Dialog Semiconductor: Übernahme abgeblasen – Kräftiger Kurssprung zu Handelsbeginn – Dicke Aufwandsentschädigung

15. Januar 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Unternehmensnachrichten

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Die milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Atmel durch den Chipproduzenten Dialog Semiconductor scheint nun endgültig vom Tisch zu sein.

Zur Erinnerung: Im September letzten Jahres hatte Dialog angekündigt, für die Wahninnsssumme von 4,6 Milliarden USD den US-Konkurrenten Amtel übernehmen zu wollen, wo Dialog selbst zu diesem Zeitpunkt gerade mal zu ca. 3 Milliarden USD bewertet wurde. Dialog wollte sich mit diesem Schritt unabhängiger vom Großkunden Apple machen. Die Anleger dagegen befürchteten, Dialog übernimmt sich mit der Übernahme, der Aktienkurse rauschte nach der Ankündigung kräftig ab (Details dazu nochmals HIER). Als dann Ende letzten Jahres erste Zweifel an der geplanten Übernahme aufkamen, zeigten die Anleger ebenfalls eindeutig, wie sie die gesunkene Übernahmewahrscheinlichkeit bewerten, der Aktienkurs von Dialog Semiconductor legte damals kräftig zu und kletterte sogar wieder bis an die 40 Euro (Details HIER).

Inzwischen hat sich der Aktienkurs von Dialog Semiconductor wieder kräftig verbilligt. Zum einen sorgen sich die Anleger um die zukünftige Geschäftsentwicklung, da offenbar der Absatz von iPhones beim Großkunden Apple schwächelt. Zum anderen drückt auch der schwache Gesamtmarkt deutlich auf die Kurse von Dialog. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs um mehr als 10 Prozent verbilligt, gestern beendeten die Aktien mit einem kleinen Minus von 0,2 Prozent den Handel bei glatt 27 Euro.

Gestern nun die Meldung, dass sich das Management von Atmel gegen die Übernahmeofferte von Dialog Semicondutor und für den Konkurrenten Microchip Technology entschieden hat. Zum einen muss Dialog jetzt nicht Milliarden von US-Dollar für eine Übernahme in die Hand nehmen, die zahlreiche Marktbeobachter als zu teuer eingestuft haben. Zum anderen erhält Dialog jetzt von Atmel eine Aufhebungsentschädigung in der nicht unerhöblichen Höhe von rund 137 Millionen USD.

Nun gilt es bei Dialog verstärkt am Kernproblem des Unternehmens zu arbeiten und die hohe Abhängigkeit von Apple als Großkunden deutlich zu reduzieren. An der Kapitalausstattung des Unternehmens zumindest sollte es aktuell nicht liegen. Gelingt dies, dann könnten Dialog-Aktien auf dem aktuellen Niveau auch bald wieder zu den Anlegerfavouriten gehören.

Die Anleger zeigen sich offenbar ebenfalls erfreut über den abgesagten Milliardendeal. Vorbörslich klettern Dialog-Aktien bereits auf über 29 Euro und starten damit bereits zur Börseneröffnung mit einem Kursplus von gut 7 Prozent.


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