Erding, 08:10 Uhr: Da die einschlägigen Gazetten aktuell voll sind mit News rund um Apple, habe ich mich entschieden, diesmal keinen Beitrag über Apple zu schreiben. Nichts darüber, dass die gestern abend veröffentlichten Quartalszahlen mal wieder alle Erwartungen um Längen schlagen und Apple so glänzend da steht, wie niemals zuvor. Nichts über einen unglaublichen Quartalsumsatz von über 26 Milliarden US-Dollar, was Apple einen Quartalsgewinn von über 6 Milliarden US-Dollar bringt.
Ich berichte an dieser Stelle deshalb auch nicht über die Aussichten und den Ausblick von Apple, der auch äußerst positiv ausfällt. Das, obwohl weiterhin wild spekuliert wird, wie sich die neuerliche – gesundheitsbedingte – Auszeit von Jobs auf die zukünftige Entwicklung auswirkt. Denn Jobs hat bisher keinen wirklichen Nachfolger für seinen Posten auserkoren. Wobei die Frage an dieser Stelle erlaubt sein sollte, ob es so eine Person wirklich geben kann. Und alleine die bisher willenlos euphorischen Apple-Anleger (womit diese ja bisher auch mehr als gut lagen) ein wenig zum Nachdenken anregen.
Aber diese Frage möchte ich an dieser Stelle natürlich auch nicht stellen, denn ich will ja nichts über Apple schreiben.
Erding, 20:45 Uhr: Regelmäßige Leser wissen, ich bin irgendwie schon ein Buffett-Fan. Zumindest bewundere ich seine Anlagephilosophie und den Erfolg, den Buffett damit in den letzten Jahrzenten erzielt hat. Aber glaubt man einem Beitrag, der heute bei MarketWatch erschien, ist alles bisher dagewesene noch gar nichts im Vergleich zu den Quartalsergebnissen, die Buffett’s Gesellschaft Berkshire Hathaway vermutlich Ende Februar berichten wird.
München, 20.15 Uhr: Restlos überhitzt erscheinen momentan die Aktien der Porsche AG. So stiegen die Vorzüge allein innerhalb der letzten 10 Tage von 47 Euro auf aktuelle 64,50 Euro (+ 37 Prozent). Im letzten Vierteljahr stiegen die Papiere sogar 84 Prozent (von 35 Euro). Betrachtet man sich den Chart, dann gewinnt „steil“ eine völlig neue Bedeutung.
Wenn einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten umschichtet, dann ist mir das immer einen Beitrag wert. Denn Buffett’s Entscheidungen signalisieren oftmals ganze Trends an den Märkten. Und so lässt es mich aufhorchen, dass Buffett netto mehr Aktien verkauft, als neue hinzuzukaufen. Erwartet er eine nachhaltige Trendwende?
München, 07:30 Uhr: Vorgestern hatte ich bereits über den für Donnerstag geplanten berichtet. Unter dem Projekt Morgendämmerung sollen rund 356 Millionen Aktien wieder an den Anleger gebracht werden. Als ich berichtete lag die Preisspanne noch bei 26 – 29 US-Dollar. Aber inzwischen ist die Nachfrage nach dem vor einem Jahr noch restlos maroden und insolventen US-Autobauer derart groß, dass die Preisspanne nun um 14 Prozent auf 32-33 US-Dollar angehoben wurde.
In Russland steht ein großer und gleichzeitig hochinteressanter IPO auf dem Plan. Denn das russische Internetschwergewicht Mail.ru Group Ltd. plant, einen Teil seiner Anteile an die Börse zu bringen. Und Mail.ru ist nicht nur ein Schwergeswicht auf dem russischen Markt, wo es eigenen Angaben nach mehr als 70 Prozent aller russischen Internetnutzer erreicht, sondern Mail.ru hält unter anderem auch einen größeren Anteil (2,38%) an Facebook sowie 1,47% am Spielehersteller Zynga. Und alleine diesee Anteile wecken Begehrlichkeiten bei der Bewertungsfrage.
Gerüchte kursieren, nachdem SABMiller, die weltweite Nummer 2 am Biermarkt, mit Carlton & United Breweries die Biersparte von Konkurrent Foster’s kaufen will. Laut Wall Street Journal (die sich wiederum auf eine nicht genannte Quelle der Sunday Times of London berufen) ist eine Summe von 10,9 Milliarden Dollar im Gespräch, die SABMiller bereit wäre, für den Zukauf auszugeben.
In der Regierungskoaliton mehren sich die Zeichen auf möglicherweise deutlich längere Laufzeiten der Atomkraftwerke. Der Spiegel schreibt heute, dass es innerhalb der Regierungskoalition wohl ein Bündnis gibt, das eine Verlängerung um 14 Jahre anstrebt, der Widerstand gegen Umweltminister Röttgen nimmt weiter zu.
So kann man sich täuschen: Im Beitrag “Alle Jahre wieder: Abendessen mit Warren Buffett” haben wir über die alljährlich stattfindende Ebay-Versteigerung eines Abendessens mit Investorenlegende Warren Buffett berichtet. Unsere damalige Meinung: Der Bärenmarkt ist auch bei Buffett angekommen, da vor drei Tagen das Höchstgebot bei ca. 81.000 Dollar stand, also kein Vergleich zu den Höchstgeboten der letzten beiden Jahre von ca. 1,6 bzw. 2,1 Millionen Dollar.
Thomas Straubhaar von der FTD betrachtet heute in einem Beitrag den Zusammenhang zwischen dem Abschneiden bei der Fussball-Weltmeisterschaft und der Entwicklung der Landeswährung. Und er stellt fest: “Wechselkurs und Fussball-WM haben nichts miteinander zu tun” aber trotzdem werden nur Länder Fussball-Weltmeister, deren Landeswährung im halben Jahr vor der WM aufgewertet haben.
FTD-Wirtschaftswunder – Thomas Straubhaar – Katastrophen-WM 2010
So legte 1974 und 1990 vor der WM die DM kräftig zu, Deutschland feierte Erfolge.
Damit scheint nun klar zu sein, dass es dieses Jahr leider kein Land der Euro-Zone Weltmeister werden kann, denn die Entwicklung des Euro im letzten halben Jahr hat hier alle Weichen in Richtung WM-Versagen eingeleitet. Und damit werden auch die hochgehandelten Spanier kein Weltmeister werden können.
Laut dieser These haben lateinamerikanische Teams und die USA die besten Chancen auf die Weltmeisterschaft, in Lateinamerikan allen voran Brasilien und Mexiko. Auch gut durch die Währung unterstützt ist Gastgeber Südafrika. Hier werden nun erste Manipulationsvorwürfe gegen die FED laut, um durch gezielte Beeinflussung des Dollarkurses den USA den Weg zur Weltmeisterschaft zu ebnen...
Sie kann also kommen, die WM. Zumindest für die positiven Währungsperformer.
Hier bei den Kapitalmarktexperten beschäftigen wir uns nicht nur mit laufenden Notierungen an den geregelten Märkten, sondern auch ein wenig mit Werten, die wir noch nicht auf dem offiziellen Kurszettel finden. Und trotzdem schon Dimensionen erreichen, die eines DAX-Wertes würdig sind.
Gemeint ist Facebook. Bisher hielten nur Gründer, Investoren und Mitarbeiter von Facebook Unternehmensanteile. Diese wurden aber wohl doch schon gehandelt und zwar über die Plattform SecondMarket, einer Plattform “for illiquid assets” wie es dort zu lesen steht. Naja, um so einen illiquiden Wert scheint es sich bei Facebook wohl nicht mehr zu handeln. Und eben auch um keinen kleinen Wert mehr. Glaubt man dem Bericht bei TechCrunch, dann schoss der inoffizielle Kurs der Facebook-Aktie auf SecondMarket von Januar bis April 2010 um rund 100 Prozent in die Höhe und notiert nun bei rund 50 Dollar pro Anteilsschein, was einer Facebook-Bewertung von ca. 22,5 Milliarden US-Dollar entsprechen würde.
Verstärkt haben wir hier bei Kapitalmarktexperten.de über die bevorstehende Berichtssaison mit Schwerpunkt Investmentbanken berichtet. Nun ist es also soweit, die Berichtssaison in den USA hat gestern mit Alcoa begonnen und diese Woche berichten unter anderem die Bank of America oder auch JP Morgan. Wir hatten ja bereits prognostiziert, dass die Ergebnisse für das Q1 2010 vermutlich sehr positiv ausfallen und zu den Gewinnern gehören werden. Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, das sei mal dahingestellt, der ausufernden Liquidität sei Dank.