Jetzt ist es amtlich: Der schon lange kriselnde Hersteller von Spezialchemie für die Stahlindustrie SKW Stahl-Metallurgie hat heute Insolvenz angemeldet. Grund sind die hohen Schulden, die den Mittelständler schon länger belasten.

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, soll das Insolvenzverfahren vom Vorstand in Eigenverantwortung abgewickelt werden. Die Geschäfte sollen vorerst unvermindert fortgesetzt werden. Betroffen ist von der Insolvenz nach Unternehmensangaben auch nur die Holdinggesellschaft, jedoch nicht die operativen Tochtergesellschaften. Damit auch „nur“ 13 der insgesamt 560 Mitarbeiter der Gruppe.

Notwendig wurde der jetzt getätigte Schritt des Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung, weil der Aktionär MCGM GmbH, dessen Geschäftsführer Dr. Olaf Marx gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat der SKW Stahl ist, das Restrukturierungskonzept des SKW Stahl-Vorstandes blockierte. Da dieses Konzept damit auf der HV im Oktober deshalb vermutlich nicht die notwendige Mehrheit erhalten wird, entfällt die positive Fortführungsprognosse der bilanziell überschuldeten Gesellschaft.

Dr. Kay Michel, der CEO der SKWStahl-Metallurgie Holding AG, zum Insolvenzantrag sowie der Fortführung der operativen Tätigkeit der Tochtergesellschaften:

Wir sind weltweit operativ besser aufgestellt als viele Wettbewerber und damit im Geschäftsbetrieb durch diese Maßnahme nicht bedroht. Die Finanzierung der operativen Tochtergesellschaften erfolgt zudem vornehmlich über regionale Banken vor Ort und nicht über die SKW Stahl-Metallurgie Holding AG. Deswegen bleiben unsere Tochterunternehmen solvent und werden ihre Kunden in gewohnter Qualität und mit der gewohnten Termintreue beliefern.

Im Sinne der Anleger bleibt zu hoffen, dass der interne Streit schnellstens beigelegt wird und die bilanzielle Restrukturierung der Gesellschaft gelingt. Wäre doch zu schade, wenn eine operativ noch erfolgreiche Gesellschaft internen Machtspielen erliegt.

Wie groß die Gefahr eines Scheiterns allerdings ist und wie damit die Anleger die Zukunft einschätzen, zeigt heute die Kursentwicklung. Denn nach der Meldung stürzte der Aktienkurs, der 2007 noch bei Kursen um die 40! Euro gehandelt wurde, um mehr als 30 Prozent auf nur noch 0,82 Euro ab.

Echte Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation sieht anders aus…