Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Evotec Aktie: PanOmics und iPSC sichern Evotec noch keine Preismacht
Im Bild: Dieter Jaworski
Interviewmit Dieter Jaworski

Evotec Aktie: PanOmics und iPSC sichern Evotec noch keine Preismacht

Dieter Jaworski sieht trotz integrierter Forschung keine gesicherte Preismacht und verweist auf Verluste sowie ausstehende Ertragsnachweise.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • PanOmics und iPSC können Kunden halten
  • Kundenbindung garantiert keine höheren Preise
  • Neunmonats-EBITDA vorläufig bei minus 42,8 Millionen Euro
  • Jahresprognose blieb unverändert

Der Markt verbindet Evotec mit integrierter Wirkstoffforschung und langfristigen Pharmapartnerschaften. Darunter stehen für die ersten neun Monate 2026 vorläufig ein negatives Ergebnis und eine unveränderte Jahresprognose. Dieter Jaworski prüft, wie viel Schutz die Plattformen bieten, wenn Kunden ihre Forschungsprogramme einschränken.

Evotec (DE0005664809) — Schlusskurse 24.04.2026 bis 21.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 21.10.2026.

Evotec (DE0005664809) — Schlusskurse 24.04.2026 bis 21.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 21.10.2026.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Welchen wirtschaftlichen Wert haben PanOmics und iPSC für Evotec, wenn Pharmakunden ihre Programme kürzen?

Dieter Jaworski: Evotec kann Forschungsschritte und Daten eines Kunden zusammenführen. Wer ein laufendes Programm verlagert, muss diese Arbeit anderswo neu verbinden. Das hält Kunden eher bei der Stange.

Preismacht folgt daraus nur begrenzt: Wenn weniger Programme finanziert werden, verkauft Evotec auch mit guter Technik weniger Arbeit. Eine dauerhaft hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital muss dieses Geschäft erst über eine schwache Nachfragephase belegen.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie unterschätzen die Partnerschaften mit BMS und Bayer. Wer so eng zusammenarbeitet, hat doch Spielraum bei den Preisen?

Dieter Jaworski: Die Zusammenarbeit belegt Nähe zum Kunden. Welcher Beleg zeigt Ihnen, dass Evotec deshalb höhere Preise durchsetzen kann? Die Kundenbindung bremst den Wechsel, sie erzwingt keinen höheren Preis. Gegen größere Anbieter fehlt Evotec der klare Größenvorteil. Ich gewichte deshalb die tatsächlichen Erträge höher als die Zahl prominenter Partner.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie sagen: „Die Kundenbindung bremst den Wechsel, sie erzwingt keinen höheren Preis.“ Wozu taugt die Bindung dann, wenn Kunden sparen?

Dieter Jaworski: Sie kann bestehende Arbeit bei Evotec halten. Das hilft. Wenn kaum neue Arbeit kommt, bezahlt die Bindung trotzdem keine leeren Labore.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Die vorläufigen Neunmonatszahlen übertrafen die Erwartungen, Evotec hob die Jahresprognose dennoch nicht an. Wie schwer wiegt dieser Vorbehalt?

Dieter Jaworski: Schwer. Das bereinigte EBITDA – das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – lag in den ersten neun Monaten 2026 vorläufig bei minus 42,8 Millionen Euro.

Evotec selbst führt die Überraschung überwiegend auf die zeitliche Verteilung der Erwartungen zurück. Das werte ich noch nicht als Beweis für eine bessere Ertragskraft. Meine Skepsis würde kippen, wenn für das Gesamtjahr 2026 ein positives bereinigtes EBITDA ausgewiesen wird. Genau diesen Datenpunkt will ich sehen.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Ihr Blick auf die Erträge klingt strenger als der Analysten-Konsens. Warum liegt Ihr fairer Wert trotzdem praktisch auf dessen Niveau?

Dieter Jaworski: Mein faires Niveau liegt bei rund 3,55 Euro auf Sicht von zwölf Monaten. Damit meine ich meine Schätzung eines wirtschaftlich vertretbaren Aktienwerts, keine Zusage für einen künftigen Kurs. Vom aktuellen Kurs von 2,78 Euro aus ist der rechnerische Abstand beachtlich.

Den begrenzen für mich die anhaltenden Verluste und der freie Mittelabfluss von 82 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025: Evotec braucht für seine Vorhaben Geld, während die Ertragskraft noch zu beweisen ist. Die Zahl mag dem Konsens ähneln; mein Vorbehalt sitzt im Geschäft.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Nach minus 42,8 Millionen Euro bereinigtem EBITDA in den ersten neun Monaten 2026: Welches Gesamturteil folgt daraus für Evotecs Geschäft und seine Bewertung?

Dieter Jaworski: Evotec besitzt Fähigkeiten, die Kunden binden können. Bei schwacher Nachfrage tragen sie die Erträge bislang nicht verlässlich. Der aktuelle Kurs lässt Raum für eine Verbesserung; meine Bewertung setzt sie nicht als erwiesen voraus. Gute Forschung allein füllt keine leeren Labore.

Anzeige

Stand heute, 21. Oktober: Evotec – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Evotec investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 21. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Evotec: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Evotec

Dieter Jaworski

Chefredakteur „Smart Trading“, Senior-Analyst bei GeVestor und Architekt der Strategie „Einfach – Intelligent – Investieren“

Über Dieter Jaworski

Dieter Jaworski ist ein renommierter Finanzexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Aktienanalyse und im Vermögensaufbau. Als Chefredakteur von „Smart Trading“ und Senior-Analyst bei der GeVestor Financial Publishing Group liefert er präzise Analysen und fundierte Anlagestrategien. Seine Philosophie „Einfach – Intelligent – Investieren“ kombiniert tiefes Unternehmenswissen mit einer klaren Fokussierung auf fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Dividenden. Ob Einsteiger oder erfahrener Investor – Jaworski zeigt, wie man langfristig Vermögen aufbaut, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Von der Zahlenbegeisterung zum Börsenprofi

Schon als Kind faszinierten Jaworski Zahlen und logisches Denken. Während seine Mitschüler noch übten, rechnete er bereits mit Leichtigkeit. Diese Leidenschaft prägte seinen Weg: Mit dem ersten Taschengeld plante er, Vermögen aufzubauen, und legte Weihnachtsgeld auf dem Sparbuch an – unüberlegte Ausgaben waren nie sein Stil. Während seines Elektrotechnik-Studiums, das er 1980 nach nur vier Jahren abschloss, vertiefte er sich privat in die Welt der Aktien. Statt auf Anlageberater zu vertrauen, eignete er sich umfassendes Wissen über Märkte und Strategien an.

Einblicke aus der Unternehmenswelt

Nach seinem Studium startete Jaworski bei Siemens, wo er 29 Jahre lang tätig war. Von der Planung globaler Netzwerke in Peking, Chile und den Philippinen bis zur Leitung großer Projekte in Deutschland sammelte er einzigartige Einblicke in die Strukturen großer Konzerne. Diese Erfahrung ist heute sein Markenzeichen: Jaworski weiß, wie Vorstände denken, wie Pressemeldungen zu deuten sind und welche Kennzahlen die Zukunft eines Unternehmens verraten. „Ich kenne die Unternehmen von innen“, sagt er – ein Wissen, das seine Analysen unschätzbar macht.

Erfahrung, die zählt: 29 Jahre bei Siemens, internationale Projekte und tiefes Verständnis für Unternehmensstrukturen machen Jaworski zu einem einzigartigen Analysten.

Professionelle Analyse seit 2002

Seit 2002 ist Jaworski professionell als Aktienanalyst tätig, zunächst bei Gelfarth & Dröge sowie als Gutachter für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft. 2007 verließ er Siemens, um sich voll und ganz der Geldanlage zu widmen. Seine Analysen basieren auf einer klaren Maxime: Sicherheit durch fundamentale Daten, ergänzt durch das Potenzial wachstumsstarker Unternehmen. Seit 2014 setzt er seine Strategie erfolgreich im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um, das sich durch Stabilität und Rendite auszeichnet.

Aus Fehlern lernen

Jaworski ist kein Theoretiker – er kennt die Höhen und Tiefen der Börse aus eigener Erfahrung. Während der Dotcom-Blase 2000 verlor er die Hälfte seines Kapitals, weil er auf Versprechungen statt Zahlen setzte. Diese Erfahrung prägte seinen Leitsatz: „Gier frisst Hirn“. Heute setzt er auf ein ausbalanciertes Depot aus „großen Dampfern“ für Sicherheit und „kleinen Schnellbooten“ für Wachstum – eine Strategie, die Anlegern Stabilität und Chancen bietet.

Warum Dieter Jaworski?

Mit Vorträgen auf Events wie dem Dresdner Börsentag und regelmäßigen Beiträgen bei GeVestor ist Jaworski eine feste Größe in der Finanzwelt. Seine Analysen sind praxisnah, seine Strategien erprobt. Ob Geschäftsberichte, Marktbeobachtungen oder innovative Anlagemodelle – Jaworski bleibt am Puls der Zeit. Für ihn ist die Börse kein Zockerspiel, sondern ein Handwerk, das Wissen und Disziplin erfordert.