DAX-Wochenausblick: Gesamtmarktumfeld hellt sich weiter auf, 10.000er-Marke greifbar – Alle Augen auf der EZB – Berichtsflut aus deutschen Unternehmen

7. März 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Newsletter

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Die dritte Woche in Folge konnte der DAX zulegen und damit inzwischen einen Teil der teils heftigen Verluste eines verkorksten Jahresstarts wieder wettmachen. Doch danach sah es zum Wochenstart gar nicht aus, als der DAX am Montag sein Wochentief bei 9.337 Punkten markierte. Ein wieder schwächerer Ölpreis, wenig Bewegung auf dem G20-Treffen sowie schlechte Nachrichten aus China, wo wegen Überkapazitäten in der Kohle- und Stahlindustrie 1,8 Millionen Jobs gestrichen werden sollen, weckten bei den Anlegern erneut die Sorge, dass sich der DAX nochmals in Richtung Jahrestief aufmachen könnte. Die Sorge währte aber nur kurz, denn ab Dienstag ging es, angetrieben von guten Wirtschaft- und Unternehmensdaten sowie einem schwachen Euro, Tag für Tag weiter aufwärts. Am Freitag sorgte dann ein überraschend guter US-Arbeitsmarktbericht für einen Sprung des DAX auf die 9.900er-Marke. Dort verharrte er allerdings nur kurz, denn danach setzten zum US-Handelsstart kräftige Verkäufe ein. Denn mit den guten US-Jobdaten verbinden die Anleger gleichzeitig wieder erhöhten Druck für die US-Notenbank FED, die Geldpolitik langsam etwas zu normalisieren, d.h. mittelfristig an der Zinsschraube zu drehen.

Doch trotz des kleinen Schwächeanfalls nach dem US-Arbeitsmarktbericht konnte der DAX im Wochenverlauf immer noch kräftig um 3,3 Prozent auf 9.824 Punkte zulegen.

Ebenfalls deutlich aufwärts ging es für die Werte der zweiten Reihe. Der MDAX stieg im Wochenverlauf um 3 Prozent auf 19.781 Zähler, der TecDAX legte 3,1 Prozent auf 1.653 Punkte zu.

Wochengewinner in DAX, MDAX und TecDAX
Besonders kräftig konnten in der abgelaufenen Woche im DAX die Verlierer aus den Vorwochen zulegen, allen voran Autowerte und Banken. Das sorgte bei Volkswagen-Aktien für ein Wochenplus von 16,8 Prozent, bei der Deutschen Bank von 13,2 Prozent. Bei VW spekulieren die Anleger außerdem darauf, dass die anstehende Rückrufaktion nicht so groß ausfällt, wie bisher gefürchtet.

Im MDAX überzeugten Leoni mit einem Wochenplus von 17,9 Prozent. Allerdings verloren die Papiere im Verlaufe des letzten Jahres rund 50 Prozent an Wert, so dass die Anleger jetzt auf dem ermäßigten Niveau verstärkt zugreifen und auf eine Trendwende hoffen. Vor zwei Wochen hatte Leoni noch mit einem schwachen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr enttäuscht.

LPKF Laser–Aktien führen den TecDAX an. Auch hier dürften Schnäppchenjäger unterwegs gewesen sein, nachdem die Papiere in den Vorwochen, u.a. aufgrund des anstehenden Abstieg aus dem TecDAX, kräftig unter Druck geraten waren. Aixtron-Papiere setzen ihre Erholung fort, hier sorgten vergleichsweise gute Zahlen sowie optimistische Analystenkommentare für Hoffnungen auf eine mögliche Trendwende.

DAX

  • Volkswagen VZ: +16,80 Prozent
  • Deutsche Bank: +13,2 Prozent
  • ThyssenKrupp: +12,8 Prozent

MDAX

  • Leoni: +17,9 Prozent
  • Dürr: +17,1 Prozent
  • Klöckner: +15,9 Prozent

TecDAX

  • LPKF Laser: +13,8 Prozent
  • Aixtron: +12,2 Prozent
  • MorphoSys: +11,0 Prozent

US-Börsen mit kräftigem Wochenplus, US-Arbeitsmarkt überrascht
Gute Stimmung auch in den USA. Dem Dow Jones gelingt mit einem Wochenplus von 2,2 Prozent auf 17.006 Zähler wieder der Sprung über die 17.000er-Marke. Noch kräftiger legte der breiter gefasste S&P500 zu, der im Wochenverlauf 2,6 Prozent auf 1.999 Punkte steigen und damit auch ein charttechnisches Kaufsignal generieren kann. Am Technologiemarkt stieg der NASDAQ Composite um 2,7 Prozent auf 4.717 Punkte.

Am Freitag sorgten die aktuellsten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt für große Überraschung, die deutlich besser als erwartet ausfielen. Während die Arbeitslosenquote wie prognostiziert unverändert bei 4,9 Prozent lag, überraschte die Zahl von 242.000 neuen Arbeitsplätzen im Februar positiv. Im Schnitt hatten die Experten hier nur mit 190.000 neuen Stellen gerechnet. Direkt nach den Zahlen ging der Dow allerdings auf Tauchstation, da die robuste Verfassung der US-Konjunktur die Sorge der Anleger erhöht, das die US-Notenbank früher als erwartet zu einem gewissen Grad zur Normalität bei der Geldpolitik zurückkehren könnte.

DAX hat 10.000 Punkte wieder im Blick – Alle Augen auf Mario Draghi und der EZB – Wahre Flut an Unternehmensberichten
Die überraschend guten US-Jobdaten vom letzten Freitag lassen die Sorge der Anleger über eine drohende Rezession in den USA wieder etwas in den Hintergrund treten. Gleichzeitig steigt mit einer robusten US-Konjunktur aber wieder die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank früher als von vielen Anlegern erhofft zu einem Mindestmaß an Normalität bei der Geldpolitik zurückkehren könnte, d.h. dieses Jahr mehrere Zinserhöhungen folgen könnten.

Ganz anders gestaltet sich aktuell das Gesamtbild in der Eurozone. Denn am Donnerstag tagt die EZB und entscheidet über ihre weitere Geldpolitik. Und die dürfte vermutlich noch weiter gelockert werden. Nachdem der „Nullzins“ schon lange erreicht ist und massiv am Anleihemarkt aufgekauft wird, gehen die meisten Experten davon aus, dass die EZB den Einlagenzins, den Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, um weitere 0,2 Prozent auf minus 0,5 Prozent senken wird. Außerdem könnte die EZB die monatlichen Anleihekäufe, aktuell gibt sie dafür 60 Milliarden Euro pro Monat aus, noch weiter erhöhen. Enttäuscht die EZB hier den Markt, könnten Aktien erneut kräftig unter Druck geraten. Über die langfristige Sinnhaftigkeit der EZB-Maßnahmen zu diskutieren ist müßig, denn alle bisherigen Maßnahmen zeigen bisher kaum Wirkung. Einzig die Bilanz der EZB wird in immer unglaublichere Dimensionen aufgebläht.

Erfüllt die EZB allerdings die Markterwartungen, dann dürfte dem DAX in dieser Woche die Rückkehr über die 10.000 Punkte-Marke vermutlich gelingen. Zumal auch der Ölpreis offenbar einen Boden gefunden hat. Charttechnisch wäre dann durchaus Luft bis in den Bereich von 10.450 Punkten. Allerdings dürfte die erste Hälfte der Handelswoche eher ruhig verlaufen, da viele Anleger vor der EZB-Sitzung eher zurückhaltend agieren, um nicht auf dem falschen Bein erwischt zu werden. Dementsprechend dürfte auch der DAX-Start in die neue Woche eher im Bereich von 9.800 Zählern erfolgen.

Neben der Entscheidung der EZB rücken andere Konjunkturdaten in dieser Woche in den Hintergrund.

Dennoch große Aufmerksamkeit sollten die Anleger Anfang der Woche noch China widmen. Hier findet aktuell die jährliche Tagung des Volkskongresses statt, die auch über den neuen 5-Jahres-Plan abstimmen wird. Man darf gespannt sein, wie die chinesische Regierung auf die aktuelle Wirtschaftsschwäche im Reich der Mitte reagieren wird.

Wichtige Termine der kommenden Woche
Neben der EZB-Sitzung könnten u.a. folgende Konjunkturdaten in der kommenden Woche für Bewegung an den Märkten sorgen:

  • Daten zu US-Verbraucherkrediten (Montag),
  • Daten zur deutschen Industrieproduktion (Dienstag),
  • US-Reedbook (Dienstag),
  • US-Großhandelspreise (Mittwoch),
  • Deutsche Leistungsbilanzdaten (Donnerstag),
  • Daten zu deutschen Exporten und Importen (Donnerstag),
  • US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Donnerstag),
  • Deutscher Verbraucherpreisindex (Freitag),
  • US-Import- und Export-Preise (Freitag).

Neben den Konjunkturdaten erwartet die Anleger in der nächsten Woche eine wahre Flut an Unternehmensdaten, deshalb hier nur eine grobe Auswahl der wichtigsten Unternehmensberichte.

Am Dienstag berichten u.a. Merck KGaA, RWE, Symrise, Dialog Semiconductor, Qualcomm. Am Mittwoch folgen Adecco, die Deutsche Post, Drägerwerk, Dürr, der Energieversorger E.ON, am Donnerstag Fraport, ATOSS Software, Fuchs Petrolub, GEA, Hannover Rück, K+S AG, Linde AG, Volkswagen und am Freitag die MAN AG.

Die gute Nachricht zum Schluss
Bei der guten Nachricht zum Schluss mal wieder was in eigener Sache. Denn wie unseren Lesern inzwischen bekannt sein dürfte, pflegen wir aktuell aktiv vier Wikifolios. Und während der DAX zu Jahresbeginn kräftig abrutschte, kletterten unsere Wikifolios deutlich nach oben. Jetzt steigt der DAX wieder, und unsere Wikifolios verhalten sich nun proportional zum DAX und klettern kräftig weiter.

Alleine in den letzten zwei Monaten legte das Wikifolio „Swing- & Positionstrading KIII“ um über 36 Prozent zu, im letzten Monat um 8,6 Prozent. Das erst kürzlich gestartete Wikifolio „DAX-Positionstrading Long/Shot“ verzeichnet bis jetzt 10,9 Prozent Kurszuwachs und das Wikifolio „Trendfolgestrategie KE II“ klettert um 4,3 Prozent. Einzig das Wikifolio „Daily Fallen Angels“, mit 485 Tagen das Älteste, liegt noch im Minus. Das aber alleine im letzten Monat um 23 Prozent reduziert werden konnte. Und darauf kann man doch schon mal stolz sein, oder?

Und viel fehlt nicht mehr, dann sind die Wikifolios investierbar. Ich würde mich freuen, wenn mich der ein oder andere Leser dabei aktiv unterstützt.

In diesem Sinne: Allen eine erfolgreiche Handelswoche.

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