OSRAM: Chipkonzern AMS will Finanzinvestoren mit höherer Offerte kontern

Anfang Juli legten die Finanzinvestoren Bain Capital und The Carlyle Group ein öffentliches Übernahmeangebot für den Lichtkonzern OSRAM Licht auf den Tisch. Pro Aktie boten Sie den OSRAM-Aktionären 35 Euro pro Aktie in bar, ein Aufschlag von rund 20% auf den letzten Börsenschlusskurs der OSRAM-Aktien vor der Veröffentlichung der Offerte. Das bewertet den OSRAM-Konzern mit insgesamt rund 4 Mrd. Euro. Sowohl Vorstand wie auch Aufsichtsrat von OSRAM unterstützen die Offerte und bezeichnen die Bieter als „richtige Partner zur richtigen Zeit“ (Über Details zum Übernahmeangebot von OSRAM berichteten wir bereits).

Dachte man, das Ganze geht jetzt geräuschlos über die Bühne und die Mindestannahmeschwelle von 70% wird problemlos erreicht, dann dürfte sich das heute schlagartig geändert haben. Denn heute hat der österreichische Chipkonzern AMS angekündigt, in den Bieterwettstreit einzusteigen und seinerseits ein Angebot für eine Übernahme vorzulegen. AMS plant, über die Aufnahme eines temporären Bankdarlehens 4,2 Mrd. Euro aufzunehmen und den OSRAM-Aktionären 38,50 Euro pro Aktie zu bieten. Später will AMS die Schulden zum Teil über eine Kapitalerhöhung von mindestens 1,7 Mrd. Schweizer Franken zurückzahlen.

Da bislang noch keine verbindlichen Zusagen seitens der Banken über die geplante Fremdfinanzierung der Übernahme vorliegen, zeigt sich der OSRAM-Vorstand skeptisch und stuft die „Transaktionswahrscheinlichkeit für gering“ ein.

Vor allen kurzfristig orientierten Anlegern dürfte die Offerte sehr gelegen kommen. Denn OSRAM-Aktien, die nach der Offerte der Finanzinvestoren bereits in Richtung des Übernahmepreises von 35 Euro sprangen und aktuell knapp darunter bei 33,20 Euro notieren, springen nachbörslich deutlich auf 35,20/35,50 Euro an.

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