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Im Bild: Dieter Jaworski
Interviewmit Dieter Jaworski

SK Hynix Aktie: Der zugeschriebene Rubin-Anteil muss sich in der Belieferung bewähren

Dieter Jaworski sieht SK Hynix’ HBM-Stärke, wartet aber auf Liefernachweise und eine nachvollziehbare Solidigm-Finanzierung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rubin-HBM4-Anteil von bis zu 70 Prozent
  • Liefermengen müssen den Anspruch bestätigen
  • Solidigm-Finanzierung bleibt unentschieden
  • Rückkäufe ersetzen keine klare Eigentümerstruktur

SK Hynix wird am Markt vor allem über seine führende Stellung bei Speicherchips für KI-Anwendungen bewertet. Darunter stehen hohe Fabrikinvestitionen und die ungeklärte Finanzierung der Tochter Solidigm; Dieter Jaworski spricht darüber, wie das Management diese Entscheidungen rechtfertigen kann.

SK Hynix (KR7000660001) — Schlusskurse 07.04.2026 bis 02.10.2026, Angaben in KRW. Stand: 02.10.2026.

SK Hynix (KR7000660001) — Schlusskurse 07.04.2026 bis 02.10.2026, Angaben in KRW. Stand: 02.10.2026.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Die Summe der Geschäftsteile soll deutlich mehr wert sein als das Unternehmen an der Börse. Wie belastbar ist diese Rechnung, solange die Kapitalpläne für Solidigm offen sind?

Dieter Jaworski: Ich fange bei der Mittelverwendung an. Die Summe-der-Teile-Rechnung bewertet die Geschäftsteile einzeln und kommt auf rund 2.203 Billionen Won Eigenkapitalwert; der Börsenwert liegt bei rund 1.307 Billionen Won. Diesen Abstand nehme ich ernst, aber ich würde ihn nicht vollständig als unentdeckten Wert verbuchen.

Das Management bindet viel Geld in neuen Werken, während bei Solidigm noch offen ist, ob die Finanzierung intern oder extern erfolgt. Die Rückkäufe finde ich angesichts des Bewertungsabstands vernünftig. Ein Rückkauf ersetzt keine saubere Eigentümerstruktur.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie sagen: „Ein Rückkauf ersetzt keine saubere Eigentümerstruktur.“ Weshalb nennen Sie die Rückkäufe dann vernünftig, wenn ein möglicher Solidigm-Börsengang die Struktur noch komplizierter machen könnte?

Dieter Jaworski: Woran machen Sie fest, dass ein Börsengang bereits beschlossen ist? SK Hynix hat am 3. Oktober ausdrücklich erklärt, dass über die Finanzierung von Solidigm noch keine Entscheidung gefallen sei. Das entlastet das Management nicht von der Pflicht, einen späteren Schritt für die bestehenden Aktionäre nachvollziehbar zu machen.

Auch bei Insider-Transaktionen wäre ich vorsichtig mit Deutungen: Belastbare Daten zu Käufen oder Verkäufen durch Führungskräfte liegen hier nicht vor. Die Rückkäufe sind eine Entscheidung des Unternehmens, kein Ersatz für dieses fehlende Signal.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Der erste Reinraum in Yongin soll im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen. Droht der Kapazitätsausbau den Vorsprung bei HBM zu entwerten?

Dieter Jaworski: Das Risiko sitzt genau dort. HBM ist besonders schneller Speicher für KI-Chips; der Markt traut SK Hynix zu, seinen technischen Vorsprung bei den Kunden in große Liefermengen umzusetzen. Für Nvidias Rubin-Plattform wird dem Unternehmen ein HBM4-Anteil von bis zu 70 Prozent zugeschrieben.

Bleibt dieser Anteil bei der tatsächlichen Belieferung deutlich aus, müsste ich meine Einschätzung der Fabrikinvestitionen ändern. Dann wäre viel Kapital für einen Vorsprung gebunden, den das Geschäft in dieser Größenordnung nicht belegt.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Was müsste bei Solidigm geschehen, damit Sie den Abschlag in der Bewertung weniger stark gewichten?

Dieter Jaworski: Das Management müsste erklären, wofür Solidigm Geld braucht und weshalb die gewählte Finanzierung für die bestehenden Aktionäre vorteilhaft ist. Gerade bei einem möglichen Börsengang reicht eine hohe Bewertung auf dem Papier nicht: Entscheidend wäre, welcher Wert bei SK Hynix bleibt und wie die Kontrolle geregelt ist. Bis dahin behandle ich die genannten Bewertungsgrößen als Spekulation.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Der Analysten-Konsens liegt mit seinem Kursziel bei 3.450.000 Won. Setzen Sie die offenen Entscheidungen nicht zu stark an und die HBM-Stärke zu schwach?

Dieter Jaworski: Das Geschäft ist stark. Mir fehlt bei den großen Entscheidungen noch ein Teil der Begründung. Für Vertrauen allein ist mir das zu teuer.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie haben den HBM4-Anteil von bis zu 70 Prozent bei Rubin als Prüfstein genannt. Welches Gesamturteil folgt daraus für SK Hynix?

Dieter Jaworski: SK Hynix hat eine ungewöhnlich starke Stellung bei HBM, und die Investitionen können sich auszahlen. Mein Urteil bleibt dennoch zurückhaltender als die Summe-der-Teile-Rechnung: Der zugeschriebene Rubin-Anteil muss sich in der Belieferung bewähren, während das Management bei Solidigm noch eine überzeugende Entscheidung schuldet. Den Wert des Geschäfts erkenne ich an. Für die offenen Kapitalentscheidungen zahle ich keinen Vorschuss.

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Diskussion zu SK Hynix

Dieter Jaworski

Chefredakteur „Smart Trading“, Senior-Analyst bei GeVestor und Architekt der Strategie „Einfach – Intelligent – Investieren“

Über Dieter Jaworski

Dieter Jaworski ist ein renommierter Finanzexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Aktienanalyse und im Vermögensaufbau. Als Chefredakteur von „Smart Trading“ und Senior-Analyst bei der GeVestor Financial Publishing Group liefert er präzise Analysen und fundierte Anlagestrategien. Seine Philosophie „Einfach – Intelligent – Investieren“ kombiniert tiefes Unternehmenswissen mit einer klaren Fokussierung auf fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Dividenden. Ob Einsteiger oder erfahrener Investor – Jaworski zeigt, wie man langfristig Vermögen aufbaut, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Von der Zahlenbegeisterung zum Börsenprofi

Schon als Kind faszinierten Jaworski Zahlen und logisches Denken. Während seine Mitschüler noch übten, rechnete er bereits mit Leichtigkeit. Diese Leidenschaft prägte seinen Weg: Mit dem ersten Taschengeld plante er, Vermögen aufzubauen, und legte Weihnachtsgeld auf dem Sparbuch an – unüberlegte Ausgaben waren nie sein Stil. Während seines Elektrotechnik-Studiums, das er 1980 nach nur vier Jahren abschloss, vertiefte er sich privat in die Welt der Aktien. Statt auf Anlageberater zu vertrauen, eignete er sich umfassendes Wissen über Märkte und Strategien an.

Einblicke aus der Unternehmenswelt

Nach seinem Studium startete Jaworski bei Siemens, wo er 29 Jahre lang tätig war. Von der Planung globaler Netzwerke in Peking, Chile und den Philippinen bis zur Leitung großer Projekte in Deutschland sammelte er einzigartige Einblicke in die Strukturen großer Konzerne. Diese Erfahrung ist heute sein Markenzeichen: Jaworski weiß, wie Vorstände denken, wie Pressemeldungen zu deuten sind und welche Kennzahlen die Zukunft eines Unternehmens verraten. „Ich kenne die Unternehmen von innen“, sagt er – ein Wissen, das seine Analysen unschätzbar macht.

Erfahrung, die zählt: 29 Jahre bei Siemens, internationale Projekte und tiefes Verständnis für Unternehmensstrukturen machen Jaworski zu einem einzigartigen Analysten.

Professionelle Analyse seit 2002

Seit 2002 ist Jaworski professionell als Aktienanalyst tätig, zunächst bei Gelfarth & Dröge sowie als Gutachter für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft. 2007 verließ er Siemens, um sich voll und ganz der Geldanlage zu widmen. Seine Analysen basieren auf einer klaren Maxime: Sicherheit durch fundamentale Daten, ergänzt durch das Potenzial wachstumsstarker Unternehmen. Seit 2014 setzt er seine Strategie erfolgreich im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um, das sich durch Stabilität und Rendite auszeichnet.

Aus Fehlern lernen

Jaworski ist kein Theoretiker – er kennt die Höhen und Tiefen der Börse aus eigener Erfahrung. Während der Dotcom-Blase 2000 verlor er die Hälfte seines Kapitals, weil er auf Versprechungen statt Zahlen setzte. Diese Erfahrung prägte seinen Leitsatz: „Gier frisst Hirn“. Heute setzt er auf ein ausbalanciertes Depot aus „großen Dampfern“ für Sicherheit und „kleinen Schnellbooten“ für Wachstum – eine Strategie, die Anlegern Stabilität und Chancen bietet.

Warum Dieter Jaworski?

Mit Vorträgen auf Events wie dem Dresdner Börsentag und regelmäßigen Beiträgen bei GeVestor ist Jaworski eine feste Größe in der Finanzwelt. Seine Analysen sind praxisnah, seine Strategien erprobt. Ob Geschäftsberichte, Marktbeobachtungen oder innovative Anlagemodelle – Jaworski bleibt am Puls der Zeit. Für ihn ist die Börse kein Zockerspiel, sondern ein Handwerk, das Wissen und Disziplin erfordert.