Bei einem Trendkanal handelt es sich um eine Technik der der Chartanalyse, die die Vorhersage zukünftiger Kurse ermöglichen soll. Ziel ist die Bestimmung optimaler Ein- und Ausstiegspunkte zur Eröffnung von Long- und Shortpositionen aufgrund ermittelter Umkehrpunkte.

Von einem Trendkanal spricht man, wenn in einem Chart durch die Verbindung mehrerer Hoch- und Tiefkurse zwei parallele Linien auf Basis mehrere Hoch- und Tiefpunkte eingezeichnet werden können. Man erhält dadurch einen Kanal, innerhalb dem dann der weitere Kursverlauf optimalerweise stattfindet. D.h., trifft der Kurs am oberen Trendkanal an, wirkt dieser wie ein Widerstand (obere Trendlinie = Widerstandslinie), an dem der Kurs optimalerweise abprallt, der Anleger auf einen Shorteinstieg spekuliert. Auf der anderen Seite spekuliert der Anleger auf einen Longeinstieg, wenn der Kursverlauf auf die untere Trendbegrenzung des Trendkanals trifft, da diese dann als Unterstützungslinie (untere Trendlinie) wirkt.

Hält der Trendkanal nicht, d.h. der Kurs prallt nicht ab und wechselt die Richtung sondern bricht aus dem Trendkanal nach oben oder unten aus, hat dies häufig eine heftige Kursreaktion zur Folge. Hier sollten Anleger mit engen Stopp-Loss-Limiten arbeiten, um für diese Fälle die Verluste zu reduzieren.

Eine weitere Handelsstrategie kann sein, genau diese Ausbrüche zu nutzen und auf eine Rückkehr der Kurse in den Trendkanal zu spekulieren.

Arten von Trendkanälen

Man kann drei verschiedene Arten von Trendkanälen unterscheiden, den Abwärtstrendkanal, den Aufwärtstrendkanal und den Seitwärtstrendkanal.

Praktisches Beispiel

Aber nichts verdeutlicht das oben beschriebene mehr als ein schönes Beispiel. Und dieses wurde ja eingangs bereits erwähnt, deswegen gibt es diesen Artikel hier heute überhaupt.

Als Beispiel haben wir nachfolgend den heutigen (20.07.2012) DAX-Verlauf im Tageschart mit 5-Minuten-Kerzen. Nachdem sich der DAX von der Handelseröffnung bis ca. 10.30 Uhr fast ausschließlich seitwärts bewegt hat, setzten ab da aufgrund der starken Kursgewinne der letzten Tage Gewinnmitnahmen ein, die sich dann im weiteren Handelsverlauf kontinuierlich fortsetzten und damit einen nahezu lehrbuchhaften Abwärtstrendkanal ausbildeten. Der Abwärtstrendkanal beginnt mit einer großen roten Kerze bei 6.770 Punkten und verläuft dann fast linear bis an die 6.620 Punkte heran, d.h. der Kanal verläuft stabil über nahezu 150 Punkte, wohlgemerkt intraday

Praxisbeispiel Abwärtstrendkanal - DAX am 20.07.2012

An der oberen Trendbegrenzung kann man fünf Hochpunkte verbinden, an der unteren Trendbegrenzung sogar sechs. Im Beispiel hätte ein Trader quasi bei jeder Berührung der unteren Trendlinie long gehen und beim Erreichen der oberen Trendlinie die Position direkt drehen können (als long schließen und direkt wieder short gehen). Das Spielchen hätte heute locker 6 – 7 mal funktioniert. Wichtig wie bereits angedeutet, für alle Fälle immer bei der Positionseröffnung sofort den entsprechenden Stopp zu platzieren, da Ausbrüche aus einem derart stabilen Trendkanal auch mal recht heftig in die Gegenrichtung ausfallen können. Ohne Stopp können hier vorher erzielte Gewinne recht schnell futsch sein.

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