DAX-Wochenausblick: Hoffnung auf Ende des Abwärtstrends verstärkt sich – Ölpreis und Konjunkturdaten und US-Arbeitsmarkbericht geben Richtung vor – K+S, ProSiebenSat1, RWE, E.ON im Blick

29. Februar 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Newsletter

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Das Gesamtbild hat sich in der abgelaufenen Handelswoche wieder ein Stück mehr aufgehellt, der deutsche Aktienmarkt konnte nach den kräftigen Zugewinnen in der vorvergangenen Woche auch in der zurückliegenden Handelswoche Boden gut machen. Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete einen leichten Zugewinn von 1,3 Prozent auf 9.513 Punkte, nachdem er in der Woche davor bereits um 4,7 Prozent gestiegen war. Nur zur Wochenmitte sorgte der wieder nachgebende Ölpreis kurzzeitig für Sorgenfalten bei den Anlegern, der DAX rutschte am Mittwoch mit seinem Wochentief bei 9.137 Punkten gefährlich nah an die 9.000er-Marke. Nach robusten Konjunkturdaten, guten Zahlen aus deutschen Unternehmen sowie einem sich wieder stabilisierender Ölpreis gelang dem DAX in den letzten beiden Handelstagen aber wieder die Rückkehr in positives Terrain.

Gemischte Vorzeichen gab es in der zweiten Reihe. Der MDAX legte im Wochenverlauf um ein Prozent zu, der TecDAX dagegen gab leicht um 0,5 Prozent nach.

Wochengewinner in DAX, MDAX und TecDAX
In der abgelaufenen Woche erreichte die Berichtsaison in Deutschland ihren bisherigen Höhepunkt, allein sechs DAX-Werte legten Zahlen vor. Deren Qualität spiegelt sich auch in der Liste der Wochengewinner direkt wider. Denn auf Wochensicht am stärksten kletterten die Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius, die Anleger zeigten sich hier neben den guten Zahlen für 2015 besonders erfreut über die Prognose für die nächsten Jahre. Aktien der Deutschen Börse AG legten nach Fusionsspekulationen mit der LSE ebenfals deutlich zu.

Im MDAX kletterten HOCHTIEF nach einem Gewinnsprung in 2015, verbunden mit einer höheren Dividende, mit einem Wochenplus von fast 12 Prozent an die Indexspitze. Ebenfalls gut verlief das Jahr 2015 bei der Spezialbank Aareal, auch hier legten die Aktien in der vergangenen Woche überdurchschnittlich stark zu.

Der Technologieindex TecDAX wird angeführt von ADVA Optical, nachdem das Unternehmen für 2015 über ein weiter rasantes Wachstum berichten konnte.
DAX

  • Fresenius SE: +8,48 Prozent
  • Deutsche Börse: +5,26 Prozent
  • Merck: +4,8 Prozent

MDAX

  • HOCHTIEF: +11,98 Prozent
  • Aareal Bank: +9,73 Prozent
  • COVESTRO: +9,00 Prozent

TecDAX

  • ADVA OPTICAL: +8,28 Prozent
  • Draegerwerk: +5,95 Prozent
  • Dialog Semiconductor: +5,4 Prozent

US-Börsen erneut mit Wochenplus
Deutlich aufwärts ging es in der abgelaufenen Woche auch am US-Aktienmarkt. Robuste Daten vom Arbeitsmarkt (Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe) sowie ein höher als erwartet ausgefallenes BIP im 4. Quartal sorgten besonders zum Wochenschluss für kräftige Kurssteigerungen. Am Ende verzeichnete der Dow Jones ein Wochenplus von 1,5 Prozent auf 16.639 Punkte, der breiter gefasste S&500 legte um 1,6 Prozent auf 1.948 Zähler zu.

Hoffnung auf Ende des Abwärtstrends wächst – Ölpreis und Konjunkturdaten dominieren das Handelsgeschehen – US-Arbeitsmarktbericht am Freitag – Berichtssaison läuft aus
Die Hoffnung der Anleger auf ein Ende der seit Jahresbeginn laufenden kräftigen Kurskorrektur wächst, nachdem der DAX nun die zweite Handelswoche in Folge im Plus beenden konnte. Trotzdem weisen viele Markbeobachter darauf hin, dass es für eine Entwarnung viel zu früh ist, da die bekannten Abwärtsrisiken weiterhin bestehen. Der Ölpreis ist niedrig und anfällig für weitere Abwärtsbewegungen, die Wirtschaft Chinas schwächelt und in den USA besteht weiter Rezessionsgefahr. Weshalb die letzten Kursanstiege trügerisch sein und sich durchaus als Bullenfalle erweisen könnten. Selbst wenn sich der Aktienmarkt nicht wieder in Richtung bisherige Jahrestiefs aufmacht, dürften die Kursschwankungen weiter heftig und Anleger entsprechend vorsichtig bleiben.

Die neue Handelswoche steht ganz klar unter dem Einfluss zahlreicher wichtiger Konjunkturdaten, die ganz wesentlich die zukünftige Richtung an den Börsen mitbestimmen dürften. An erster Stelle müssen hier die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden US-Arbeitsmarktdaten genannt werden, die ein wichtiger Indikator für den aktuellen Zustand der US-Wirtschaft sind. Die Experten erhoffen sich auch Hinweise über die zukünftige Geldpolitik der FED.

Auch der Ölpreis dürfte weiter große Beachtung finden, wenngleich er zuletzt etwas hinter Konjunktur- und Unternehmensdaten in den Hintergrund gerückt ist.

Zudem kommen von Unternehmensseite auch in der kommenden Woche wieder zahlreiche wichtige Daten in Form von Quartalsbilanzen oder Jahresberichten. Außerdem dürften die Anleger gespannt auf RWE und E.ON blicken, wenn hier die Atomkommission der Bundesregierung über die Verteilung der Kosten für den Atomausstieg berät.

Am Donnerstag trifft sich der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse AG und berät über die zukünftige Zusammensetzung in DAX, TecDAX, MDAX und SDAX. Besonders spannend wird, ob der Salz- und Düngemittelhersteller K+S seinen Platz tatsächlich für den Aufsteiger ProSiebenSat1 räumen muss.

Am Montag dürfte der Start in die neue Woche in etwas auf dem Schlussniveau vom letzten Freitag in der Range von 9.470 bis 9.510 Zählern erfolgen. Bei Lang & Schwarz wird der DAX aktuell mit 9.475 Zählern taxiert.

Wichtige Termine der kommenden Woche
Eine ganze Latte an wichtigen Konjunkturdaten steht in der kommenden Woche diesseits und jenseits des Atlantik auf der Agenda. In der Folge eine kurze Zusammenfassung der Daten, die den Handel möglicherweise am Stärksten beeinflussen dürften:

  • Deutsche Einzelhandelsumsätze (Montag)
  • Deutsche Importpreise (Montag)
  • Chicago-Einkaufsmanagerindex (Montag)
  • Arbeitsmarktbericht Deutschland (Dienstag)
  • ISM für das verarbeitende Gewerbe der USA  (Dienstag)
  • ADP-Arbeitsmarktbericht der USA (Mittwoch)
  • FED Beige-Book (Mittwoch)
  • Deutscher Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (Donnerstag)
  • US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Donnerstag)
  • US-Handelsbilanz (Freitag)
  • US-Arbeitsmarktbericht (Freitag)

Neben den Daten von konjunktureller Seite berichten auch in der neuen Woche wieder zahlreiche Unternehmen über ihre Geschäfte im zurückliegenden Quartal bzw. Jahr, so u.a. Vonovia (Donnerstag), adidas (Donnerstag), Continental (Donnerstag), Axel Springer (Donnerstag), Evonik (Donnerstag), Fabasoft (Montag), ISRA VISION (Montag), Klöckner (Dienstag), Zalando (Dienstag), MorphoSys (Mittwoch) und Jungheinrich (Donnerstag).

Die gute Nachricht zum Schluss
Das Orakel von Omaha hat es wieder getan: In seinem 50. Jahr als Chef seiner Investmentholding Berkshire Hathaway hat Warren Buffett wieder einen Rekordgewinn präsentieren können. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Überschuss kräftig auf 24,1 Milliarden Dollar. Besonders profitierte Berkshire dabei von der Fusion zwischen Kraft und Heinz, bei dem Buffett einer der Drahtzieher war und die dem Unternehmen einen dicken Erlös bescherte.

Das gute Jahr dürfte die Anleger von Berskshire auch etwas über die schwächere 2015er Performance der Aktie hinwegtrösten, die Anfang 2015 (A-Aktie) noch 223.000 USD kostete, am Jahresende mit 197.800 USD knapp 11 Prozent weniger. Aber Berkshire Hathaway – Aktionäre sehen das ja eh alle langfristig und haben die Aktien ja auch, um jährlich zum Orakel zu pilgern.

In diesem Sinne: Allen eine erfolgreiche Handelswoche.

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Ein Kommentar auf "DAX-Wochenausblick: Hoffnung auf Ende des Abwärtstrends verstärkt sich – Ölpreis und Konjunkturdaten und US-Arbeitsmarkbericht geben Richtung vor – K+S, ProSiebenSat1, RWE, E.ON im Blick"

  1. Aus der Sicht der technischen Analyse dürfte der Kurs 9800 durchaus erreicht werden können. Sofern 9300 wieder erreicht werden, können die Bären wieder das Zepter in die Hand nehmen. Hier wären sogar Werte an der 9000er Marke möglich. Spannende Woche. Meine Augen liegen derzeit auf EUR/RUB

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