ProSiebenSat.1: Videodienst Joyn soll Abwärtstrend stoppen – Anlaufverluste von bis zu 100 Mio. Euro möglich

Große Hoffnungen setzt der Digital- und Medienkonzern ProSiebenSat.1 in seine neue Streaming-Plattform Joyn. Zumal das operative Geschäft zuletzt erheblich schwächelte und deshalb sogar die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr um 40 Prozent gekürzt wird. Vor allem, weil gerade beim operativen Gewinn immer noch das „normale“ Werbefernsehen den Löwenanteil ausmacht und digitale Angebote erst langsam zu einem größeren Anteil am Konzerngewinn beitragen.

Allerdings dürfte es auch bei Joyn, das am kommenden Dienstag startet und zukünftig „deutsches TV gebündelt in einer App“ bereitstellen will, mit einem positiven Gewinnbeitrag noch länger dauern. Denn wie Vorstandschef Max Conze heute sagt:

…dürfte Joyn „erst in einigen Jahren eine schwarze Null schreiben.

Bis zu fünf Jahre soll es konkret noch dauern, bis die geplant rund zehn Millionen (jüngeren) Zuschauer dafür sorgen, dass Joyn den Break-Even erreicht. Die Anlaufverluste für den Start der Streaming-Plattform, die dem Zuschauer neben den TV-Kanälen auch eigenproduzierte Filme und Live-Shows bieten soll, werden sich im laufenden Jahr bis auf 100 Mio. Euro summieren.

Man darf gespannt sein, wie sich Joyn gegen die Big-Player wie Netflix, Amazon Prime & Co. und deren riesige Filmdatenbanken, die zu monatlichen Dumping-Preisen angeboten werden, behaupten kann. Und ob das der ProSiebenSat.1-Aktie neuen Schwung (und neue Phantasie) verleiht, um den Ende 2016 bei über 50 Euro begonnenen Abwärtstrend zu stoppen und die Aktie wieder deutlich über die aktuellen 15,70 Euro steigen lässt.

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