Ein Nettoverlust von 1,6 Milliarden Kronen und trotzdem ein Kurstreiber? Bei Electrolux zeigt sich im zweiten Quartal 2026 ein gespaltenes Bild: Unter dem Strich steht ein Minus, operativ läuft es aber deutlich besser als gedacht.
Der schwedische Haushaltsgerätehersteller meldete für den Zeitraum April bis Juni einen Fehlbetrag je Aktie von 3,16 Kronen, nach einem Gewinn von 0,36 Kronen im Vorjahresquartal. Verantwortlich dafür sind Sonderbelastungen von rund 2,2 Milliarden Kronen für die laufende Restrukturierung – darunter die angekündigte Partnerschaft mit dem chinesischen Konzern Midea in Nordamerika sowie die globale Optimierung von Organisation und Werksstruktur.
Operatives Geschäft übertrifft Erwartungen
Rechnet man die Einmaleffekte heraus, sieht die Bilanz deutlich freundlicher aus. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte auf 1,2 Milliarden Kronen, nach 797 Millionen Kronen im Vorjahr – und lag damit klar über den von Analysten im Schnitt erwarteten 617 Millionen Kronen. Die Marge verbesserte sich auf 3,8 Prozent von zuvor 2,5 Prozent, der Umsatz stieg organisch um 2,0 Prozent auf 31,6 Milliarden Kronen.
Die Fortschritte kamen vor allem aus Europa sowie Asien-Pazifik und Lateinamerika, wo das organische Wachstum jeweils über 4 Prozent lag. Nordamerika bleibt dagegen die Problemzone: Die Sparte verzeichnete einen organischen Umsatzrückgang, der ungefähr dem geschätzten Marktrückgang von 3 Prozent entspricht. Zusätzlich belasten die zum 6. April ausgeweiteten US-Importzölle nach Section 232, die inzwischen auch für Mexiko gelten. Electrolux reagierte mit Preiserhöhungen zwischen 5 und 20 Prozent je nach Produktkategorie, um einen Teil der Zollkosten aufzufangen – ein Schritt, dem die gesamte Branche folgte.
Bilanz nach Kapitalerhöhung gestärkt
Die Ende Juni abgeschlossene Kapitalerhöhung über rund 9,1 Milliarden Kronen hat die Bilanz spürbar gestärkt. Zusammen mit einem verbesserten operativen Cashflow von 1,6 Milliarden Kronen nach Investitionen verschafft sie dem Unternehmen mehr finanziellen Spielraum für die laufende Transformation. Effizienzmaßnahmen trugen im Quartal bereits 1,4 Milliarden Kronen zum Ergebnis bei, gespeist aus Einkaufsersparnissen und ersten Effekten des mehrjährigen Effizienzprogramms.
Für das laufende Jahr hält Electrolux an seinem neutralen Marktausblick für Europa und dem negativen Ausblick für Nordamerika fest, während Brasilien weiterhin positiv eingeschätzt wird. Die Investitionsplanung wurde gesenkt: Statt 4 Milliarden Kronen rechnet der Konzern nun mit Ausgaben von 3,0 bis 3,5 Milliarden Kronen. Die Kostenbelastung durch die Zölle dürfte nach eigener Einschätzung auch in den kommenden Quartalen bestehen bleiben.
AB Electrolux-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue AB Electrolux-Analyse vom 29. Juli liefert die Antwort:
Die neusten AB Electrolux-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für AB Electrolux-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
AB Electrolux: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
