DAX-Wochenausblick: Notenbanken geben weiter den Takt vor, diese Woche tagt die FED – Anleger erwarten keine Zinsanhebung in den USA – Bilanzsaison ebbt ab – Hexensabbat am Freitag

14. März 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Newsletter

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Nahezu unverändert beendet der deutsche Leitindex DAX die Börsenwoche bei 9.831 Zählern, konkret entspricht das einem Wochenplus von knapp 0,1 Prozent. Aber der erste Eindruck täuscht, denn die Woche hatte es durchaus in sich. Das beweist die Schwankungsbreite im DAX, das Wochentief lag bei 9.498, das Hoch dagegen bei 9.979 Punkten. Dabei wurde sowohl das Wochenhoch wie auch das Wochentief jeweils am Donnerstag erzielt. Und für diese Schwankungsbreite war nahezu allein die EZB verantwortlich. Denn als diese am Donnerstag verkündete:

  • überraschend den Leitzins von 0,05 auf 0,00 Prozent zu senken,
  • den Einlagenzins auf -0,4 Prozent herabzustufen und
  • das Ankaufprogramm für Anleihen von 60 auf 80 Mrd. Euro monatlich und auch auf Unternehmensanleihen auszuweiten,

ging der Markt in seine Extremschwankungen über. Kurz nach der Nachricht sprang der DAX bis fast an die 10.000er-Marke, lag damit mehr als zwei Prozent im Plus, nur um danach in der Spitze knapp 550 Punkte abzustürzen. Am Freitag erholte sich der Markt aber wieder von seinem Kurssturz und schloss 3,5 Prozent höher bei 9.831 Punkten. Das zeigt, wie unterschiedlich die Marktteilnehmer die EZB-Entscheidung bewerten und wie hoch die Unsicherheit ob der nochmals ausgeweiteten Liquiditätsflut der EZB ist. Diese wiederum (die EZB) scheint mit ihrem Latein am Ende und wirkt in ihren Maßnahmen verzweifelt, was am Markt auch nicht unbedingt Vertrauen suggeriert.

Ebenfalls nur wenig verändert ging der MDAX bei 19.815 Punkten aus dem Handel (Wochenplus: 0,17%). Dagegen verlor der TecDAX auf Wochensicht mit 2,1 Prozent vergleichsweise deutlich und schloss die Woche bei 1.618 Punkten ab. Verantwortlich hierfür waren inbesondere deutliche Kursverluste von Indexschwergewichten.

Wochengewinner in DAX, MDAX und TecDAX

DAX

  • Commerzbank: +4,3 Prozent
  • Deutsche Post: +3,75 Prozent
  • Vonovia: +3,5 Prozent

MDAX

  • Hannover Rück: +6,0 Prozent
  • Hugo Boss: +5,74 Prozent
  • DMG Mori: +5,5 Prozent

TecDAX

  • LPKF Laser: +11,4 Prozent
  • Adva Optical: +7,2 Prozent
  • Jenoptik: +1,75 Prozent

US-Börsen legen erneut zu
Weiter zulegen konnten in der vergangenen Woche die wichtigsten US-Indizes, hier stützen ebenfalls die Hoffnung auf weiter billiges Geld von der FED, ein robuster Arbeitsmarkt sowie gute Konjunkturdaten die Kurse. Der Dow Jones gewinnt im Wochenvergleich 1,2 Prozent auf 17.123 Punkte, der breiter gefasste S&P500 legt 1,15 Prozent auf 2.022 Zähler zu und an der Technologiebörse klettert der Nasdaq Composite 0,6 Prozent auf 4.748 Punkte.

Notenbanken geben weiter den Takt vor – Zinsentscheid der FED am Mittwoch – Freitag Hexensabbat – Bilanzsaison ebbt langsam ab
Die Notenbanken geben auch diese Woche den Takt an der Börse vor, alles andere rückt momentan weit in den Hintergrund. Und nach den starken Kursschwankungen nach dem EZB-Entscheid in der letzten Woche blicken die Anleger diese Woche gebannt nach Amerika, wo die FED am Mittwoch über den US-Leitzins beraten wird. Experten gehen inzwischen nicht mehr davon aus, dass der dieser schnell ansteigt, für diesen Mittwoch wird er weiter unverändert erwartet. Darauf deuten aktuell bereits die Notierungen an den Terminmärkten hin.

Dagegen ebbt auch hierzulande so langsam die Bilanzberichtsaison ab, nur noch wenige Unternehmen präsentieren ihre Bilanzen.

Ebenfalls kaum noch eine Rolle spielt aktuell der Ölpreis, der sich inzwischen über der 40-USD-Marke (Brent) stabilisiert hat. Marktbeobachter gehen in nächster Zeit von weiter leicht steigenden Notierungen aus. Am Freitag dürfte der Verfallstag für Index-Futures und Index- und Aktienoptionen (Hexensabbat) außerdem für Bewegung sorgen.

Nach den heftigen Kursausschlägen sollte zu Wochenbeginn wieder etwas Ruhe am Markt einkehren. Der starke Kursanstieg vom Freitag, verbunden mit weiter reichlich vorhandenem ultrabilligem Notenbankgeld und fehlenden Anlagealternativen, könnte in den nächsten Tagen für weiter steigende Kursnotierungen am deutschen Aktienmarkt sorgen und der DAX wieder über die 10.000er-Marke klettern. Zum Handelsstart in die kommende Woche dürfte der DAX das erreichte Niveau vom letzten Freitag verteidigen und eventuell sogar nahe der 9.900er-Marke eröffnen.

Wichtige Termine der kommenden Woche
Neben der Sitzung der FED am Mittwoch sollten Anleger mindestens noch folgende wichtigen Konjunkturdaten beachten:

  • USA: NY-Empire State Index (Dienstag)
  • USA: Einzelhandelsumsätze (Dienstag)
  • USA: Erzeugerpreisindex (Dienstag)
  • USA: Baubeginne und Baugenehmigungen (Mittwoch)
  • USA: Kapazitätsauslastung (Mittwoch)
  • USA: Philly-FED-Index (Donnerstag)
  • USA: Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Donnerstag)
  • D: Erzeugerpreisindex (Freitag)
  • USA: Verbrauchervertrauen UNI Michigan (Freitag)

Von Unternehmensseite legen u.a. noch Schaeffler, Sixt, Wacker Neuson ,Bilfinger, BMW, Brenntag, Elmos Semiconductor, Gerry Weber, Fraport, Münchner Rück, Siltronic, Delticom, Deutsche Lufthansa, HeidelbergCement, Krones, Lanxess, Salzgitter, United Internet, Wacker Chemie, Deutsche Wohnen und die GfK Zahlen vor.

Die gute Nachricht zum Schluss
Viel gelernt aus seiner Rolle bei Waterworld hat offenbar Kevin Kostner. Dort überzeugte er als halber Amphibienmensch und machte dabei vorzugsweise den ein oder anderen Bösewicht platt. Jetzt hat er sich quasi gegen „seinesgleichen“ gewannt, denn er jagt gern mit der Harpune nach Meeresbewohnern. Einer von denen fand das aber gar nicht lustig, und das war unglücklicherweise ein rund 4 Meter langer Hai. Der ging auf Kostner und seine Ehefrau los, just als diese den ersten Fisch erlegt hatten. Wie der Filmstar weiter berichtet, hat er dem Hai eins auf die Nase gegeben, daraufhin sei dieser verschwunden.

Merke: Kleine Sünden bestraft der liebe Gott gleich. Und so richtig klar ist mir auch nicht, wer bei der Angelegenheit jetzt wirklich der Böse ist. Denn irgendwie gehört der Hai mehr in das Wasser als der fischjagende Kostner.

Sorry, jetzt ist mir grad die gute Nachricht entglitten…. Aber Sie, meine lieben Leser, wissen sicher, was ich meine.

In diesem Sinne: Allen eine erfolgreiche Handelswoche.
Torsten Pinkert

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Der Beitrag spiegelt nur die persönliche Meinung des Autors wider und ist nicht als Anlageempfehlung zu betrachten! Für alles weitere bitte unseren Disclaimer beachten!

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