Die Erwartungen beim Wirkstoffhersteller Evotec waren hoch, was sich in den letzten Wochen auch im Aktienkurs niedergeschlagen hat. Der von Anfang 2016 bis Anfang Oktober 2017 von rund 4 Euro in der Spitze bis auf 22,50 Euro und damit rund 460 % gestiegen ist. Und in den letzten Monaten auch bei stetig neuen Partnerschaften, hohen Meilensteinzahlungen und sogar großen Übernahmen seine Bestätigung fand. Und zum Teil auch in den heute vorgelegten Quartals- und 9-Monats-Zahlen. Aber eben nur zum Teil.

Umsatz Top, Ergebnis Flop

Die hohen Meilensteinzahlungen von Partnern wie Bayer, Sanofi oder Celgene sowie Umsätze von übernommenen Unternehmen wie Aptuit sorgte in den ersten 9 Monaten für einen kräftigen Umsatzsprung von 42 % auf 141 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA konnte in diesem Zeitraum um 28 % auf 39 Mio. Euro gesteigert werden.

Für Enttäuschung bei den Anlegern sorgte allerdings das Ergebnis im letzten Quartal. Aufgrund der Kosten aus den Übernahmen sowie durch die Einstellung zahlreicher neuer Mitarbeiter kletterten die Kosten um 30 Mio. Euro, so dass das Quartals-EBITDA um 10 % auf 13 Mio. Euro fiel und damit deutlich hinter den (hohen) Erwartungen zurückblieb.

Anleger realisieren Gewinne

Diese Enttäuschung beim Quartalsergebnis nahmen viele Anleger heute zum Anlass, die zuletzt kräftigen Buchgewinne in echte Kursgewinne zu verwandeln. Was bei Evotec heute im Handelsverlauf für kräftige Kursverluste sorgt. Bis zum Handelsschluss brechen die Aktien um 7,6 % auf 17,16 Euro ein und sind damit heute der mit Abstand größte Verlierer im TecDAX.

Anleger sollten sich davon aber nicht direkt verrückt machen lassen. Denn die Zahlen haben gezeigt, dass die Story bei Evotec intakt ist. Zumal das Unternehmen heute auch die Jahresziele bestätigt hat. Der Umsatz soll um 40 % auf 165 Mio. Euro steigen, das EBITDA um mehr als 50 % gegenüber dem Vorjahr klettern.

Und angesichts der kräftigen Kurszuwächse der letzten Jahre gehören Kursverluste genauso dazu wie der vorangegangene Kursanstieg.