ProSiebenSat1-Aufstieg und eigene Schwäche dürfte K+S den DAX-Platz kosten

26. Februar 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Unternehmensnachrichten

So langsam nimmt der DAX-Abstieg des Salz- und Düngemittelherstellers K+S konkretere Formen an. Denn der eigene Aktienkurs verharrt nach dem kräftigen Absturz der letzten Monate als Folge der abgesagten Übernahme durch den Konkurrenten Potash auf niedrigem Niveau, gleichzeitig präsentierte der Medienkonzern ProSiebenSat1 gestern hervorragende Geschäftszahlen, worauf dessen Aktie weiter kräftig zulegen kann, und in der Folge die Marktkapitalisierung steigt.

Und was den einen Freud, ist des anderen Leid. Denn bei Marktkapitalisierung nach Streubesitz, neben dem Börsenumsatz das ausschlaggebende Kriterium für den Arbeitskreiskreis Aktienindizes der Deutschen Börse AG, ist K+S hinter Rang 45 zurückgefallen. Gleichzeitig steigt ProSiebenSat1 aufgrund der Kurszuwächse bei der Marktkapitalisierung über Rang 35. Und in diesem Falle greift die sogenannte „Fast-Exit-Regel“ des Arbeitskreises Aktienindizes, d.h. bereits zum nächsten Anpassungstermin am 21. März  würde K+S aus dem DAX fallen und durch ProSiebenSat1 ersetzt.

Endgültig entscheiden wird der Arbeitskreis Aktienindizes in seiner nächsten Sitzung kommenden Donnerstag. Aber die meisten Marktbeobachter sind sich inzwischen sicher, dass es zur Ablösung kommt. Das wäre nicht gut für K+S, denn zusätzlich zur allgemeinen Schwäche des Wertes müssten indexorientierte Fonds und Anleger die Papiere aus ihren Depots werfen. Und dafür ProSiebenSat1-Papiere erwerben, um den Index wieder exakt nachzubilden.

Aktien von ProSiebenSat1 legten gestern bereits kräftig zu und schlossen 3,9 Prozent höher bei 46,81 Euro. Damit summieren sich die Gewinne auf 1-Jahressicht auf 11 Prozent, auf Sicht der letzten 5 Jahre auf 108 Prozent. Vorbörslich legen die Papiere weiter zu und werden aktuell bei 47,20 Euro taxiert.

Weniger erfreulich sieht das Gesamtbild bei den Papieren von K+S aus. Die konnten gestern im Zuge eines insgesamt sehr erfreulichen Gesamtmarktes zwar auch leicht um 0,5 Prozent auf 18,18 Euro zulegen. Auf 1-Jahressicht stehen hier aber Kursverluste von 36 Prozent, auf 5-Jahressicht sogar von 67 Prozent zu Buche. Damit ist K+S einer der am schlechtesten performenden Werte im DAX. Und ein Abstieg dürfte auch in Zukunft wenig förderlich für die Kursentwicklung sein.  Vorbörslich passiert heute ebenfalls wenig, K+S-Aktien werden aktuell in etwa auf Vortagesniveau bei 18,30 Euro taxiert. Wo ist sie, die neue Übernahmefantasie? Oder die innere Stärke, mit der der K+S-Vorstand damals die Potash-Offerte von 41 Euro als zu billig abgelehnt hat.


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