DAX-Wochenausblick KW03/2015: Talfahrt an den Aktienmärkten geht weiter – Neben Chinasorgen belasten jetzt auch US-Konjunkturdaten – Ölpreis bricht weiter ein

18. Januar 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Newsletter

Hinweis: Sie möchten unseren Wochenausblick bereits am Sonntag vorab per Email erhalten? Dann nutzen Sie das Anmeldeformular am Ende des Beitrags und melden Sie sich direkt zu unserem kostenlosen Newsletter an!

 

Die Talfahrt an den Börsen setzt sich auch in der zweiten Handelswoche des neuen Jahres ungebremst fort. Nachdem der DAX bereits in der ersten Handelswoche mit Kursverlusten von mehr als acht Prozent so schwach wie noch nie zuvor in seiner Geschichte gestartet ist, waren alle Hoffnungen auf eine Gegenbewegung umsonst.

Im Gegenteil: Nach einem kleinen Erholungsversuch zur Wochenmitte, der DAX kletterte immerhin bis auf 10.160 Zähler, beschleunigte sich der Abschwung und im Tief notierte der DAX am Freitag nur noch bei 9.464 Zählern. Zum Wochenschluss bei 9.545 Zählern summierte sich der Wochenverlust auf 3,1 Prozent.

Auch die zweite Börsenreihe verbucht weiter kräftig Verluste. Nach sieben Prozent Kursverlust verbuchte der MDAX in der zurückliegenden Handelswoche einen Rückgang von 2,7 Prozent auf 18.789 Punkte. Der TecDAX verlor nach 6,25 Prozent in der ersten Woche in der zweiten Woche neuerlich stark um 6,4 Prozent.

Wochengewinner
Letzten Montag startete die Bilanzberichtssaison traditionell mit den Quartalszahlen von Alcoa. Im Wochenverlauf haben u.a. auch Großbanken wie JPMorgan, Wells Fargo oder die Citigroup sowie Börsenschwergewichte wie Intel oder Blackrock über das abgelaufene Quartal berichtet. In Deutschland veröffentlichten u.a. SAP, Continental, Metro oder Südzucker erste (zum Teil vorläufige) Zahlen. Allerdings gingen diese neben den Themen China-Krise, US-Konjunktur und Ölpreisverfall nahezu unter.

Trotz der allgemein sehr schlechten Gesamtmarktstimmung gab es Unternehmen in DAX, MDAX und TecDAX, die die Handelswoche mit einem positiven Vorzeichen beenden konnten. Die stärksten Kursentwicklungen in ihren jeweiligen Indizes zeigten im Wochenverlauf:

DAX

  • E.ON: +1,7 Prozent
  • RWE: +1,7 Prozent
  • Deutsche Börse: +0,9 Prozent

MDAX

  • Hugo Boss: +3,9 Prozent
  • COVESTRO: +3,8 Prozent
  • Hella: +3,7 Prozent

TecDAX

  • Software AG: +2,7 Prozent
  • CompuGroup: +1,6 Prozent
  • Carl Zeiss Meditec: +0,7 Prozent

US-Konjunkturdaten enttäuschen – rutscht jetzt auch die US-Wirtschaft ab?
Ebenfalls weiter kräftig abwärts ging es an den US-Börsen. Inzwischen geht die Sorge um, dass nicht nur die chinesische Wirtschaftskraft schwächelt, sondern auch die US-Konkunktur ins Stocken gerät. Darauf deuteten die am letzten Freitag veröffentlichten US-Konjunkturdaten jedenfalls ein. So fiel die US-Kapazitätsauslastung für den letzten Dezember deutlich auf 76,5 Prozent, die US-Industrieproduktion sank um 0,4 Prozent. Und bereits am Donnerstag stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlicher als erwartet auf 284.000 an.

Die Signale einer möglichen Abschwächung kommen zur denkbar schlechtesten Zeit, da sich die US-Konjunkturgerade erst wieder leicht Fahrt aufzunehmen schien und die FED ihre Zinsen als Reaktion nach 10 Jahren erstmalig wieder leicht angehoben hat.

Der Dow Jones Index verlor in der abgelaufenen Handelswoche rund 2,5 Prozent auf 15.988 Punkte. Der breiter gefasste S&P500 gab im Wochenverlauf 2,8 Prozent auf 1.880 Zähler nach.

Ölpreis bricht weiter ein
Angesichts der Aussicht auf eine starke Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums (noch vermeiden alle das Wort Rezession) und den damit verbundenen Folgen für die Weltwirtschaft geht der Preisverfall beim Ölpreis weiter. Eine sinkende Nachfrage aus dem Reich der Mitte sowie Überkapazitäten der OPEC Länder, Russland und Amerika sorgen für ein ungünstiges Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Der Preis für Öl der Sorte Brent sackte alleine am letzten Freitag um über 6 Prozent auf nur noch 29,11 US-Dollar ab, für ein Barrel der Sorte WTI mussten nur noch 30,66 US-Dollar gezahlt werden.

Auf diesen tiefen Niveaus dürfte sich für viele Fracking-Unternehmen in den USA die Produktion überhaupt nicht mehr rechnen, so dass vermehrt Unternehmen die Produktion einstellen dürften. Ringt sich zudem die OPEC irgendwann zu einer Reduktion der Fördermenge durch, könnte das insgesamt gesunkene Angebot zu einem kräftigen Rebound beim Ölpreis führen. Solange aber das Szenario von sinkender Nachfrage und Überkapazitäten in der aktuellen Form bestehen bleibt, sehen viele Experten den Preis noch bis auf 20 USD nach unten durchrutschen.

Unsicherheit bleibt auch in der neuen Woche bestehen – EZB tagt am Donnerstag
Die neue Handelswoche steht erneut unter dem Einfluss möglicher Risiken aus Fernost. Knicken die chinesischen Börsen weiter ein, dürften sich auch die Kursverluste am deutschen Aktienmarkt fortsetzen. Inzwischen ist die Anzahl der Pessimisten aber bereits derart groß, dass dies fast schon als Indikator für eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau hinweisen könnte. Denn mit den kräftigen Kursverlusten in den letzten beiden Wochen sind die Bewertungsniveaus deutscher Aktien bereits wieder auf interessante Levels gesunken. Zumal wirkliche Alternativen angesichts des sich noch lange bestehenden Nidrigzinsniveaus weiter fehlen.

Neben der Entwicklung in China dürfte in der kommenden Handelswoche der Europäischen Zentralbank eine gewichtige Rolle zukommen. Die tagt am Donnerstag und die Anleger erhoffen sich von Mario Draghi angesichts einer drohenden Inflation im Euroraum und der Einbrüche am Aktienmarkt weitere kräftige Geldspritzen. Das könnte den Märkten unter Umständen neuen Schwung verleihen.

Am Montag dürfte der DAX nochmals unterhalb des Schlussstandes vom letzten Freitag in den Handel starten, darauf deuten die nachbörslichen Bewegungen und Indikationen hin. Ein Start im Bereich von 9.500 Punkten erscheint als wahrscheinlich.

Wegen eines Feiertages bleiben am Montag die US-Börsen geschlossen, weshalb von hier keine Impulse zum Wochenstart zu erwarten sind.

Bilanzberichtssaison geht weiter – ab ohne wirkliche Relevanz
In der neuen Handelswoche nimmt die Bilanzberichtsaison in den USA so richtig Fahrt auf. Unter anderem werden US-Schwergewichte wie Verizon, General Electric, Bank of America, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Delta Air Lines, Starbucks, IBM, Netflix und American Express über das abgelaufene Quartal berichten.

In Deutschland läuft die Berichterstattung noch auf Sparflamme, u.a. gestatten der Online-Händler Zalando, Wincor-Nixdorf sowie SAP (mit endgültigen Zahlen) den Anlegern Einblicke in die Bilanzen.

Wichtige Wirtschaftsdaten der kommenden Woche
Von konjunktureller Seite stehen in der neuen Woche ebenfalls einige wichtige Termine auf dem Programm. Besonders lohnen dürfte sich dabei ein Blick auf:

  • die ZEW-Konjunkturerwartung (Dienstag)
  • US-Wohnbaugenehmigungen und -Wohnbaubeginne (Mittwoch)
  • US-Frühindikatoren (Donnerstag)
  • US-Phili-FED-Index (Donnerstag)
  • Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe für Deutschland (Freitag)
  • Dienstleistungsindex für Deutschland (Freitag)

Die gute Nachricht zum Schluss
Im Umfeld von China-Sorgen, Ölpreis-Verfall, Börsencrash und einem Abschwung der Weltkonjunktur kommt zum Schluss doch noch eine gute Nachricht. Denn während der DAX allein seit Jahresbeginn um
mehr als 13 Prozent verloren hat, konnte unser exakt am 04. Januar 2015 neu erstelltes Wikifolio „Swing- und Positionstrading KEIII“ um satte 23 Prozent zulegen. Und es kommt noch besser: Denn nach der Testphase ist das Wikifolio jetzt auch im Status „Publiziert“ und interessierte Anleger können es durch entsprechende Vormerkungen in den Status „Investierbar“ versetzen. Und wir hoffen, dass sich bisherige Performance in etwa so fortsetzt.

In diesem Sinne: Allen eine erfolgreiche Handelswoche.

 

Mit unserem wöchentlichen Newsletter wirst Du einfach und bequem per Email über aktuelle Themen und interessante Anlagetrends informiert. Natürlich kostenlos!


Der Beitrag spiegelt nur die persönliche Meinung des Autors wider und ist nicht als Anlageempfehlung zu betrachten! Für alles weitere bitte unseren Disclaimer beachten!

Mehr aus dieser Kategorie

Mehr in Leitartikel

Mehr in Newsletter

Schreibe einen Kommentar