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Im Bild: Dieter Jaworski
Interviewmit Dieter Jaworski

SK Hynix Aktie: Fünfjährige HBM-Verträge stellen den Zyklusabschlag infrage

Dieter Jaworski sieht in langfristigen HBM-Abkommen einen Bewertungsstützpunkt, warnt jedoch vor dauerhaft hohen Spitzengewinnen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Operative Marge im zweiten Quartal: 76,3 Prozent
  • SK Hynix hielt 58 Prozent HBM-Marktanteil
  • Fünfjährige Lieferabkommen mit Kunden wie Nvidia
  • Hohe Investitionen erhöhen den Kapazitätsdruck

Bei SK Hynix trifft die Erwartung nachlassender Spitzengewinne auf langfristige Lieferverträge für KI-Speicher. Wie viel Gewicht diese Verträge angesichts hoher Investitionen verdienen, besprechen wir mit Dieter Jaworski.

SK Hynix (KR7000660001) — Schlusskurse 23.04.2026 bis 20.10.2026, Angaben in KRW. Stand: 20.10.2026.

SK Hynix (KR7000660001) — Schlusskurse 23.04.2026 bis 20.10.2026, Angaben in KRW. Stand: 20.10.2026.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Woran messen Sie, ob die Bewertung von SK Hynix durch das Geschäft gedeckt ist?

Dieter Jaworski: Zuerst an der Frage, wie viel vom heutigen Gewinn übrig bleibt, wenn der Speicherzyklus abkühlt. Die operative Marge zeigt, welcher Anteil des Umsatzes nach den laufenden Betriebskosten als Gewinn verbleibt; im zweiten Quartal 2026 lag sie bei 76,3 Prozent. Das ist außergewöhnlich. Die heutige Gewinnspanne ist kein Dauerzustand. Wer aus ihr einen dauerhaften Wert errechnet, verlangt vom Geschäft mehr, als es bislang belegt hat.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie sagen: „Die heutige Gewinnspanne ist kein Dauerzustand.“ Warum halten Sie den Bewertungsabschlag dann überhaupt für fragwürdig?

Dieter Jaworski: Weil der Abschlag auch ein Geschäft treffen kann, das länger stark bleibt, als ein gewöhnlicher Speicherzyklus vermuten lässt. SK Hynix hielt im ersten Quartal 2026 einen HBM-Marktanteil von 58 Prozent.

Entscheidend finde ich weniger diese Momentaufnahme als die enge Entwicklung der Chips mit den Kunden: Ein Lieferant wird dort nicht beiläufig ausgetauscht. Für klassischen DRAM-Speicher gilt das weit weniger. Deshalb rechne ich nicht alle Gewinne gleich hoch – aber auch nicht alle gleich schnell herunter.

Kapitalmarktexperten Redaktion: CXMT will noch vor Jahresende Server-Speicher anbieten. Wo würde dieser Vorstoß Ihre Bewertungsthese konkret beschädigen?

Dieter Jaworski: Zunächst bei herkömmlichem Server-Speicher, wo Preiswettbewerb SK Hynix unmittelbar treffen kann. Für HBM belegt die Ankündigung noch keine Verdrängung.

Dort geben fünfjährige Lieferverträge mit Kunden wie Nvidia dem Unternehmen Zeit und eine bessere Sicht auf künftige Erlöse. Beschädigt wäre meine These, wenn dieser Vorsprung auch bei den anspruchsvolleren Chips schrumpft. Die Verträge sind ein Schutz, keine Eigentumsurkunde auf den Markt.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Der Analysten-Konsens rechnet mit knappem Speicherangebot bis mindestens 2028. Ist Ihre Vorsicht bei den Gewinnen da nicht eine Wette gegen die verfügbaren Prognosen?

Dieter Jaworski: Aus erwarteter Knappheit folgt keine Garantie für die heutige Gewinnspanne. Wenn Sie diesen Schluss ziehen, müssten Sie belegen, warum zusätzliche Kapazitäten die Preise nicht unter Druck setzen.

SK Hynix bindet viel Kapital in neuen Werken; deren Erfolg hängt auch davon ab, was die Produktion später einbringt. Den Nachfrageausblick erkenne ich an. Eine Prognose über das Angebot ist mir als Beweis für dauerhaft hohe Gewinne zu dünn.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Was müsste der nächste Bericht zeigen, damit Sie Ihre Einschätzung ändern?

Dieter Jaworski: Wenn der Gewinn trotz starker Nachfrage sinkt, muss ich umdenken. Dann habe ich die Stärke des Geschäfts überschätzt.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Die fünfjährigen Lieferverträge geben Ihnen Zuversicht. Reichen sie für ein positives Gesamturteil zur Bewertung?

Dieter Jaworski: Ja, mit einer klaren Grenze: Sie stützen einen längeren Zeitraum hoher Erträge, keinen ewigen Spitzengewinn. Für mich wiegt der gesichertere HBM-Teil schwerer, als es der Zyklusabschlag nahelegt. SK Hynix ist damit ein starkes Geschäft, dessen Bewertung zu viel Skepsis gegenüber diesem Vorsprung enthält.

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Diskussion zu SK Hynix

Dieter Jaworski

Chefredakteur „Smart Trading“, Senior-Analyst bei GeVestor und Architekt der Strategie „Einfach – Intelligent – Investieren“

Über Dieter Jaworski

Dieter Jaworski ist ein renommierter Finanzexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Aktienanalyse und im Vermögensaufbau. Als Chefredakteur von „Smart Trading“ und Senior-Analyst bei der GeVestor Financial Publishing Group liefert er präzise Analysen und fundierte Anlagestrategien. Seine Philosophie „Einfach – Intelligent – Investieren“ kombiniert tiefes Unternehmenswissen mit einer klaren Fokussierung auf fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Dividenden. Ob Einsteiger oder erfahrener Investor – Jaworski zeigt, wie man langfristig Vermögen aufbaut, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Von der Zahlenbegeisterung zum Börsenprofi

Schon als Kind faszinierten Jaworski Zahlen und logisches Denken. Während seine Mitschüler noch übten, rechnete er bereits mit Leichtigkeit. Diese Leidenschaft prägte seinen Weg: Mit dem ersten Taschengeld plante er, Vermögen aufzubauen, und legte Weihnachtsgeld auf dem Sparbuch an – unüberlegte Ausgaben waren nie sein Stil. Während seines Elektrotechnik-Studiums, das er 1980 nach nur vier Jahren abschloss, vertiefte er sich privat in die Welt der Aktien. Statt auf Anlageberater zu vertrauen, eignete er sich umfassendes Wissen über Märkte und Strategien an.

Einblicke aus der Unternehmenswelt

Nach seinem Studium startete Jaworski bei Siemens, wo er 29 Jahre lang tätig war. Von der Planung globaler Netzwerke in Peking, Chile und den Philippinen bis zur Leitung großer Projekte in Deutschland sammelte er einzigartige Einblicke in die Strukturen großer Konzerne. Diese Erfahrung ist heute sein Markenzeichen: Jaworski weiß, wie Vorstände denken, wie Pressemeldungen zu deuten sind und welche Kennzahlen die Zukunft eines Unternehmens verraten. „Ich kenne die Unternehmen von innen“, sagt er – ein Wissen, das seine Analysen unschätzbar macht.

Erfahrung, die zählt: 29 Jahre bei Siemens, internationale Projekte und tiefes Verständnis für Unternehmensstrukturen machen Jaworski zu einem einzigartigen Analysten.

Professionelle Analyse seit 2002

Seit 2002 ist Jaworski professionell als Aktienanalyst tätig, zunächst bei Gelfarth & Dröge sowie als Gutachter für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft. 2007 verließ er Siemens, um sich voll und ganz der Geldanlage zu widmen. Seine Analysen basieren auf einer klaren Maxime: Sicherheit durch fundamentale Daten, ergänzt durch das Potenzial wachstumsstarker Unternehmen. Seit 2014 setzt er seine Strategie erfolgreich im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um, das sich durch Stabilität und Rendite auszeichnet.

Aus Fehlern lernen

Jaworski ist kein Theoretiker – er kennt die Höhen und Tiefen der Börse aus eigener Erfahrung. Während der Dotcom-Blase 2000 verlor er die Hälfte seines Kapitals, weil er auf Versprechungen statt Zahlen setzte. Diese Erfahrung prägte seinen Leitsatz: „Gier frisst Hirn“. Heute setzt er auf ein ausbalanciertes Depot aus „großen Dampfern“ für Sicherheit und „kleinen Schnellbooten“ für Wachstum – eine Strategie, die Anlegern Stabilität und Chancen bietet.

Warum Dieter Jaworski?

Mit Vorträgen auf Events wie dem Dresdner Börsentag und regelmäßigen Beiträgen bei GeVestor ist Jaworski eine feste Größe in der Finanzwelt. Seine Analysen sind praxisnah, seine Strategien erprobt. Ob Geschäftsberichte, Marktbeobachtungen oder innovative Anlagemodelle – Jaworski bleibt am Puls der Zeit. Für ihn ist die Börse kein Zockerspiel, sondern ein Handwerk, das Wissen und Disziplin erfordert.