Kurzüberblick über die erneut schlechte Nachrichtenlage zum Handelsstart mit UBS, Coba, Deutsche Bank, DAX, Öl, Brent, BP, ExxonMobil, China….

3. Februar 2016 | Von | Kategorie: Kolumnen, Leitartikel

Gestern wurde wieder alle Hoffnung zerstört, dass sich der Aktienmarkt nachhaltiger erholen könnte und der DAX nach dem denkbar schlechten Jahresstart vielleicht doch wieder in Richtung 10.000er- Marke glettert.

Damit bestätigt sich die Annahme aus unserem Wochenausblick, das wir es weiterhin nur mit einer Bärenmarktrallye im nach wie vor intakten Aufwärtstrend zu tun haben.

Gestern ging es wieder mit einer Vehemenz abwärts, die allerdings von den wenigstens in dieser Intensität erwartet wurde. Weshalb sich jetzt viele Marktteilnehmer fragen, was diesmal die Gründe für die neuerlichen Kursverluste sind. Bemerkenswert an der gestrigen Talfahrt war die Art und Weise des Intraday-Kursverlaufs im DAX, der quasi keine tatsächliche Erholungstendenzen zeigt. Nahezu linear ging es vom Tageshoch bei rund 7.730 Zählern abwärts bis auf 9.581 Punkte, ein Tagesverlust von bereits 1,8 Prozent. Nachbörslich setzte sich die Talfahrt fort, der DAX verlor weiter bis auf 9.498 Punkte.

Die neue Sorge der Marktteilnehmer lässt sich wie immer eindrucksvoll am „Versicherungspapier“ der Marktteilnehmer, dem BUND-Future, ablesen. Wer Ende letzter Woche gedacht hatte, der BUND hat nach seinem neuen Allzeithoch bei 163,34 Prozent den Gipfel erreicht und dürfte jetzt erstmal ordentlich korrigieren, sieht sich zum Wochenstart stark getäuscht. Denn die neue Angst der Marktteilnehmer lässt diese wieder von Aktien in Anleihen umschichten, der BUND kletterte gestern auf sein neues Rekordhoch bei 163,76 Prozent. Kaum zu glauben, die Umlaufrendite liegt jetzt nur noch bei 0,2 Prozent.




Was sind nun die Gründe für den erneuten Kursrutsch in Richtung der bisherigen Zwischentiefs von Mitte Januar diesen Jahres und dem September/Oktober letzten Jahres? Hier eine ganz kurze Zusammenfassung der Nachdrichten, die die Anleger gestern am Aktienmarkt neuerlich zu Verkäufern gemacht haben dürfte.

  • Die Schweizer Großbank UBS hat gestern enttäuschende Quartalszahlen veröffentlicht. Die Vermögensverwaltung hat enttäuschend abgeschlossen und die Bank hat einen äußerst zurückhaltenden Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gegeben. Aktien von UBS brachen daraufhin um bis zu 7 Prozent ein und zogen den gesamten Bankensektor nach unten. Im DAX verloren Commerzbank rund 4,6 Prozent, die Deutsche Bank gab 3,8 Prozent nach.
  • Der Ölpreis ist nach seiner kurzen Erholung um rund 20 Prozent in der letzten Woche in den ersten zwei Handelstagen dieser Woche wieder kräftig abgerutscht. Nordseeöl der Sorte Brent gab gestern 4,6 Prozent auf 32,52 USD nach, in den letzten zwei Handelstagen summieren sich die Verluste bereits wieder auf knapp 10 Prozent!
  • Der kräftig gefallene Ölpreis wirkt sich nun auch auf die Bilanzen der großen Ölkonzerne aus. Der Branchenprimus ExxonMobil musste gestern für das letzte Quartal einen Gewinneinbruch von über 60 Prozent vermelden. Außerdem sollen die Aktienrückkäufe eingestellt werden.
  • Ebenfalls bescheiden läuft es beim anderen großen Ölkonzern BP.
  • Angesichts des fallenden Ölpreises stuft die Ratingagentur S & P die Bonität von mehr als 10 Ölkonzernen herab.
  • Eine große Belastung am gestrigen Tag waren Spekulationen, dass die großen Staatsfonds von Ölförderländern angesichts der kaum noch sprudelnden Einnahmenseite sich gezwungen sein könnten, sich von Teilen ihrer Aktienpositionen zu trennen, um die Staatshaushalte stabil zu halten.
  • Chinesische Wirtschaftsdaten zu Wochenbeginn deuten auf einen niedriger als erwartetes Wirtschaftswachstum hin.
  • Angst vor enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA am kommenden Freitag und damit verbunden Angst vor ein Abgleiten der USA in eine kleine Rezession.

Das ist nur eine kleine Übersicht über die Probleme, mit denen sich Anleger aktuell auseinandersetzen müssen, die auch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

All diese eher unschönen Nachrichten dürften auch zur Wochenmitte den Aktienmarkt weiter stark belasten. Die Vorgaben aus den USA sind schlecht, der Dow Jones gab gestern 1,8 Prozent auf 16.153 Punkte, der breiter gefasst 1,9 Prozent auf 1.903 Punkte nach.

Wenig Enspannung kommt kurz vor Handelsstart aus Asien. Der Nikkei gibt dort ebenfalls kräftig um über 3 Prozent bzw. über 500 Puntkte auf 17.191 Zähler. Und in Hongkong geben die Notierungen aktuell ebenfalls um rund drei Prozent nach.

So verwundert es kaum, dass die vorbörslichen Notierungen für den DAX nochmals unter den schon gestern tiefen Schlusskursen liegen. Aktuell sehen Lang & Schwarz den DAX im Bereich von 9.480 Punkten starten.

Und morgen steht der ADP-Arbeitsmarktbericht auf dem Programm, am Freitag dann die US-Jobdaten. Sollten diese enttäuschen, könnte die Sorge vor einer Rezession in den USA wieder an Gewicht gewinnen. Mit den entsprechenden Auswirkungen für die Märkte.

Also es dürfte weiter äußerst unruhig bleiben. Und schön die Unterseite im Blick behalten…


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