Was ist ein Fibonacci Retracement?

15. Juli 2012 | Von | Kategorie: Finanzwissen

Fibonacci Retracements sind Marken in der technischen Analyse, die Wiederstands (Preise steigen)- oder Unterstützungspunkte (Preise fallen) markieren und Trauern somit Hinweise für Kauf- und Verkaufentscheidungen liefern können.

Fibonacci Retracements gehen auf den Mathematiker Leonardo Fibonacci zurück, der vor ca. 800 Jahren die nach ihm benannte Zahlenreihe entdeckte (0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89 etc.), bei der sich die nächstfolgende Zahl immer durch die Addition der beiden Vorgänger ergibt. Dividiert man nun eine Zahl der Fibonacci-Reihe durch die nachfolgende Zahl, ergibt sich ein Wert nahe 0,618. Dividiert man eine Zahl durch die übernächste Zahl, liegt das Ergebnis immer nahe 0,382.  Je höher die Zahlen, desto mehr nähern sich die Ergebnisse den idealtypischen Werten.

Diese Charakteristik macht sich die technische Analyse zu nutze, indem – basierend auf den von Fibonacci entdeckten Gesetzmäßigkeiten – unterstellt wird, dass Korrekturen eines Wertes (Index, Aktie, Rohstoff, Währung etc.)  an den Fibonacci Retracements enden und die Bewegung dort wieder dreht. Deshalb platzieren  Trader an diesen ermittelten Punkten ihre Orders.

Ausgangspunkt zur Berechnung der Fibonacci Retracements ist eine signifikante Trendbewegung eines Basiswertes, bei der im Rahmen einer Korrekturbewegung nun die entsprechenden Korrekturpunkte berechnet werden können. Die bekanntesten Marken sind:

  • 38,2 %
  • 50,0 %
  • 61,8 %
  • 76,4 %

Der aufmerksame Leser wird hier bereits die oben beschriebenen 0,618 und 0,382 wieder finden.

An diesen Punkten könnten nun z.B. bei einer Korrektur in einem Aufwärtstrends Kauforders platziert werden. Die Annahme ist dabei, dass die Marken aus Unterstützungslinie wirken und die im Rahmen der Korrekturbewegung fallenden Kurse anschließend wieder in die Trendrichtung steigen. In der Praxis nimmt der Trader also Low und High aus dem Chart und multipliziert die ermittelte Differenz mit den Fibonacci-Verhältnissen. Anschließend hat er die signifikanten Tradingmarken Ermittlung und kann in der Korrrekturphase einsteigen.

Heutzutage muss sich der Trader die Arbeit der eigenständigen Berechnung nicht mehr selbst machen, da die meisten Broker in den angebotenen Chartprogrammen eine automatische Berechnung anbieten.


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