Aktionäre des Windanlagenbauers Nordex brauchen weiter sehr starke Nerven. Vorgestern war es es der überraschend starke Gewinnrückgang beim Konkurrenten Siemens-Gamesa (mehr dazu hier), heute nun meldet der direkte Konkurrent Vestas sehr schwache Zahlen. Wie schon bei Siemens-Gamesa, sorgt eine schwache Innlandsnachfrage sowie der Preisdruck bei Windenergieanlagen für schwache Geschäfte. Zudem senken immer mehr Analysten den Daumen und auch die Charttechnik liefert ein düsteres Bild, bei dem inzwischen sogar Kursziele unter 3 Euro genannt werden (zum Beispiel hier: „Nordex: Unglaubliches Kursziel„).

Und damit wird die Nervosität der Anleger vor den in der nächsten Woche Dienstag anstehenden Quartals- und 9-Monats-Zahlen immer größer. Die Sorge ist groß, dass sich der Trend der Konkurrenten auch in den Nordex-Zahlen widerspiegelt und der Kurs weiter in die Tiefe gerissen wird. Seit Anfang 2016 haben die Papiere nun inzwischen mehr als 75 Prozent nachgegeben und rutschen von Tief zu Tief und führen im TecDAX auf fast allen Zeitebenen die Verliererliste an. Auf 3-Monatssicht ging es 40% abwärts, auf Halbjahressicht 46% und auf Jahressicht 63%.

Heute verlieren die Papiere weitere rund 2% auf 7,48 Euro, womit sie sich jetzt aktuell genau am Widerstandsbereich des Gaps aus dem Jahr 2013 befinden. Sollte dieser jetzt auch nicht halten, könnten weitere Kursverluste in Richtung 6,70 Euro drohen, da hier ein Zwischenhoch (ebenfalls aus 2013) verläuft. Danach ist als nächste markante Unterstützung erst wieder der Bereich um 5 Euro auszumachen. Sollte der jetztige Bereich um die 8 Euro als Unterstützung jedoch halten, könnten eine erste Korrekturbewegung in Richtung 9 Euro (Zwischenhoch Anfang November) und dann Richtung 10,80 Euro (Zwischenhoch aus dem Oktober) verlaufen.

Am nächsten Dienstag wird es vermutlich den entscheidenden Impuls geben, ob die Kursverluste weitergehen oder ob die Aktie zu einer Erholung ansetzen kann. Anleger sollten sich also die Quartalszahlen ganz genau ansehen. Und wer längerfristig investieren möchte, sollte unbedingt erst die Quartalszahlen abwarten.