Immer weiter abwärts geht es für die Kursnotierung des Windanlagenbauers Nordex. Die Aktien, die Anfang 2016 noch bei Kursen um die 32,50 Euro notierten, gibt es aktuell im einstelligen Bereich bei 9,63 Euro zu kaufen. Dabei war auch die letzte Woche wieder sehr bitter für die Anleger, als die Aktien nach einer Herabstufung von Goldman Sachs (Nordex: Goldman kassiert Prognose und schickt Aktie auf Talfahrt ) ein Wochenminus von knapp 8% verkraften mussten. Und dahin war damit auch die kleine Hoffnung auf eine Bodenbildung und einen möglichen Turnaround.

Und wer nun diese Woche gehofft hatte, dass nach den zuletzt immer kräftigeren Kursverlusten eine – zumindest technisch getriebene – Gegenreaktion einsetzt, der sieht sich auch heute wieder eines Besseren belehrt. Denn Nordex-Aktien geben weiter um knapp 2% auf 9,63 Euro nach. Und das, obwohl Nordex Ende letzter Woche über eine Angebotserweiterung ihrer AW3000-Plattform berichtet hatte, die mit höchsten Kapazitätsfaktoren glänzt. Eine Meldung, die vor einigen Jahren noch für zweistellige Kursgewinne gesorgt hätte. Aber diese Zeiten sind offenbar endgültig vorbei.

Gewinnwarnung bei Siemens Gamesa belastet auch Nordex-Aktien

Denn heute gibt der Nordex-Konkurrent Siemens Gamesa, die börsennotierte Windenergietochter von Siemens, eine Gewinnwarnung heraus. Statt 900 Mio. Euro EBIT sollen es nur noch 790 Mio. Euro EBIT im laufenden Geschäftsjahr werden. Und da bereits der Gewinn im letzten – dritten – Quartal überraschend eingebrochen ist, brechen die Aktien von Siemens Gamesa heute um knapp 6% auf 11,74 Euro ein. Im letzten halben Jahr hat sich der Wert damit inzwischen halbiert.

Und das fördert bei den Nordex-Aktionären nicht unbedingt die Kauflust, und damit auch nicht die Chancen auf einen Turnaround. Nordex-Aktien bleiben schwach und kurzfristig dürfte sich hier vermutlich keine wesentliche Verbesserung einstellen. Der Markt ist gesättigt, die Preise fallen und die Konkurrenz aus China ist groß. Jetzt gilt es erst einmal, Überkapazitäten abzubauen, was gleichzeitig zu einer Marktbereinigung führen wird. Anbieter, die diese Phase durchstehen und nutzen, um Prozesse zu optimieren und Kosten zu reduzieren, könnten aber langfristig gestärkt aus dieser Bereinigung hervorgehen. Man darf gespannt sein, wer alles dazugehören wird. Die schiere Unternehmensgröße scheint allein noch kein Garant zu sein, zu diesen Siegern zu zählen. Wie Siemens Gamesa aber auch Nordex nach dem Zusammenschluss mit Acciona beweisen…