Ein brutaler Schnitt – die 4SC AG setzt ihr Grundkapital auf null. Damit verlieren Aktionäre nicht nur einen Großteil ihrer Investition, sondern auch jede Hoffnung auf eine Rettung des angeschlagenen Biotech-Unternehmens. Was bleibt, ist ein verzweifelter Neustart-Versuch.
Radikalkur ohne Heilungschance
Der Vorstand zieht die Notbremse – doch es ist längst zu spät. Nach dem Scheitern des letzten Medikamentenkandidats Resminostat und einer negativen EMA-Empfehlung steht das Unternehmen vor dem Nichts. Die Bilanz zeigt ein negatives Eigenkapital von -2,6 Millionen Euro. Die drastischen Maßnahmen:
- Kompletter Kapitalschnitt: Aktien verlieren ihren Buchwert
- Geplantes Delisting: Ausschluss vom Börsenhandel
- Not-Kapitalerhöhung: 2,7 Millionen neue Aktien zu 1 Euro
Letzte Zuckungen vor dem Ende?
Die geplante Barkapitalerhöhung wirkt wie eine Wiederbelebungsmaßnahme bei klinischem Tod. Großaktionäre pumpen zwar frisches Geld ein – doch nicht für das Kerngeschäft. Stattdessen soll in einer Übergangsphase nach einem komplett neuen Geschäftsmodell gesucht werden.
Der Haken: Selbst dieser Rettungsversuch hängt an einem seidenen Faden. Das Finanzamt muss zustimmen, dass bestehende Verlustvorträge übertragen werden können. Ohne dieses Steuergeschenk wäre selbst der Neuanfang zum Scheitern verurteilt.
Absturz ohne Boden
Die Aktie stürzte heute um 14,7% auf nur noch 0,90 Euro ab – ein Bruchteil des 52-Wochen-Hochs von 7,16 Euro. Seit Jahresanfang verbuchen Anleger einen Verlust von über 80%. Die geplante Hauptversammlung am 19. September dürfte das endgültige Aus besiegeln.
Fazit: 4SC wird zum Lehrstück, wie schnell aus einer Biotech-Hoffnung ein Totalverlust werden kann. Für Aktionäre bleibt nur die bittere Erkenntnis – manchmal ist selbst eine Radikalkur keine Lösung mehr.
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