Apple nach den Quartalszahlen: Die neue Realität hält Einzug, der Kurs bleibt abwärts gerichtet

27. Januar 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Unternehmensnachrichten

Mit Spannung wartete gestern die halbe (Börsen)Welt auf die Quartalszahlen des Technologiegiganten Apple. Und zeigte sich im Anschluss an Präsentation ernüchtert vom vorgelegten Zahlenwerk. Denn nach Jahren stetig hoher Wachstumsraten flacht das Wachstum erheblich ab bzw. kommt ganz zum Erliegen. Damit bestätigt sich die Befürchtung vieler Marktbeobachter, die seit Jahren die fehlende Innovationskraft beim Technologieriesen hinsichtlich neuer Produkte und Verkaufsschlager bemängeln. Seit dem Tod von Steve Jobs bestehen Produktneuheiten aus dem Hause Apple gefühlt fast nur in einer neuen Zahl hinter der Bezeichnung eines verbesserten iPhones.

Und diese fehlende Innovationskraft drückt sich immer deutlicher auch in den Zahlen der bisherigen Cash-Maschine Apple aus, den gute Smartphones bauen können inzwischen auch andere richtig gut. Und vor allem deutlich billiger.

Und so kam es, wie es kommen musste: Der Quartalsumsatz im letzten Quartal des Jahre 2015, mit Weihnachten eigentlich das mit Abstand wichtigste und stärkste Quartal, stieg gerade mal um 1,7 Prozent auf 75,8 Milliarden USD. Und auch der Gewinn legte mit 2,2 Prozent auf 18,4 Milliarden USD ebenfalls nur mager zu. Bei beiden Werten hatten die meisten Beobachter mit deutlich kräftigeren Zuwachsraten gerechnet.

Der für Apple so wichtige Absatz mit dem Hauptprodukt iPhone legte im 4. Quartal gerade mal um 0,4 Prozent zu. Und wie zuletzt bereits gemeldet, hat Apple aufgrund der Absatzschwäche in vielen Kernmärkten für das erste Quartal 2016 sogar die Produktion für iPhones um 30 Prozent gedrosselt. Dem Rechnung trägt die Prognose für den iPhone-Absatz, der im ersten Quartal bie 50 bis 52 Millionen Einheiten liegen soll und damit deutlich unter den 61 Millionen aus der vergleichbaren Vorjahresperiode.

Noch unerfreulicher die Umsatzprognose für das erste Quartal 2016, die mit einer Spanne von 50 bis 53 Millionen einen Rückgang gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal bedeutet.

Umsatzrückgänge bei Apple: Daran müssen sich die erfolgsverwöhnten Anleger erst einmal gewöhnen.

Und präsentiert Apple in absehbarer Zeit nicht bald wieder einen Verkaufsschlager ähnlich dem iPhone oder dem Ipad, dann dürfte sich mittelfristig auch keine wirkliche Besserung der Lage einstellen. Zumal mit der wirtschaftlichen Eintrübung in China ein wichtiger Absatzmarkt schwächelt und generell am Smartphone-Markt deutliche Sättigungstendenzen erkennbar sind.

Obwohl absolut betrachtet die erzielten Umsätze und Gewinne gewaltig sind und Apple auf einem gigantischen Cash-Berg sitzt, handeln die Anleger die Zukunft von Apple. Und wie schnell sich verschlafene Trends in große Probleme verwandeln können, hat ein Jahrzehnt zuvor Nokia gezeigt.

Und so verwundert es kaum, dass nach den gestern vorgelegten Zahlen Apple-Aktien, die schon seit Wochen deutlich an Wert verloren haben, nachbörslich unter Druck gerieten. An der Börse in Frankfurt werden Apple-Aktien aktuell mit einem Abschlag von rund 4,6 Prozent tiefer bei 88 Euro gehandelt. In den US-Handel dürften die Aktien heute mit einem Abschlag von rund fünf Prozent bei Kursen um die 92 USD in den Handel starten. Und damit bleibt auch der mittelfristige Abwärtstrend intakt, an dessen oberer Trendlinie der Kurs heute nach den Zahlen wieder abgeprallt ist und seine Bewegung in Richtung unterer Trendbegrenzung wieder aufnimmt.


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