Die Deutsche Wohnen AG will sich partout nicht fressen lassen – und Vonovia gibt einfach nicht auf…

29. Januar 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Unternehmensnachrichten

Das Tauziehen zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei am deutschen Markt für Wohnimmobilien geht munter weiter. Im Oktober letzten Jahres hatte Vonovia angekündigt, für rund 14 Milliarden Euro den Konkurrenten Deutsche Wohnen AG übernahmen zu wollen, um dadurch die Bildung eines ernstzunehmenden Rivialen am Markt zu verhindern (zum nachlesen bei SPON). Und obwohl die Nummer eins mit der Nummer zwei zusammengehen will, hat das Kartellamt zugestimmt.

Doch das scheint aktuell der einzige Konsenz zu sein, der zu finden ist. Denn dem Vorstand der Deutsche Wohnen AG gefällt die Übernahme gar nicht, wohl auch nicht der Mehrzahl der Aktionäre der Deutsche Wohnen. Denn so muss man es wohl verstehen, dass sich letzten Dienstag Vonovia veranlasst fühlte, sowohl die Annahmefrist für das Übernahmeangebot zu verlängern sowie die Mindestannahmeschwelle zu senken. Offenbar ist es bis zum Auslaufen der offiziellen Annahmefrist letzten Dienstag nicht gelungen, die notwendige Anzahl an Aktien zusammmen zu bekommen. Jetzt wurde die Quote auf 50 Prozent plus eine Aktie gesenkt, die bis zum 9. Februar von den Deutsche Wohnen – Aktionären angedient werden müssen (nochmal zum nachlesen hier).

Aber das ist nicht das einzige Problem für Vonovia. Denn der Vorstand der Deutsche Wohnen stellt sich auch komplett quer und will sich partout nicht übernehmen lassen. Bereits vorgestern, nachdem Vonovial die Frist verlängert hatte, bekräftige der Deutsche Wohnen-Vorstand per Ad-Hoc-Nachricht  nochmals seine ablehnende Haltung zum feindlichen Übernahmeangebot und empfiehlt den Aktionären, das “wertzerstörende Angebot” nicht anzunehmen und  sieht in der Senkung der Annahmeschwelle nur ein Versuch, “das sofortige Scheitern des Angebotes zu verhindern” (zum nachlesen hier).

Heute nun legt der Vorstand der Deutsche Wohnen AG nochmals nach und teilt – ebenfalls per Ad-Hoc-Mitteilung – mit, dass er sich das Recht vorbehält, die beiden laufenden Wandelschuldverschreibungen des Unternehmens nicht durch Aktien sondern durch Barausgleich zu begleichen. Damit wäre es Vonovia dann nicht mehr möglich, die Gläubiger der Wandelanleihe als mögliche zukünftige Aktionäre zu gewinnen.

Den Kursen beider Aktien macht das Gezerre aktuell nicht viel aus. Vonovia-Aktien legen heute um 2,1 Prozent auf 27,41 Euro zu und liegen damit fast exakt (27,46 Euro) auf dem Niveau, als die Übernahmeofferte publik gemacht wurde.

Die Aktien der Deutsche Wohnen AG gewinnen heute 2,2 Prozent auf 24,24 Euro und notieren damit marginal (rund zwei Prozent) tiefer als am Tag des Übernahmeangebotes.


Werbung

Der Beitrag spiegelt nur die persönliche Meinung des Autors wider und ist nicht als Anlageempfehlung zu betrachten! Für alles weitere bitte unseren Disclaimer beachten!

Mehr aus dieser Kategorie

Mehr in Leitartikel

Mehr in Unternehmensnachrichten

Ein Kommentar auf "Die Deutsche Wohnen AG will sich partout nicht fressen lassen – und Vonovia gibt einfach nicht auf…"

  1. […] kapitalmarktexperten.de: Die Deutsche Wohnen AG will sich partout nicht fressen lassen – und Vonovia gibt einfach nicht auf… […]

Schreibe einen Kommentar