K+S: Potash sagt No zu höherem Preis, unterbreitet aber Kooperationsvereinbarung – Wie es jetzt weitergehen könnte

7. August 2015 | Von | Kategorie: Leitartikel, Unternehmensnachrichten

Weiter Geduld brauchen K+S-Aktionäre im Poker um eine Übernahme durch den kanadischen Konkurrenten Potash. Potash hatte am 25. Juni verkündet, den im DAX gelisteten Salz- und Düngemittelhersteller für einen Preis von 41,00 Euro pro Aktie übernehmen zu wollen. Die K+S-Papiere, die vor der Ankündigung um die 28 Euro dahindümpelten, sprangen daraufhin bis an die 40 Euro-Marke.

Aber seitdem ist nicht mehr allzuviel passiert. Das K+S-Management lehnt die Übernahme ab, der Preis sei viel zu niedrig. Die deutsche Politik sieht die Übernahme ebenfalls sehr kritisch und einen deutschen Großkonzern – und damit viele Arbeitsplätze am Standort Deutschland – gefährdet. Zwar versucht hier die Potash-Führung zu beschwichtigen und lockt mit Standort- und Arbeitsplatzgarantien, aber das hat bisher nicht wirklich gefruchtet.

Die Aktionäre, die zwischen Mitte 2013 und der Übernahmeankündigung eingestiegen sind, haben auf dem Papier ordentliche Kursgewinne und sind wahrscheinlich ordentlich hin- und hergerissen zwischen der Entscheidung, jetzt zu verkaufen oder einen möglicherweise höheren Preis abzwarten. Der allerdings nun schon sehr lange auf sich warten lässt. Denn die Potash-Führung macht keine Anstalten, über die bisher gebotenen 41 Euro hinauszugehen. Vielmehr versucht man, K+S-Führung, Aktionäre und die Politik durch Garantien jeglicher Art zu locken.

Trotzdem scheint Potash die Übernahme unbedingt zu wollen. Heute haben die Kanadier deshalb ein unaufgefordertes Schreiben an die K+S-Führung geschickt und einen Vorschlag für eine Kooperationsvereinbarung (Business Combination Agreement) geschickt. Und bleibt konsequent beim Preis von 41,00 Euro. Die K+S-Führung ihrerseits lehnt das Angebot ebenso konsequent weiter ab.

Inzwischen gewinnt man zunehmend den Eindruck, dass Potash nicht über den angebotenen Preis hinausgehen will (oder kann…). Weshalb der Kurs der K+S-Aktien weiter in einer engen Range zwischen 36 und 38 Euro pendelt, so wie seit der Übernahmeofferte. Dies wird sich tatsächlich erst dann nachhaltig ändern,wenn:

  • Potash doch noch (?? großes Fragezeichen) einmal den Preis erhöht

oder aber

  • die Offerte im Sand verläuft und die Anleger realisieren, dass der aktuelle Preis zu einem hohen Maß aus der Übernahmefantasie resultiert (die nicht gekommen ist).

Dann kommt 100prozentig wieder richtig Schwung in die Papiere und man kann nur hoffen, auf der richtigen Seite bzw. ordentlich abgesichert zu sein.

 


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