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Interessante Betrachtung heute bei Forbes. Demzufolge verdanken die großen amerikanischen Investmentbanken ihre Erholung nach der Finanzkrise der zunehmenden Zinsdifferenz zwischen den Kurz- und Langläufern.
Forbes.com: “How Wall Street Wins From Europe’s Woes” Demzufolge wird Investoren wohl irgendwann klar, dass US-Staatsanleihen angesichts ausufernder US-Staatsdefizite ein recht schlechter Hafen für die Geldanlage sind, den der Zins für die Staatsschuld wird steigen, wenn die Kurse von Staatsanleihen bei größeren Verkäufen fallen. |
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Als Folge kommen auf den US-Steuerzahler noch größere Belastungen für höhere Zinszahlungen zu, die der US-Staat für seine exorbitante Schuld aufbringen muss. Kombiniert mit niedrigen Zinsen für die Kurzläufer ist dies eine Gelddruckmaschine für die Handelsergebnisse der US-Investmentbanken, denn der sich ausweitende Zinsspread wird treibt die Zinserträge der Banken weiter.
Die Experten von Bernstein Research, denen diese Aussagen zugrunde liegen, nennen hier direkt vier Favouriten bzw. Hauptprofiteure dieses Trends: Morgan Stanley, JPMorgan Chase, Barclays und - natürlich - Goldman Sachs.
So stieg bereits 2009 der Zinssatz für langlaufende 10jährige US-Staatsanleihen von 2,2 Prozent im Januar 2009 auf ca. 3,5 Prozent im Sommer 2009. Hauptgrund hierfür: Aufgrund der abebbenden Finanzkrise ging das Geld raus aus sicheren Staatsanleihen in risikoreichere Investments. Das ließ die Kurse purzeln, die Zinsen steigen. Gleichzeitig ließ die FED aber die Zinsen für kurzfristige Papiere Richtung Null fallen und stellte parallel dazu den Banken unbegrenzt Liquidität zur Verfügung. Und schuf damit das Paradies zum Geld verdienen für die US-Investmentbanken. Geld borgen für fast Null Prozent und anlegen für runde 3,5 Prozent. Und das alles risikolos. Wie das ausging, ließ sich dann auch an den Quartalsergebnissen der Großbanken eindrucksvoll ablesen.
Fraglich, wie lange dieses Prinzip des Geld scheffelns wirklich gut gehen kann oder ob nicht irgendwann die FED begreift, das hier aus Luft Geld gemacht wird und endlich mit steigenden Zinsen diesem Wahnsinn entgegenwirkt. Solange das nicht passiert, freut's nur die Investmentbanker, wenn wieder Bonizeit ist.
Unglaublich stark präsentiert sich weiterhin der Bund-Future. Außergewöhnlich stark, glaubt man der Vielzahl an Analystenkommentaren, die von stark fallenden Rentenmärkten schon seit Monaten sprechen. Aber wie das immer so schön mit dem antizyklischen Handeln ist: Schreit die Masse der Anleger “Verkaufen”, dann kann man recht entspannt die Long-Seite versuchen, auch wenn das Umfeld ingesamt tatsächlich für fallende Rentemärkte spricht.
Die in den letzten Wochen veröffentlichten Wirtschaftsdaten in den USA und auch hierzulande signalisieren weiterhin eine Erholung vom stärksten Wirtschaftseinbruch seit Ende des zweiten Weltkrieges. Im vierten Quartal 2009 legte die US-Wirtschaft um 5,9 Prozent zu, auch der Arbeitsmarkt scheint die Talsohle erreicht zu haben. Und auch die bisherigen Prognosen für 2010 und 2011 gehen von einem weiteren Wachstum aus.
Wer angesichts der positiver werdenden Datenlage aber nun die Befürchtung hegt, die US-Notenbank könnte nun langsam wieder anfangen, an der Zinssschraube zu drehen, dessen Bedenken seien für’s Erste zerstreut. Denn das nun erzielte Wirtschaftswachstum basiert auf einem sehr niedrigem Niveau nach dem starken Konjunktureinbruch in 2008 und Anfang 2009. Und auch die Prognosen für 2010 und 2011 prophezeien den USA nur einen verhaltenen Aufschwung. Weiterhin birgt der US-Immobilienmarkt noch Risiken und auch der US-Verbraucher als Konjunkturlokomotive ist aufgrund der hohen Arbeitslosenzahlen noch nicht zurückgekehrt.
…die EZB belässt den Leitzins bei den gewohnten 1,0%. Business as usual…
Heute war Zinsentscheid bei der EZB und die Erwartungen waren klar: Es wird keine Veränderung bei den Leitzinsen geben. So ist es denn auch tatsächlich ausgefallen, die EZB lässt den Leitzins unverändert (niedrig) bei 1,0 Prozent.
14.30 Uhr wird es von Seiten der EZB eine Pressekonferenz geben, in welcher der Zinsentscheid näher erläutert wird. Wenn es hier Interessantes zu berichten gibt, werde ich dies in diesem Beitrag als Update einfügen.
Seit der Zinssenkung der FED auf nun nahezu Null Prozent ist der Euro nicht mehr zu halten und springt in bisher noch nie dagewesenem Tempo nach oben. Anscheinend hat hier dieser unwerwartet deutliche Zinsschritt der FED viele auf dem linken Bein erwischt, nun heißt es, Positionen schließen/drehen bzw. den Schaden zu begrenzen.
Stand er Euro am 08.12.2008 (also grad mal vor 10 Tagen) noch bei 1,27 Dollar, hat er heute kurzzeitig die 1,47 Dollar überschritten.
Da wollte ich heute in aller Frühe nur schnell einen Beitrag schreiben a la: Die FED senkt auf 0,5 Prozent. Aber nein, jetzt muss der Asus für ein wenig mehr her halten.
Die FED hat den Leitzins der USA gestern abend quasi fast auf Null gesenkt und damit den Rahmen ihrer Möglichkeiten bei den Zinsen fast vollständig ausgeschöpft. Ab jetzt gilt ein Zinskorridor für die US-Leitzinsen von 0 (in Worten: Null) bis 0,25 Prozent. Mit einer derart starken Zinssenkung hatte wohl auch keiner gerechnet, die Aktienmärkte jedenfalls legten nach der Bekanntgabe stark zu.
Heut war der Tag der Zinssenkungen.
Rund um den Globus wird fleißig Zinssenkung gespielt. Problem an der Sache ist, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise weiter ihre Kreise zieht, die meisten Zentralbanken aber langsam ihr Pulver verschossen haben. Was passiert, wenn wir überall beim Leitzins fast auf Null liegen, die Krise aber fortdauert? Was sind dann die innovativen neuen Instrumente, um neu zu stimulieren?
Ein erster Trend ist ja schon absehbar, indem immer schrottigere Papiere von den Banken als Sicherheiten bei der Refinanzierung akzetiert werden. Ob das der Weg sein sollte? Bin mir da nicht so sicher.
Doch eine kleinere Überraschung beim EZB-Zinsentscheid. Ich hatte bereits eine voraussichtliche Range von erwarteten 25 bis 100 Basispunkten angekündigt (ok, das eine Entscheid nicht in der Range gelegen hätte, war eher unwahrscheinlich). Aber das es dann doch hohe 75 Basispunkte (auf jetzt 2,5 Prozent) sind, damit war wohl eher nicht zu rechnen. Bedenkt man, dass die EZB vor noch nicht mal einem Jahr noch von Zinserhöhungen sprach, damals sogar noch von einem deutlich höheren Sockel.
Demnach muss die konjunkturelle Situatio in Euroland doch schon ziemlich im Argen liegen, wenn die EZB derart von Ihrer Linie abweicht.
Dabei steht die EZB in der Währungsunion weiterhin vor dem Dilemma, dass einige Staaten diese Zinssenkung nicht gebraucht hätten, andere wiederum einen noch viel größeren Schritt benötigt hätten. Gerade in Krisenzeiten wie den jetzigen zeigen sich halt sehr deutlich die Defizite eines einheitlichen Währungsraumes mit einer allgemein gültigen Zinspolitik ab. Diese ist nicht so einfach auf alle angeschlossenen Länder zu adaptieren.