Richtig gut zulegen kann heute auch der Euro gegenüber dem US-Dollar, nähert sich aktuell sehr schnell der 1,30er Marke. Offensichtlich sind für’s erste die ganz großen Sorgen um die Euro-Schuldenkrise vom Tisch, konzentrieren sich die Anleger wieder vermehrt auf Unternehmensnachrichten, die ja auch momentan mit Beginn der Bilanzsaison vermehrt eintrudeln.
Aktuell ist die Dynamik bei Euro/US-Dollar sehr groß und von der Nachrichtenseite drohen vorerst keine zu großen Störfeuer. Deshalb sollte meiner Meinung nach einem Überschreiten der 1,30er Marke in den nächsten Tagen nicht allzu viel entgegen stehen. Insbesondere, da aktuell zu viele (wichtige) Investoren in allen möglichen Publikationen einen Crash des Euro heraufbeschwören. Offensichtlich sind viele Short und wundern sich jetzt, dass der Euro steigt. Und müssen sich nun irgendwann unter großen Schmerzen eindecken…
Während die Weltbank in drastischen Worten vor einer globalen Wirtschaftskrise warnt und Juncker vor einer “technischen Rezession” warnt hat die (mir bis dato völlig unbekannte) Ratingagentur Egan-Jones die Bonitätsnote für Deutschland auf AA- herabgestuft (vorher AA).
Wenngleich die Ratingagentur kaum bekannt ist und Deutschland allerorts eher als kleines gallisches Dorf gesehen wird, was sich in der drohenden Weltrezession wacker behauptet, scheinen mir die Kameraden von Egan-Jones gar nicht so verkehrt zu liegen. Denn sie begründen ihren Schritt mit den drohenden Verpflichtungen, die auf Deutschland zukämen, wenn sich die Schuldenkrise in Europa verschärft und Deutschland bei weiteren Rettungsvorhaben mit gigantischen Milliardenbeträgen einspringen müsste. Dann würde Deutschland in die Pflicht genommen für all die Länder, die momentan von den großen Agenturen der Ratingbranchen reihenweise (fast wöchtenlich) abgestuft werden. Und dann stellt sich tatsächlich die Frage, ob diese Verpflichtungen von Deutschland tatsächlich so gestemmt werden können, ohne dass die Bonität nachhaltig leidet.
Und dann läge Egan-Jones gar nicht mal so daneben..
Wie eben bei Reuters zu lesen, hat die Bundesregierung die Wachstumsschätzungen für 2012 und auch 2013 veröffentlicht. Nach einem mageren Jahr 2012 mit 0,7 Prozent rechnet die Bundesregierung für 2013 wieder mit einem Anziehen des Wirtschaftswachstums auf 1,6 Prozent.
Gleichzeitig auch positive Prognosen für den – eh schon starken – Arbeitsmarkt. So rechnet die Bundesregierung für 2012 mit einer Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent, für 2013 mit einer Quote von 6,7 Prozent.
Quelle: Reuters.de
Der Start in ein neues Jahr ist meist auch die Zeit, in der die Erwartungen und Jahresendziele von Analysten, Medien und wem auch immer ausgegeben werden. Ich hab das hier im Blog vermutlich auch schon mal getan. Das verkneife ich mir dieses Jahr, da ich es eh nicht weiss. Vielmehr werde ich nachfolgend andere Meinungen und Erwartungen auflisten:
Ist da Sand im Getriebe des Wachstumsmotors der Welt? Könnte man zumindest vermuten, wenn beim akutellen Exportweltmeister plötzlich die Ausfuhrleistung zurückgeht, eigentlich bisher immer die Paradedisziplin Chinas.
FTD.DE: Chinas Außenhandel schwächelt
Und damit gibt’s auch ordentlich Druck auf Chinas Regierung, denn um das Land ruhig zu halten, ist man auf hohe Wachstumsraten angewiesen. Und im Milliardenreich gibt es mehr als genug Potential für Unruhen.
Faz.net: Chinas Angst vor der Krise
Dann fallen nach acht Jahren stetigen Wachstums – als Resultat der zurückgehenden Exporte – auch noch die Währungsreserven erstmalig, bisher immer einer der Garanten für Chinas sehr selbstbewusstes Auftreten im Rest der Welt. Zu gerne hat man sich als potenter Kapitalgeber präsentiert. Ein Selbstbewusstsein, was zuletzt auch schon mal als überhebliche Arroganz wahrgenommen werden konnte.
Handelsblatt: Chinas Devisenschatz schrumpft
Und nun schwächet auch noch der Häusermarkt, durch stetig steigende Preise bisher Symbol für ein scheinbar unendliches Wachstum in China.
Handelsblatt: Chinas Häusermarkt bricht ein
Einzeln für sich genommen, hätte man die die letzten Wirtschaftsnachrichten aus dem Reich der Mitte als Ausrutscher abtun können. Aber so in der Masse und in auch zuletzt in “schöner” Regelmäßigkeit lässt dann doch etwas Bedenken aufkommen, ob China weiterhin in der bisher gewohnten Art und Weise die Lokomotive der Welt spielen kann. Und wenn schon Amerika und Euroland nichts mehr zum Weltwirtschaftswachstum beitragen können, China auch nicht, wer dann? Wo kann man noch langfristig investieren, wo in Zukunft vertrauen? Eine Antwort gibt’s hier erstmal nicht.
Nachdem nun S & P auch den Daumen für Deutschland senkt, steht wieder mal ein spannender und – höchstwahrscheinlich – sehr volatiler Handelstag vor der Tür. Direkt nach der Ankündigung gestern Abend ging der Dow (erwartungsgemäß) in die Knie, direkt nach der Meldung um fast 100 Punkte vom Höchststand wieder in Richtung 12.000er Marke. Zwar erholte sich der Dow dann kurz vor Handelsschluss wieder auf den Schlussstand von 12.097 Zählern, aber über nacht ging’s Hand in Hand mit den meisten asiatischen Börsen weiter abwärts. Aktuell liegt die Dow-Indikation bei ca. 12.020 Punkten.
Das lässt auch nicht sonderlich viel Gutes für den Börsenstart hierzulande erwarten. Der DAX fiel gestern nach Bekanntgabe im Späthandel zwischenzeitlich auf 6.060 Punkte zurück, schloss dann 22.00 Uhr bei ca. 6.080 Zählern. Aber nachdem auch der Dow weiter abgibt und in Asien die Kurse fallen (Nikkei aktuell mit -1,2 % unter 8.600 Punkten) wird es wohl zu Handelseröffnung erstmal weiter gen Süden gehen.
Auch der Euro ist wieder auf Tauchstation gegangen und liegt momentan bei 1,3370 US-Dollar, nachdem er gestern in der Spitze noch bei 1,3475 US-Dollar notierte. Setzen sich hier die schlechten Meldungen aus Euroland fort, dann wird er wohl wieder gen 1,33er Marke laufen, auch wenn der Dollar alles andere als stark ist.
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Heute, zum ersten Freitag des Monats, steht 14.30 Uhr wieder die US-Arbeitslosenquote auf dem Programm (Erwartungswert 9,0%). Ein Traum für jeden Daytrader, da es hier zu ordentlichen Kursbewegungen kommt.
Nachdem gestern die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe höher ausfiel, als von Analysten erwartet und auch am Mittwoch der ADP-Arbeitsmarktbericht nicht sonderlich positiv überraschte, sollten heute keine negativen Zahlen die Märkte überraschen. Denn nachdem die Märkte nach der Ankündigung neuer Geldschwemmen durch die wichtigsten Zentralbanken der Welt ein wahres Kursfeuerwerk veranstaltet haben, gibt es viel Korrekturpotential nach unten.
Seit Jahrzehnten wollen die USA runter von ihren Schulden, mit dem Ergebnis, dass es jedes Jahr mehr werden. Nur die Geschwindigkeit der Zunahme steigt stetig, darauf ist schon mal Verlass. Aber all die Kriege kosten nun mal Geld.
Nun sind es also schon mehr als 15 Billionen Dollar. (Spiegel.de: US-Schulden steigen über 15-Billionen-Dollar-Marke)
Eine Zahl mit, kurz rechnen, 12 Nullen (korrekt!) Ich musste ein Excel-Dokument zu Hilfe nehmen und hab HIER nochmal nachgeschlagen.
Es ist schon unglaublich, wie leichtfertig die heutigen “modernen” Gesellschaften ihre Zukunft verjubeln, nur um den Moment zu leben, anderen ihren Moment aufzudrücken oder aber die Sicherstellung (Öl und andere Rohstoffe) dieser Momente zu realisieren (nichts anderes sind meiner Meinung nach die von den USA überall gelebten Kriege).
15 Billionen Dollar. Wenn man diese Kohle nicht in irgendwelche Schwachsinn verblasen, sondern sinnvoll eingesetzt hätte, was hätte man tun können?
sinnvoll:
Weniger sinnvoll:
Wer hat noch bessere Ideen für sinnvolle und weniger sinnvolle Aktionen, um 15 Billionen Dollar zu verbraten? Dann Kommentar her!
Allen Unkenrufen zum Trotz wächst die deutsche Wirtschaft munter weiter. Das Statistische Bundesamt vermeldete heute für das dritte Quartal diesen Jahres ein bereinigtes Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent, das Vorquartal wurde gleichzeitig auf 0,3 Prozent (vorher +0,1%) nach oben korrigiert.
Heute fällt der Dow um aktuelle 91 Punkte. Und das wird auch langsam Zeit. Denn inzwischen haben die meisten Marktteilnehmer offensichtlich vergessen, das der Dow Anfang Oktober im Tief noch bei 10.655 Punkten notiert hat und seit dem um über 1.400 Punkte, also um über 13 Prozent zulegen konnte, wohlgemerkt in nicht mal zwei Monaten. Ohne, dass sich die fundamentalen Daten in irgendeiner Form verbessert hätten. Im Gegenteil, die Krisen in Euroland scheinen sich zu verschärfen, Regierungen treten nach und nach zurück und auch bei der Euro-Schuldenkrise ist momentan nicht klar, wie diese gelöst werden könnte.
Zu Wochenbeginn hier eine kurze Vorausschau auf wichtige Termine der Börsenwoche:
Die Unsicherheit nimmt zu, Italien, Griechenland & Co versetzt die Anleger mehr und mehr in Schockstarre, die Flucht in Sicherheit nimmt zu.
Und Sicherheit, so scheint es, ist nur noch in deutschen Rentenpapieren zu finden. Der Bund-Future eröffnet heute deutlich über 139, das Tageshoch liegt bisher bei 139,34 Zählern. Besser ist Angst und Unsicherheit nicht auszudrücken.