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Im Bild: Dieter Jaworski
Interviewmit Dieter Jaworski

Renk Group Aktie: Vor dem Pre-Close Call zählt die Basis von 180.000 Fahrzeugen

Dieter Jaworski sieht im Fahrzeugbestand eine Stütze, knüpft sein faires Niveau von 65 Euro jedoch an profitable Auftragsabwicklung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rund 180.000 Fahrzeuge benötigen Ersatzteile
  • Wartung und Ausbildung stärken die Kundenbindung
  • Auftragsbestand: 7,4 Milliarden Euro
  • 2026-Prognose von Renk bestätigt

Für den 21. Oktober ist Renks Pre-Close Call angesetzt. Ende September warnte JPMorgan vor einem schwächeren dritten Quartal; zugleich steht die Frage im Raum, wie viel Halt das Geschäft mit bestehenden Fahrzeugen bei weniger Neubestellungen bietet. Dieter Jaworski ordnet ein, worauf es dabei für die Bewertung ankommt.

Renk Group (DE000RENK730) — Schlusskurse 07.04.2026 bis 30.09.2026, Angaben in EUR. Stand: 30.09.2026.

Renk Group (DE000RENK730) — Schlusskurse 07.04.2026 bis 30.09.2026, Angaben in EUR. Stand: 30.09.2026.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Angenommen, die Nachfrage nach neuen Panzern bricht ein: Was schützt Renks Geschäft dann noch?

Dieter Jaworski: Zuerst die Fahrzeuge, die längst im Einsatz sind. Rund 180.000 Fahrzeuge brauchen weiter Ersatzteile. Renk ist über Zulassungen, Wartung und Ausbildung tief in die Versorgung der Streitkräfte eingebunden; ein Lieferantenwechsel wäre mühsam. Das gibt dem Unternehmen Preissetzungsmacht bei bestehenden Systemen.

Für mich ist das ein ungewöhnlich belastbares Geschäft. Eine Fabrik mit deutlich weniger neuen Aufträgen lässt sich damit allerdings nicht vollständig auslasten.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie sagen, „ein Lieferantenwechsel wäre mühsam“. Wenn Verteidigungshaushalte knapper werden, können Kunden Wartung doch verschieben. Wie viel ist diese Bindung dann wert?

Dieter Jaworski: Wartung lässt sich verschieben. Deshalb würde ich aus der Bindung keinen unangreifbaren Ertrag ableiten. Aber irgendwann müssen die Fahrzeuge wieder einsatzfähig sein, und dann zählen passende Teile sowie eingespielte Abläufe. Diese Stellung dürfte Renk auch bei schwächerer Nachfrage helfen, Preise zu halten. Neue Getriebe kann das Unternehmen bei leeren Haushaltskassen freilich nicht herbeireden.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Die Einladung Putins zum G20-Gipfel wurde als mögliches Entspannungssignal gelesen. Überschätzen Sie den Schutz des bestehenden Geschäfts?

Dieter Jaworski: Nein. Vorhandene Fahrzeuge müssen weiterfahren. Weniger neue Aufträge täten trotzdem weh. Ein Schutzschild gegen leere Fabriken ist das nicht.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Wie viel Substanz steckt in Ihrem fairen Niveau, wenn der Auftragsbestand erst noch zu Ertrag werden muss?

Dieter Jaworski: Papieraufträge verdienen kein Geld. Mein faires Niveau liegt bei 65 Euro und setzt voraus, dass Renk die Bestellungen mit gutem Ertrag abarbeitet. Zum 30. Juni 2026 standen 7,4 Milliarden Euro im Auftragsbestand. Das schafft Sichtbarkeit; ob daraus auch bei schwächerer Nachfrage eine gute Kapitalrendite wird, muss Renk noch belegen. An der Lieferfähigkeit und an den erzielten Preisen würde ich das messen.

Kapitalmarktexperten Redaktion: JPMorgan hat Ende September sein Kursziel gesenkt und vor einem enttäuschenden dritten Quartal gewarnt. Reden Sie sich mit Ihrem fairen Niveau das Ergebnisrisiko schön?

Dieter Jaworski: Die Warnung sitzt dort, wo meine Einschätzung verletzlich ist: bei der Umsetzung der Aufträge. Renk hat seine Prognose für das bereinigte operative Ergebnis 2026 von 255 bis 285 Millionen Euro bestätigt; ein schwaches Quartal allein widerlegt sie noch nicht.

Wenn sich in den Berichten aber zeigt, dass die Ersatzteilnachfrage trotz der bestehenden Fahrzeuge nachlässt und Aufträge nur mit sinkenden Margen erfüllt werden, gebe ich meine positive Einschätzung auf. Dann trägt die Qualität des Geschäfts den angesetzten Wert nicht.

Kapitalmarktexperten Redaktion: Sie nennen 65 Euro als faires Niveau. Trägt das Geschäft dieses Urteil auch bei schwächerer Nachfrage?

Dieter Jaworski: Ja, solange Renk aus dem bestehenden Fahrzeugbestand Ertrag zieht und seine Aufträge zu ordentlichen Preisen liefert. Ich halte das Geschäft für stark genug, um einen Abschwung besser auszuhalten als ein gewöhnlicher Zulieferer. Mein Urteil hängt an den Margen, nicht an diplomatischen Signalen.

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Diskussion zu Renk Group

Dieter Jaworski

Chefredakteur „Smart Trading“, Senior-Analyst bei GeVestor und Architekt der Strategie „Einfach – Intelligent – Investieren“

Über Dieter Jaworski

Dieter Jaworski ist ein renommierter Finanzexperte mit über 40 Jahren Erfahrung in der Aktienanalyse und im Vermögensaufbau. Als Chefredakteur von „Smart Trading“ und Senior-Analyst bei der GeVestor Financial Publishing Group liefert er präzise Analysen und fundierte Anlagestrategien. Seine Philosophie „Einfach – Intelligent – Investieren“ kombiniert tiefes Unternehmenswissen mit einer klaren Fokussierung auf fundamentale Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Dividenden. Ob Einsteiger oder erfahrener Investor – Jaworski zeigt, wie man langfristig Vermögen aufbaut, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Von der Zahlenbegeisterung zum Börsenprofi

Schon als Kind faszinierten Jaworski Zahlen und logisches Denken. Während seine Mitschüler noch übten, rechnete er bereits mit Leichtigkeit. Diese Leidenschaft prägte seinen Weg: Mit dem ersten Taschengeld plante er, Vermögen aufzubauen, und legte Weihnachtsgeld auf dem Sparbuch an – unüberlegte Ausgaben waren nie sein Stil. Während seines Elektrotechnik-Studiums, das er 1980 nach nur vier Jahren abschloss, vertiefte er sich privat in die Welt der Aktien. Statt auf Anlageberater zu vertrauen, eignete er sich umfassendes Wissen über Märkte und Strategien an.

Einblicke aus der Unternehmenswelt

Nach seinem Studium startete Jaworski bei Siemens, wo er 29 Jahre lang tätig war. Von der Planung globaler Netzwerke in Peking, Chile und den Philippinen bis zur Leitung großer Projekte in Deutschland sammelte er einzigartige Einblicke in die Strukturen großer Konzerne. Diese Erfahrung ist heute sein Markenzeichen: Jaworski weiß, wie Vorstände denken, wie Pressemeldungen zu deuten sind und welche Kennzahlen die Zukunft eines Unternehmens verraten. „Ich kenne die Unternehmen von innen“, sagt er – ein Wissen, das seine Analysen unschätzbar macht.

Erfahrung, die zählt: 29 Jahre bei Siemens, internationale Projekte und tiefes Verständnis für Unternehmensstrukturen machen Jaworski zu einem einzigartigen Analysten.

Professionelle Analyse seit 2002

Seit 2002 ist Jaworski professionell als Aktienanalyst tätig, zunächst bei Gelfarth & Dröge sowie als Gutachter für den Verlag für die Deutsche Wirtschaft. 2007 verließ er Siemens, um sich voll und ganz der Geldanlage zu widmen. Seine Analysen basieren auf einer klaren Maxime: Sicherheit durch fundamentale Daten, ergänzt durch das Potenzial wachstumsstarker Unternehmen. Seit 2014 setzt er seine Strategie erfolgreich im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um, das sich durch Stabilität und Rendite auszeichnet.

Aus Fehlern lernen

Jaworski ist kein Theoretiker – er kennt die Höhen und Tiefen der Börse aus eigener Erfahrung. Während der Dotcom-Blase 2000 verlor er die Hälfte seines Kapitals, weil er auf Versprechungen statt Zahlen setzte. Diese Erfahrung prägte seinen Leitsatz: „Gier frisst Hirn“. Heute setzt er auf ein ausbalanciertes Depot aus „großen Dampfern“ für Sicherheit und „kleinen Schnellbooten“ für Wachstum – eine Strategie, die Anlegern Stabilität und Chancen bietet.

Warum Dieter Jaworski?

Mit Vorträgen auf Events wie dem Dresdner Börsentag und regelmäßigen Beiträgen bei GeVestor ist Jaworski eine feste Größe in der Finanzwelt. Seine Analysen sind praxisnah, seine Strategien erprobt. Ob Geschäftsberichte, Marktbeobachtungen oder innovative Anlagemodelle – Jaworski bleibt am Puls der Zeit. Für ihn ist die Börse kein Zockerspiel, sondern ein Handwerk, das Wissen und Disziplin erfordert.