Der Absturz der Aktien beim Möbelkonzern Steinhoff (Poco) dürfte bei vielen Aktionären krätige Löcher ins Portfolio geschlagen. Nachdem Anfang Dezember 2017 die ersten Meldungen über Bilanzunregelmäßigkeiten die Runde machten, der Vorstandsvorsitzende Markus Jooste daraufhin zurücktreten musste und die Bilanzen der letzten Jahre neu geprüft werden müssen (wir berichteten von Anfang an, z.B. hier), brachen die Papiere um rund  90 Prozent von 4 Euro auf aktuelle 0,40 Euro ein.

Aber während jetzt viele Anleger ihre Wunden lecken und sich fragen, was sie mit den Trümmern in ihrem Depot machen sollen (d.h. konkret: gibt es nochmal einen Turnaround oder ist alle Hoffnung vergebens?), hat der frühere Steinhoff-Großaktionär, ehemalige Chairman sowie auch kurzzeitige „Übergangs-Vorstandschef“ die Frage bereits für sich beantwortet. Wie das Handelsblatt gestern berichtet, hat sich Christo Wiese vom Großteil seiner Beteiligung bereits im Dezember getrennt und besitzt nun nur noch 6,2 seiner ehemals 21 Prozent am Unternehmen.

Nachdem die Glaubwürdigkeit des Unternehmens schon längst Tiefstwerte erreicht hat, der Bilanzskandal weiterhin nicht aufgelöst ist, Gläubiger ihre Kreditlinien gekürzt haben und Steinhoff weiterhin ums Überleben kämpft, ist diese Nachricht jetzt ein weiterer Fingerzeig, wie es um die Solidität des Unternehmens steht. Und wie Mitgründer die Zukunft des Unternehmens bzw. die Chancen auf einen Turnaround sehen. Denn würde Christo Wiese die Zukunft auf eine solche Trendwende als hoch einschätzen, hätte er sicher nicht den Großteil seiner Anteile zu den Kursniveaus verkauft, die Mitte Dezember mit Kursen deutlich unter einem Euro erreicht wurden.

Echte Zuversicht sieht jedenfalls anders aus…

Die aktuell noch im MDAX notierten Steinhoff-Aktien, die letzte Woche zum Kurs von 0,40 Euro die Handelswoche beendeten, notieren vorbörslich leicht schwächer bei 0,38/0,39 Euro.