Tabula rasa bei Gerry Weber: Entlassungen, Filialschließungen und Neuausrichtung nach erwartetem Gewinneinbruch für 2015/2016 – Aktie verliert kräftig

26. Februar 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Unternehmensnachrichten

Der Modekonzern Gerry Weber versucht weiter den Neuanfang, nachdem das letzte Geschäftsjahr erneut enttäuschend ausfiel. Für das Ende Oktober zu Ende gehende Geschäftsjahr rechnet das Management mit einem Umsatzrückgang von bis zu 3 Prozent auf 890 bis 920 Mio. Euro (Vorjahr: 920,8 Mio. Euro). Beim EBIT wird mit einem Einbruch auf nur noch 10 bis 20 Mio Euro gerechnet, nachdem das EBIT im letzten Geschäftsjahr noch bei 79 Mio. Euro lag.

Wie das im SDAX notierte Unternehmen heute weiter mitteilt, sollen im Zuge einer Neuausrichtung über 100 Filialen in den nächsten zwei Jahren geschlossen werden. Damit verbunden sind Mitarbeiterentlassungen, die jeden 10. Mitarbeiter der insgesamt 7.000 Angestellten betreffen dürfte. Insgesamt drohen damit im In- und Ausland alleine bei den Filialen bis zu 460 Entlassungen. Auf die Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale in Halle dürften ebenfalls rund 200 Entlassungen zukommen, dazu noch 50 Stellen bei weiteren Auslandsgesellschaften. 

Damit setzt sich der Abwärtstrend bei Gerry Weber fort, nun soll es also eine Straffung der Konzernstruktur und den damit verbundenen Kosteneinsparungen richten. Dabei wäre es besonders wichtig, mehr auf der Einnahmeseite zu punkten.

Die Anleger zweifeln schon seit längerem die Strategie von Gerry Weber an, abzulesen am besten am Aktienkurs. Der hat seit seinem Hoch in 2014 bei knapp 40 Euro inzwischen um gut 70 Prozent verloren. Und offenbar sehen sie auch die jetzt beschlossenen Maßnahmen zur Neuausrichtung kritisch, denn zur Handelseröffnung brechen die Aktien um mehr als 6 Prozent auf aktuell 12,10 Euro ein und sind damit aktuell der größte Verlierer im SDAX. Vertrauen auf eine Verbesserung sieht anders aus…


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