Zusammenhang mit zurückgerufenen Glukosesensoren. Außerdem ist von sieben Todesfällen die Rede, die fehlerhaften Messwerten in der breiteren Kategorie der betroffenen Sensoren zugeschrieben werden. Wie stark genau diese konkrete Maßnahme finanziell auf das Diabetes-Segment von Abbott durchschlägt, ist laut Quelle allerdings noch offen.
Operativer Druck – und gleichzeitig Rückenwind durch die Übernahme
Die Nachricht ist auch deshalb heikel, weil Freestyle Libre als Wachstumsmotor gilt. Im vierten Quartal 2025 brachte die Produktfamilie laut Artikel rund 2 Mrd. US-Dollar Umsatz ein. Entsprechend genau dürften Investoren nun darauf achten, ob es sich um ein eng begrenztes Chargenproblem oder um ein größeres Qualitätsthema handelt.
Parallel dazu kommt ausgerechnet beim Übernahmeziel Exact Sciences Rückenwind: Anfang der Woche wurde eine Gesetzgebung verabschiedet, die einen Medicare-Abdeckungspfad für Multi-Cancer Early Detection (MCED)-Tests schaffen soll. Exact Sciences wertete das als wichtigen Meilenstein für die eigene Diagnostik-Pipeline. Abbott will die Übernahme, die Ende 2025 angekündigt wurde, laut Bericht im zweiten Quartal 2026 abschließen – der politische Fortschritt beim Zielunternehmen könnte die Integrations-Story damit eher stützen als belasten.
CEO-Kauf und Analysten bleiben positiv
Nach dem Kursrückgang nach den Zahlen vom 22. Januar setzte CEO Robert B. Ford ein Signal: Er kaufte Aktien im Wert von rund 2 Mio. US-Dollar. Marktteilnehmer deuten solche Käufe häufig als Hinweis, dass das Management die Bewertung für attraktiv hält – besonders, wenn ein Titel nahe seiner Jahrestiefs notiert.
Von Analystenseite bleibt der Grundton freundlich. William-Blair-Analyst Brandon Vazquez bestätigte am Mittwoch ein „Buy“. Der Artikel nennt zudem ein durchschnittliches Kursziel von rund 138 US-Dollar.
An der Börse ist die Nervosität trotzdem spürbar: Der Kurs liegt mit 91,65 € (Schlusskurs Mittwoch) nur knapp über dem 52-Wochen-Tief und damit in einem Bereich, in dem schlechte Nachrichten schneller durchschlagen.
Zum nächsten größeren Termin wird der Blick wieder stärker auf die operative Umsetzung gehen: Die nächsten Quartalszahlen werden im Quelltext für 22. April 2026 erwartet – bis dahin dürfte entscheidend sein, ob Abbott den Sensor-Rückruf zügig abräumt und die Übernahme von Exact Sciences wie geplant Richtung zweites Quartal über die Ziellinie bringt.
Abbott Laboratories-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Abbott Laboratories-Analyse vom 5. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Abbott Laboratories-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Abbott Laboratories-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Abbott Laboratories: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
