Starke Nerven brauchen weiter die Aktionäre des Windanlagenbauer Nordex, denn der Anfang 2016 begonnene Kursrutsch setzt sich unvermindert fort. Zur Erinnerung: Ende Dezember kosteten die Papiere noch über 32 Euro, heute wechseln die Papiere im einstelligen Bereich bei aktuell 9,93 Euro den Besitzer. So wenig wie aktuell kosteten Nordex-Aktien zuletzt vor mehr als 3 Jahren.

Nordex leidet unter dem sich abschwächenden Wachstum bei den erneuerbaren Energien, wie zuletzt auch die Commerzbank in einer Branchenstudie feststellte. Zudem bleiben auch die sonst häufig gemeldeten Großaufträge aus, so dass einige Analysten inzwischen ihre Gewinnerwartungen zurückschrauben. So zum Beispiel Heinz Steffen vom Analysehaus Alphavalue, der seine bisherige Kaufempfehlung auf „Reduce“ abgestuft und das Kursziel auf 10,4 Euro reduziert hat. Seiner Meinung nach muss das Nordex-Management nach einem neuen Geschäftsmodell suchen, um auch zukünftig Großprojekte stemmen zu können.

Ebenfalls von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft hat Arash Roshan Zamir von Warburg Research seine Einstufung, das Kursziel senkt er kräftig von 18 auf 11 Euro. Als Grund nennt er die in diesem Jahr vermutlich ausbleibenden Großaufträge aus Südafrika, mit denen er bisher gerechnet hat und die eine Neubewertung ermöglicht hätten. So aber trübt sich seiner Meinung nach das Bild weiter ein.

Alleine in diesem Jahr haben Nordex-Aktien rund 50 % an Wert eingebüßt, wobei sich der Kursabschwung zuletzt beschleunigte und nun wieder einstellige Notierungen aufgerufen werden. Nur sehr mutige Anleger wagen jetzt den Aufbau kleinerer Positionen, denn aktuell fehlt einfach die Story für eine zukünftig wieder deutlichere Kurserholung.