Ein harter Tag für Aktionäre des Biospritherstellers Verbio. Das Unternehmen hat heute neben den Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/2017 auch den Ausblick für 2017/2018 vorgelegt, und der fiel nach Meinung der meisten Beobachter sehr enttäuschend aus.

Rekordwerte im abgelaufenen Geschäftsjahr – Dividende steigt

Im letzten Geschäftsjahr 2016/2017 konnte Verbio den Umsatz um 10 Prozent auf 726 Mio. Euro steigern. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) legte um 26 Prozent auf 92 Mio. Euro zu. Das Konzernergebnis stieg sogar um 36 Prozent auf ca. 71 Mio. Euro.

Angesichts der erzielten Ergebnisse schlägt der Vorstand eine Erhöhung der Dividende um 33 Prozent auf 0,20 Euro pro Aktie vor. Das entspricht aktuell einer Dividendenrendite von knapp 2 Prozent.

Ausblick für 2017/2018 enttäuscht Anleger

Allerdings dürfte die gute Entwicklung ins Stocken geraten. Denn aufgrund des aktuellen Absatz- und Rohstoffpreisniveaus sowie von Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche wettbewerbsverzerrende Biodiesel- und Bioethanolimporte erwartet der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 nur ein EBITDA von rund 50 Mio. Euro, also nur wenig mehr als die Hälfte im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftjahr.

Auch der Net-Cash dürfte zum Ende des Geschäftsjahres auf ca. 100 Mio. Euro zurückgegangen sein, u.a. aufgrund eines Anstiegs der geplanten und mit Eigenmitteln finanzierten Investitionen.

Aktie bricht ein

An der Börse wird Zukunft gehandelt, und das taten die Anleger heute entsprechend. Deshalb spielte das gute Ergebnis für 2016/2017 keine Rolle, vielmehr reagierten die Anleger auf die maue Prognose mit massiven Verkäufen. Bis zum frühen Nachmittag brechen die Aktien von Verbio um rund 20 Prozent auf 9,74 Euro ein uns sind damit der zweitgrößte Verlierer im Prime Standard.

Nach den heutigen starken Kursverlusten erfährt auch der inzwischen seit Anfang 2015 anhaltende Aufwärtstrend einen deutlichen Dämpfer. Denn von Anfang 2015 konnten die Papiere von knapp über einem Euro bis zuletzt auf knapp 14 Euro – und damit dem höchsten Stand seit rund 10 Jahren – zulegen. Man darf gespannt sein, wie die bislang erfolgsverwöhnten Anleger auf den aktuellen Rückschlag reagieren.