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Im Bild: Dieter Jaworski
Interviewmit Dieter Jaworski

Kioxia Aktie: Fünf NAND-Anbieter schützen Kioxia nicht vor schwachen Jahren

Dieter Jaworski sieht Kioxias Fertigung und Lieferverträge als Vorteile, hält die Ertragskraft in schwachen Speicherjahren jedoch für offen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fünf Anbieter begrenzen den Wettbewerb nicht
  • Lieferverträge decken etwa die Hälfte ab
  • Kioxia veröffentlicht keine Jahresprognose
  • Erträge in schwachen Jahren bleiben offen

Für das Geschäftsjahr 2027 stehen weitreichende Umsatzschätzungen des Analysten-Konsenses einer Unternehmenskommunikation gegenüber, die sich auf Quartale beschränkt. Wie viel Verlässlichkeit bietet Kioxias Geschäft in einem Markt mit stark schwankenden Speicherpreisen? Diese Frage geben wir Dieter Jaworski weiter.

Kioxia (JP3236330001) — Schlusskurse 07.04.2026 bis 01.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 01.10.2026.

Kioxia (JP3236330001) — Schlusskurse 07.04.2026 bis 01.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 01.10.2026.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie halten Kioxias Wettbewerbsvorteil für begrenzt. Bei nur fünf relevanten NAND-Herstellern und hohen Eintrittshürden klingt das übertrieben skeptisch. Warum reicht Ihnen diese Marktstellung nicht?

Dieter Jaworski: Weil sie zwei verschiedene Dinge schützt. Kioxias Fertigung mit SanDisk und das Wissen über Speicherzellen machen es neuen Anbietern schwer, überhaupt mitzuspielen. Das ist eine beachtliche Qualität.

Wenn die Nachfrage einbricht, konkurrieren die bestehenden Hersteller trotzdem um Aufträge; dann fehlt Kioxia die Preissetzungsmacht, die dauerhaft hohe Kapitalrenditen tragen würde. Der Schutz hält neue Anbieter fern, nicht die Verluste.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie sagen: „Der Schutz hält neue Anbieter fern, nicht die Verluste.“ Kioxia hat aber mehrjährige Lieferverträge. Unterschätzen Sie damit nicht gerade den Schutz in einer Schwächephase?

Dieter Jaworski: Die Verträge decken etwa die Hälfte der Auslieferungen ab. Das gibt der Fertigung mehr Planungssicherheit, und diesen Vorteil erkenne ich an. Über die Preise bei nachlassender Nachfrage sagt diese Angabe allerdings nichts. Eine zugesagte Lieferung macht aus einem schwachen Markt noch keinen ertragreichen.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Angenommen, die KI-Investitionen kühlen ab: Woran würde Ihre Einschätzung von Kioxias Widerstandskraft zuerst scheitern?

Dieter Jaworski: An meiner Annahme, dass Kioxia seine großen Werke auch bei schwacher Nachfrage wirtschaftlich betreiben muss. Ich könnte zu skeptisch sein, falls die Nachfrage nach großen SSDs dauerhaft trägt und Kunden für Kioxias Technik auch im Abschwung höhere Preise akzeptieren. Ohne das bleibt vor allem ein kostspieliger Fertigungsverbund. Die ausverkaufte Produktion für 2026 beweist diese Widerstandskraft noch nicht.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Kioxia ist dem Forschungszentrum von Applied Materials beigetreten. Verändert die Zusammenarbeit Ihr Urteil über die Gefahr, dass neue Entwicklungen viel kosten und wenig einbringen?

Dieter Jaworski: Die Zusammenarbeit ist sinnvoll. Eine gute Idee bezahlt noch keine Fabrik, wenn Kunden wegbleiben. Ich möchte sehen, ob daraus etwas entsteht, wofür sie auch in schwachen Zeiten mehr bezahlen.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Der Analysten-Konsens erwartet für das Geschäftsjahr 2027 rund 9,6 Billionen Yen Umsatz; Kioxia selbst gibt keine Jahresprognose. Wie beurteilen Sie bei dieser Lücke die Bewertung der Aktie?

Dieter Jaworski: Der Markt schaut auf hohe Gewinne aus einem außergewöhnlich starken Speicherzyklus. Ein niedrig wirkendes Kurs-Gewinn-Verhältnis – der Aktienkurs geteilt durch den erwarteten Gewinn je Aktie – wäre deshalb für mich kein überzeugender Beleg für eine günstige Bewertung: Der erwartete Gewinn kann mit den NAND-Preisen rasch schrumpfen.

Ein faires Kursniveau kann ich aus einem Spitzenjahr nicht belastbar ableiten. Für einen höheren Wert über den Zyklus müsste Kioxia zeigen, dass seine Technik und seine Kundenverträge die Erträge auch dann stützen, wenn Speicher wieder reichlich verfügbar ist.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie verweisen auf Verträge für etwa die Hälfte der Auslieferungen. Trägt das ein positives Gesamturteil über Kioxias Geschäft und die Bewertung?

Dieter Jaworski: Für das Geschäft spricht die schwer nachzubauende Fertigung. Bei der Bewertung gewichte ich die begrenzte Preissetzungsmacht stärker als die Verträge: Sie sichern Auslieferungen, keinen dauerhaften Spitzengewinn. Kioxia hat Substanz. Wie viel davon in schwachen Jahren verdient wird, ist noch offen.

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Diskussion zu Kioxia

Dieter Jaworski

Chefredakteur „Smart Trading“, Senior-Analyst bei GeVestor und Architekt der Strategie „Einfach – Intelligent – Investieren“

Über Dieter Jaworski

Dieter Jaworski ist ein renommierter Finanzexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Aktienanalyse und im Vermögensaufbau. Als Chefredakteur von „Smart Trading“ und Senior-Analyst bei der GeVestor Financial Publishing Group liefert er präzise Analysen und fundierte Anlagestrategien. Seine Philosophie „Einfach – Intelligent – Investieren“ kombiniert tiefes Unternehmenswissen mit einer klaren Fokussierung auf fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Dividenden. Ob Einsteiger oder erfahrener Investor – Jaworski zeigt, wie man langfristig Vermögen aufbaut, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Von der Zahlenbegeisterung zum Börsenprofi

Schon als Kind faszinierten Jaworski Zahlen und logisches Denken. Während seine Mitschüler noch übten, rechnete er bereits mit Leichtigkeit. Diese Leidenschaft prägte seinen Weg: Mit dem ersten Taschengeld plante er, Vermögen aufzubauen, und legte Weihnachtsgeld auf dem Sparbuch an – unüberlegte Ausgaben waren nie sein Stil. Während seines Elektrotechnik-Studiums, das er 1980 nach nur vier Jahren abschloss, vertiefte er sich privat in die Welt der Aktien. Statt auf Anlageberater zu vertrauen, eignete er sich umfassendes Wissen über Märkte und Strategien an.

Einblicke aus der Unternehmenswelt

Nach seinem Studium startete Jaworski bei Siemens, wo er 29 Jahre lang tätig war. Von der Planung globaler Netzwerke in Peking, Chile und den Philippinen bis zur Leitung großer Projekte in Deutschland sammelte er einzigartige Einblicke in die Strukturen großer Konzerne. Diese Erfahrung ist heute sein Markenzeichen: Jaworski weiß, wie Vorstände denken, wie Pressemeldungen zu deuten sind und welche Kennzahlen die Zukunft eines Unternehmens verraten. „Ich kenne die Unternehmen von innen“, sagt er – ein Wissen, das seine Analysen unschätzbar macht.

Erfahrung, die zählt: 29 Jahre bei Siemens, internationale Projekte und tiefes Verständnis für Unternehmensstrukturen machen Jaworski zu einem einzigartigen Analysten.

Professionelle Analyse seit 2002

Seit 2002 ist Jaworski professionell als Aktienanalyst tätig, zunächst bei Gelfarth & Dröge sowie als Gutachter für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft. 2007 verließ er Siemens, um sich voll und ganz der Geldanlage zu widmen. Seine Analysen basieren auf einer klaren Maxime: Sicherheit durch fundamentale Daten, ergänzt durch das Potenzial wachstumsstarker Unternehmen. Seit 2014 setzt er seine Strategie erfolgreich im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um, das sich durch Stabilität und Rendite auszeichnet.

Aus Fehlern lernen

Jaworski ist kein Theoretiker – er kennt die Höhen und Tiefen der Börse aus eigener Erfahrung. Während der Dotcom-Blase 2000 verlor er die Hälfte seines Kapitals, weil er auf Versprechungen statt Zahlen setzte. Diese Erfahrung prägte seinen Leitsatz: „Gier frisst Hirn“. Heute setzt er auf ein ausbalanciertes Depot aus „großen Dampfern“ für Sicherheit und „kleinen Schnellbooten“ für Wachstum – eine Strategie, die Anlegern Stabilität und Chancen bietet.

Warum Dieter Jaworski?

Mit Vorträgen auf Events wie dem Dresdner Börsentag und regelmäßigen Beiträgen bei GeVestor ist Jaworski eine feste Größe in der Finanzwelt. Seine Analysen sind praxisnah, seine Strategien erprobt. Ob Geschäftsberichte, Marktbeobachtungen oder innovative Anlagemodelle – Jaworski bleibt am Puls der Zeit. Für ihn ist die Börse kein Zockerspiel, sondern ein Handwerk, das Wissen und Disziplin erfordert.