DAX-Wochenausblick: Marktteilnehmer setzen auf fortgesetzte Erholung – Gefahr einer Bärenmarktrallye besteht aber weiter – Blick auf ifo-Index und Unternehmensbilanzen

22. Februar 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Newsletter

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Wochenrückblick
Endlich ein Wochenrückblick, bei dem nicht über weiter deutliche Kursverluste zu berichten ist. Im Zuge eines leicht verbesserten Ölpreises konnten sich auch die wichtigsten Aktienmärkte in der zurückliegenden Woche stabilisieren. Für den deutschen Aktienmarkt bedeutet das einen DAX, der die Woche über der wichtigen 9.000er-Marke beenden kann.

Insgesamt konnte der DAX die Woche mit einem kräftigen Wochenplus von 4,7 Prozent bei 9.388 Zählern beenden und sich dabei auch die gesamte Woche über 9.000 Punkten halten. Das Wochentief lag bei 9.090 Zählern, das Hoch wurde am vergangenen Donnerstag bei 9.542 Zählern erreicht.

Trotz des starken Wochengewinns bleibt die Nervosität der Anleger hoch und der Abwärtstrend ist weiter intakt. Vielmehr dürfte ein Großteil der Zuwächse technisch geprägt sein, denn am fundamentalen Umfeld hat sich wenig geändert. Und auch die bestimmenden Themen bleiben mit dem Ölpreis, der Geldpolitik von FED, EZB & Co. sowie dem Zustand der chinesischen Volkswirtschaft die gleichen. Einzig die Sorge um eine mögliche Rezession in den USA hat sich zuletzt dazu gesellt.

Auch die zweite Reihe hat in der vergangenen Woche deutlich zugelegt. Der MDAX kletterte auf Wochensicht um 6,1 Prozent auf 19.009 Punkte, der TecDAX holte sogar 6,6 Prozent auf 1.612 Zähler auf.

Wochengewinner in DAX, MDAX und TecDAX
Anders als in der Vorwoche, als in den Einzelindizes die Gewinner mit der Lupe gesucht werden musste, überwiegen diesmal die Werte mit grünem Vorzeichen.

DAX

  • Adidas: +12,7 Prozent
  • Deutsche Lufthansa: +9,8 Prozent
  • Volkswagen Aktien: +7,2 Prozent

MDAX

  • Wacker Chemie: +13,7 Prozent
  • Ströer Media: +13,6 Prozent
  • OSRAM Licht: +10,8 Prozent

TecDAX

  • XING AG: +17,1 Prozent
  • Siltronic: +14,5 Prozent
  • Pfeiffer Vacuum: +13,7 Prozent

Adidas-Aktien legen weiter zu, nachdem in der Vorwoche bereits sehr gute Zahlen präsentiert wurden. Lufthansa-Papiere profitieren dabei besonders von der deutlichen Zunahme von Passagieren an deutschen Flughäfen im letzten Jahr. Dagegen erwischte es auf der Unterseite den zweitgrößten deutschen Energieversorger RWE besonders heftig, nachdem für das abgelaufene Jahr die Dividende gestrichen wurde. RWE-Aktien verzeichneten als einer der wenigen DAX-Werte im Minus ein kräftiges Wochenminus von fast 10 Prozent.

Im MDAX reagieren Aktien von Wacker Chemie mit einer kleinen Rallye auf die kräftigen Verlusten der Vorwochen.

Im TecDAX profitieren Pfeiffer Vacuum-Aktien von sehr guten Zahlen für 2015. XING-Papiere legen kräftig zu, nachdem sie in der vorangegangenen Woche im Umfeld des LinkedIn-Ausblicks kräftig eingebrochen waren.

US-Börsen legen ebenfalls zu
Auch in den USA stiegen die Kurse in der vorangegangenen Woche deutlich, wenngleich bei weitem nicht so kräftig wie hierzulande. Aber die US-Börsen haben in den letzten Woche aus wesentlich weniger stark nachgegeben, die Kursverluste hielten sich seit Jahresbeginn im Vergleich zum deutschen Markt in Grenzen. Der Dow Jones legte in der letzten Woche um 2,6 Prozent auf 16.392 Zähler zu. Der breiter gefasste S&P500 stieg um 2,9 Prozent auf 1.918 Punkte.

Abwärtstrend weiter intakt – Gefahr einer Bärenrallye – Unternehmensbilanzen und ifo-Index dürften DAX beeinflussen
Trotz der deutlichen Kurserholung in der abgelaufenen Woche ist der Abwärtstrend weiter intakt und viele Marktbeobachter warnen vor einer zu frühen Entwarnung. Denn grundsätzlich hat sich wenig geändert: Der Ölpreis verharrt auf niedrigem Niveau, die Angst vor einem Absturz der chinesischen Wirtschaft besteht nach wie vor und auch der Zustand der amerikanischen Wirtschaft wird kritisch beäugt. Zudem bleiben die Zinsen wohl noch lange rekordniedrig und die Notenbanken haben kaum noch Handlungsspielraum, um gelpolitisch auf eine Wirtschaftsabschwächung zu reagieren.

Deshalb sehen viele Marktteilnehmer im Kursaufschwung der letzten Woche nur eine Korrektur des nach wie vor intakten Abwärtsimpulses, kurzum also eine Bärenmarktrallye. Um tatsächlich wieder langfristig auf der Long-Seite aktiv zu werden, müsste der DAX den Bereich von 9.900 bis 10.000 Punkte nachhaltig überwinden, d.h. auch die obere Trendbegrenzung des Abwärtstrends deutlich hinter sich lassen. Solange dies nicht geschieht, dürfte auf der Unterseite der Widerstandsbereich von 8.330 Punkten nach wie vor ein Anlaufziel sein.

In die neue Woche dürfte der DAX aber nicht wesentlich unter seinem Freitagsschlusskurs starten. Viele Marktbeobachter sehen zumindest zum Wochenstart eine Fortsetzung der kleinen Kurserholung, aber wie eben beschrieben mit offenem Ausgang für die mittelfristige Kursbewegung. Der Bereich zwischen 9.380 und 9.420 Zählern scheint aktuell am Wahrscheinlichsten für erste Kurse am Montag.

Rückenwind könnte von konjunktureller Seite kommen, hier stehen zahlreiche wichtige Termine auf der Agenda. Ebenso wichtig könnten aber in der kommenden Woche Unternehmensdaten sein, denn in Deutschland nimmt die Bilanzsaison mit mehreren DAX-Schwergewichten so richtig Fahrt auf.

Wichtige Termine der kommenden Woche
Von konjunktureller Seite sollten Anleger ihr Augenmerkt vor allem auf folgende Termine richten:

  • Einkaufsmanagerindex Deutschland (Montag)
  • US-Chicago-FED-National-Acitivity-Index (Montag)
  • Deutsche BIP-Zahlen (Dienstag)
  • Ifo-Geschäftsklimaindex Deutschland (Dienstag)
  • US-Verbrauchervertrauen (Dienstag)
  • US-Immobilienverkäufe (Mittwoch)
  • GfK-Verbrauchervertrauen Deutschland (Donnerstag)
  • US-Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Donnerstag)
  • US-Ausgaben und persönliche Einkommen (Freitag)

Neben den Konjunkturdaten stehen in Deutschland jede Menge Unternehmensdaten auf dem Programm. Alleine aus dem DAX berichten im Wochenverlauf u.a. Fresenius (Mittwoch), Fresenius Medical Care (Mittwoch), Bayer (Mittwoch), Deutsche Telekom (Donnerstag), Henkel (Donnerstag) und BASF (Donnerstag).

In der zweiten Reihe berichten außerdem u.a. noch Xing (Montag), CTS Eventim (Montag), Aixtron (Dienstag), Aareal Bank (Mittwoch), ADVA Optical (Mittwoch), Dürr AG (Mittwoch), TAG Immobilien (Donnerstag), Gerry Weber (Freitag), Nordex (Freitag), Rhön-Klinikum (Freitag) und Salzgitter (Freitag).

Die gute Nachricht zum Schluss
Europas größter Autobauer Volkswagen hat seit Ende letzten Jahres kräftig unter der Absatzkrise zu leiden. In den USA kämpft man mit Absatzrückgängen und auch in China kaufen die Verbraucher weniger PKWs aus Wolfsburg. Und so rückt das große Ziel, der weltweit größte Autobauer zu werden, wieder etwas außer Sicht und Toyota bleibt die Nummer eins.

Vermutlich hat man sich deshalb jetzt in Wolfsburg gesagt, wenn es bei den Autos nicht klappt, dann geben wir eben woanders mehr Gas. Und so meldete der Volkswagen-Konzern in der vergangenen Woche, dass noch nie so viele Currywürste wie im letzten Jahr verkauft wurden. Mit 7,2 Millionen Stück übertrifft der Currywurst-Absatz inzwischen sogar den gesamten Autoabsatz im vergangenen Jahr. Und obendrauf wurde sogar der Absatz von Gewürzketchup auf 608.028 Kilogramm gesteigert.

Man darf gespannt sein ob es VW gelingen wird, rückläufige Gewinne bei den Autos irgendwann komplett durch Würste und Ketchup auszugleichen. Vorschläge für eine Umbenennung von Volkswagen in … werden bereits entgegengenommen 😉

In diesem Sinne: Allen eine erfolgreiche Handelswoche.

 

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