Archive for 'Einzelwerte'

Am Freitag startet der Farmville-Macher Zynga an der Börse. Ja, genau der Macher von zig Facebook-Spieleanfragen, die man permanent genervt wegclickt. Aber offensichtlich haben mehr als 220 Millionen Facebooker nicht weggeklickt, sondern spielen die Zynga-Spiele aktiv. Dabei sind die Spiele kostenlos, Geld verdient wird durch den Erwerb von virtuellen Gütern. Für mich absolut nicht nachvollziehbar, aber ich hab schon Second-Life nicht verstanden, bzw. die Leute, die sich virtuell eine Cola kaufen und dafür echtes Geld ausgegeben. Naja, wenn’s schmeckt.

Was mir persönlich irgendwie nicht schmeckt, sind Bewertungen, die momentan für die Internetstars an der Börse bezahlt werden. Groupon hat schon mächtig abgesahnt und ist danach auch mächtig unter die Räder gekommen. Tut aber nur den Aktionären weg, die nach dem Börsengang zugeschlagen haben. All die Business-Angels und Fonds, die vorab drin waren, freuen sich.

Nun will also auch Zynga Kasse machen, und Facebook & Co schauen gebannt zu, was noch zu holen ist, um es evtl. nachzumachen. Wie bisher zu lesen ist, stehen Bewertungen von 10 – 20 Milliarden Dollar im Raum. Bei der Financial Times konnte ich eben lesen, dass Zynga in den ersten drei Quartalen dieses Jahres bei rund 830 Millionen Dollar Umsatz einen Gewinn von 30 Millionen Dollar erzielt hat. Mal ganz konservativ und linear aufs Jahr hochgerechnet entspräche das einem Umsatz von ca. 1,1 Milliarden Dollar Umsatz und ca. 40 Millionen Dollar Gewinn.

FTD: Zynga-Börsengang noch vor Weihnachten erwartet

Ganz einfach weiter gerechnet ergeben sich – mal angenommen die Leute kaufen weiter fleißig virtuelle Güter, der Wettbewerb bleibt überschaubar, Facebook bleibt in seiner Position so stark und will nicht noch mehr als die 30 Prozent vom Zynga-Kuchen – ein Kurs-Umsatz-Verhältnis für 2011 von 10 – 20 und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 250 – 500. Da sag ich erstmal: WOW. Das ist doch mal richtig sportlich.

Zum Vergleich: Unsere deutsche Vorzeige-Softwareschmiede SAP hat ein KGV von ungefähr 15. Wobei hier das Geschäftsmodell über die letzten Jahrzehnte doch als recht solide bezeichnet werden kann. Oder die Software AG: Die haben ein KGV von ca. 12.

Naja, vielleicht hab ich mich an verschiedenen Stellen nur verrechnet oder ich kann das ganze Wachstumspotential nicht richtig einordnen. Vermutlich. Oder aber, es gelten jetzt völlig neue Bewertungsmodelle, die ich noch nicht kenne. So (oder so ähnlich) war es doch auch schon mal in den Jahren 2000/2001. Bevor eine Blase platze, die damals als “Internetblase” bezeichnet wurde, und vor deren Platzen auch alle bisher bekannten Bewertungsmodelle als “old fashion” bezeichnet wurden.

Und den Disclaimer beachten, da es sich hier ausschließlich um meine persönliche Meinung handelt, ich niemand zu etwas ermutigen oder von etwas abhalten will. Und meine Meinung weicht sicher von vielen anderen total ab. Und das ist auch gut so.


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Ein Rekordergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 hat heute Infineon vorgelegt. Der Jahresumsatz stieg auf 4 Milliarden Euro (+21 Prozent), unterm Strich verblieb ein Gesamtergebnis von 785 Millionen Euro, der Konzernjahresüberschuss betrug über 1 Milliarde Euro.


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Geradezu belustigend finde ich heute das von der HRE veröffentlichte Quartalsergebnis für Q III von 43 Mio Euro. Zur kurzen Erinnerung: Ja, dabei handelt es sich um das Instutit, das nur mit über 150 Milliarden Euro an Steuergeldern gerettet werden konnte, und das gleichzeitig allen Müll, der für ebendiese 150 Milliarden Euro Stützung verantwortlich ist, in eine separate Bad Bank (FMS) ausgelagert hat.

Belustigend deshalb, weil es irgendwie doch sehr komisch (makaber?) anmutet, wenn ein derartiges “Institut” nun Gewinne vermeldet. Denn wie sollen hier auch noch groß Verluste zustande kommen, liegt doch all der aufgelaufene Schrott auf der Tasche des Steuerzahlers. Dann noch von Gewinn zu sprechen, wenn Abermilliarden in den Sand gesetzt wurden, ist irgendwie doch wieder einfach nur witzig.

Das ist in etwas so wie wenn ein Bäckermeister 30 Fillialen kreditfinanziert eröffnet, ohne sich zu überlegen, ob sich das überhaupt rechnet. Anschließend vergisst er  einfach alle für die Eröffnung der Filiallen aufgenommenen Kredite und vermeldet stolz nach den ersten 10 verkauften Brötchen einen Quartalsgewinn an die Gläubiger. Nur das am Ende irgendwie der Dumme fehlt, der ihm – nachdem er realsiert hat, dass es dann wohl doch nicht so einfach funktioniert –  dann den ganzen Müll abnimmt, am besten in einer Bad Bakery.

Quelle der Veröffentlichung: Reuters.de


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Entgangene Gewinne sind schmerzhafter als realisierte Verluste. Alte Börsenweisheit, die für mich heute mal wieder Realität geworden ist. Denn im Zusammenhang mit meinem Crashdepot hatte ich auf der Watchlist auch die Aareal Bank, die zuletzt (meiner Meinung nach unbegründet) ordentlich unter die Räder gekommen ist.


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Viel Porzellan ist im Vorfeld des Groupon-Börsenganges zerstört worden, Erwartungen wurden enttäuscht, Prognosen korrigiert etc., etc. Und dann befindet man sich plötzlich auch noch im Umfeld einer drohenden neuen Finanzkrise mit generell sehr angespannten Märkten.

Kurzum: Der ganze Börsengang stand unter keinem guten Stern und vielerorts wurde eine Verschiebung gefordert.

Aber nachdem nun alles vorbei ist, atmen alle Beteiligten erstmal entspannt auf. Der Ausgabepreis konnte am oberen Ende der Preisspanne bei 20 Dollar platziert werden. Damit ergibt sich für Groupon ein Erlös von rund 700 Millionen US-Dollar. Und das gerade mal ca. 2 Jahre alte Unternehmen ist plötzlich über 12 Milliarden Dollar wert

Alles alles in allem erstmal gut. Nichtsdestotrotz bleiben eine Menge Restfragen über das Funktionieren des Groupon-Geschäftsmodells auf lange Sicht. Denn auch wenn nun nochmal 700 Millionen Dollar in die Kassen gespült wurden, irgendwann muss Groupon beweisen, dass das Modell auch ohne permanente Geldspritzen funktioniert, d.h. das operative Geschäft durch positive Cash-Flows finanziert werden kann. Erst dann lohnt sich ein Investment in Groupon tatsächlich, bis dahin bleibt alles nur eine sehr vage Wette.


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Nicht schlecht staunen werden Amazon-Aktionäre, die heute früh in ihr Depot gucken. Denn nach dem gestrigen Kursverlust von 4 Prozent gab’s nachbörslich ein weiteres abrutschen um über 14 Prozent.

Grund sind die gestern vorgelegten Quartalszahlen für das 3. Quartal, die einen Gewinneinbruch von 73 Prozent bescheinigen. Damit verbleiben bei Amazon trotz eines Quartalsumsatzes von fast 11 Milliarden US-Dollar gerade mal 63 Mio Dollar, das ist eine Marge von nicht mal einem Prozent.


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Die Märkte fallen kontinuierlich weiter und inzwischen scheint der Weltuntergang als ziemlich sicher. Zumindest der Untergang der kaptialistischen Ordnungssysteme, wie wir sie in der westlichen Welt kennen.

Und zugegebenermaßen, oftmals habe ich hier in das gleiche Horn gestoßen und bin auch weiterhin ein absoluter Kritiker der exorbitanten Megaverschuldungsorgien der westlichen Welt, als gäbe es tatsächlich kein Morgen – bzw. keine nachfolgenden Generationen, die den ganzen Mist irgendwann bezahlen müssen – mehr.

ABER: Wann ist die Welt mal nicht untergegangen?

Und vor allem: Immer wenn die Welt tatsächlich scheinbar unterging, gab es Vermögenswerte, die nicht in gleichem Maße mit untergingen. Wer vor 100 Jahren eine Siemens-Aktie hatte, der hat die – werthaltig – immer noch, auch wenn die zugrunde liegende Währung inzwischen mehrfach gewechselt ist und auch mehrere Krisen, Aktiencrashs, Rezessionen etc. die Welt erschütterten.

Als wer aber jetzt nicht unbedingt diesen Trends des totalen Zusammenbruchs unserer Systeme folgt, dem tut sich momentan im Blue Chip-Bereich!! ein wahrer Dividendenhimmel auf. Wohlgemerkt, falls wir nicht vom Zusammenbruch – und damit einhergehend – totalen Einbruch der Unternehmensgewinne ausgehen.

Wann gab es das zuletzt, eine Allizanz mit einem KGV von ca. 6 und einer Dividendenrendite von über 7 Prozent?

Deutsche Bank, KGV von ca. 5 bei Dividendenrendite von fast 4 Prozent.

Deutsche Post, KGV von ca. 8 bei Dividendenrendite von 7 Prozent.

Deutsche Telekom, KGV von 10 bei Dividendenrendite von über 8 Prozent.

Wohlgemerkt, die Gewinne müssten zumindest auf Vorjahresniveau bleiben. Aber betrachtet man sich die Geschäftsmodelle dieser DAX-gelisteten Blue-Chips, dann werden die Deutschen nicht einfach aufhören, zu telefonieren bzw. Pakete zu verschicken. Und auch versichert bleiben werden die meisten.

Also, ich glaube, der Tiefstpunkt beim aktuellen Kursverfall haben wir noch nicht gesehen. Aber inzwischen sollte man sich - als langfristig ausgerichteter und nicht zu negativ eingestellter Anleger – mal mit dem ein oder anderen DAX-Wert beschäftigen. Ich hab’s getan und werde ggfs. hier mal meine Käufe der letzten Tage einstellen

Noch interessanter wird’s beim Blick auf MDAX und SDAX. Aber dafür fehlt mir momentan (leider) einfach die Zeit.

Disclaimer beachten!

Beim Internetkonzern Yahoo gibt’s weiter keine Entspannung. Während Konkurrenten wie Google, Facebook & Co weiter mit gesunden Wachstumswerten aufwarten, fällt der ehemalige Internetpionier weiter zurück.  Wie Yahoo gestern bekannt gab, sanken die Umsätze im 2. Quartal 2011 auf 1,1 Milliarden US-Dollar (Vorquartal 1,13 Milliarden US-Dollar).


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Facebook: Bewertungsfragen

Nach dem erfolgreichen Börsengang von  LinkedIn wird nun auch der Börsengang für Facebook konkreter, vermutlich will man die Gunst der Stunde nutzen und den Erfolg vergolden, nachdem gestern bekannt wurde, das selbst beim aktuellen Überflieger die Nutzerzahlen rückläufig sind.

manager magazin: Ansturm beim Börsengang: LinedIn verdoppelt seinen Börsenwert
Chip: Facebook: Nutzerzahlen runter – Unternehmenswert rauf

Aktuell existieren Bewertungen von 100 Milliarden – 165 Milliarden US-Dollar, was einen möglichen Börsengang zu einem historischen IPO-Event machen würde. Stellt sich die Frage, wie rational derartige Bewertungen noch sind.

Sicherlich geht hier wieder die wilde Diskussion los, dass normale Bewertungen hier nicht greifen, Zukunfts- und Wachstumswerte viel wichtiger sind etc. Aber das hatten wir ja auch schon ums Jahr 2000 herum, Ergebnis ist bekannt. Sicher, ein kleiner Wachstumsaufschlag mag ja gerechtfertigt sein, aber warum sollen alle vernünftigen Bewertungsmaßstäbe immer gleich nicht mehr gelten? Oder schaltet die Gier mal wieder das Gehinr aus?

Ich werfe hier gerne mal zwei Vergleichszahlen in den Raum, wenngleich ich selbstkritisch anmerke, das Vergleiche natürlich hinken. Aber eine Daimler erwirtschaftet bei einem Umsatz von rund 98 Milliarden Euro einen Vorsteuergewinn von 6,6 Milliarden Euro (in 2010). Das führt zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 0,5 und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von ca. 8. Ähnlich die Telekom, die bei einem Umsatz von 62 Milliarden Euro einen Gewinn von 2,7 Milliarden Euro erzielt. Ergibt ein KUV 0,72 von und ein KGV von 17.

Hier jetzt Facebook. Bei einem (kolportierten) Umsatz in 2010 von ca. 1,2 Milliarden US-Dollar wurde angeblich ein Vorsteuergewinn von 355 Millionen US-Dollar erzielt. Das ergibt ein KUV von 83! und einem KGV von 282!.

Auf die Werte, die in Form von Industrieanlagen, Rechenzentren, Immobilien, Patenten hinter einer Daimler oder Facebook stehen, will ich hier gar nicht näher eingehen. Facebook hat eine Datenbank mit 500 Mio Adressen…

Würde man mal das KUV und KGV einer Telekom (kann man ja schon als Technoloigieunternehmen im weitesten Sinne bezeichnen) zugrunde legen (zur Erinnerung: 0,71, und 17), dann müsste Facebook mittelfristig seinen Umsatz auf 138 Milliarden US-Dollar und den Gewinn auf ca. 6 Milliarden US-Dollar steigern, um in etwas in normale Bewertungsmaßstäbe vorstoßen.

Seinen Reim darauf muss sich jeder selber machen. Aber die Sprüche mit der Wachstumsfantasie haben wir vor 10 Jahren schon oft genug gehört.

Nidderau, 07:30 Uhr: Vom Aufbruch in neue Galaxien kann man guten Gewissens sprechen, betrachtet man sich die heute von Apple veröffentlichten Quartalszahlen. Der Umsatz für das zweite Geschäftsquartal sprang um 80 Prozent auf inzwischen 23,34 Milliarden US-Dollar. Rechnet man diesen Umsatz hoch, rückt die 100-Milliarden-Umsatzmarke langsam in greifbare Nähe.

Und auch beim Gewinn legte Apple ordentlich zu. Dieser wurde um 95 Prozent auf 5,99 Milliarden US-Dollar gesteigert, was einem Gewinn pro Aktie von 6,40 US-Dollar entspricht. Die Analystten hatten hier mit Werten um die 5,30 – 5,40 US-Dollar gerechnet.

“Schuld” an den beeindruckenden Zahlen sind vor allem iPhone und iPad, die sich wie warme Semmeln verkaufen. 18,7 Millionen iPhones und 4,69 Millionen iPades wurden verkauft. Lediglich der IPod-Absatz enttäuschte leicht.

Apple-Aktien notieren vorbörslich ca. 2 Euro fester bei momentan 242 Euro.

Bleibt nun tatsächlich abzuwarten, ob die 100-Milliarden-Dollar-Umsatzmarke durchbrochen wird.

Bremen, 21:10 Uhr: Outperformer des heutigen Tages ist die Aktie von SGL Carbon, nachdem VW heute den Einstieg beim Wiesbadener Unternehmen bekannt gab und damit zum zweitgrößten Aktionär beim Grafitspezialisten wird.

8,18 Prozent hält VW nun und ist damit der zweite Autobauer, der sich das Kohlefaser-Know-How von SGL sichert. Denn BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hält über ihre Beteiligungsgesellschaft Skion bereits 22,25 Prozent.

Ein eindrucksvoller Beweis, auf welche Technologien die Autobauer in Zukunft setzen werden, wovon meiner Meinung nach vermutlich zukünftig nicht nur der Aktienkurs von SGL profitieren wird.

Disclaimer beachten!

Nidderau, 20:45 Uhr: Angeheizt von den zunehmenden Spannungen in Tunesien und Ägypten sowie der Angst vor einem Überspringen auf Saudi-Arabien hat der Ölpreis heute die Marke von 100 US-Dollar übersprungen, was einem Tagesanstieg von über 3 Prozent entspricht. Zudem scheint die Konjunktur inzwischen auch wieder in den USA anzuspringen, in den anderen Großverbauchsländern China, Brasilien & Co. läuft es eh gut. Und außerdem führt das aktuell kalte Wetter dazu, dass Lagerbestände schneller als erwartet geleert werden. All diese Entwicklungen lassen vermuten, dass die 100 US-Dollar momentan wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange sein werden.

Auf der anderen Seite führen alle bisher genannten Punkte, die zum Preisanstieg beim Ölpreis geführt haben,  bei Exxon Mobile zu einem Quartalsgewinn von Sage und Schreibe 9,5 Milliarden US-Dollar bei einem Quartalsumsatz von über 105 Milliarden US-Dollar. Auf’s abgelaufene Gesamtjahr betrachtet hat Exxon einen Jahresumsatz von über 383 Milliarden US-Dollar erzielt, was zu einem Jahresgewinn von über 30 Millarden US-Dollar führt. Die Exxon-Aktie legte daraufhin um weitere 1,4 Prozent zu, womit Exxon auch weiterhin das am höchsten bewertete Börsenunternehmen der Welt bleibt.