München, 20.15 Uhr: Restlos überhitzt erscheinen momentan die Aktien der Porsche AG. So stiegen die Vorzüge allein innerhalb der letzten 10 Tage von 47 Euro auf aktuelle 64,50 Euro (+ 37 Prozent). Im letzten Vierteljahr stiegen die Papiere sogar 84 Prozent (von 35 Euro). Betrachtet man sich den Chart, dann gewinnt „steil“ eine völlig neue Bedeutung.

Der Versuch, hierfür die entsprechenden Gründe zu finden, kann sich recht langwierig gestalten. Der Panamera läuft gut, die Konjunktur zieht wieder an, insbesondere in Deutschland, die Autoabsätze legen wieder deutlich zu, insbesondere in China. Demgegenüber steht aber eine bereits genehmigte Kapitalerhöhung, und die Erfahrung der Vergangenheit bei einer Vielzahl anderer Kapitalerhöhungen zeigt, dass die Verwässerungseffekte eigentlich immer für Druck auf den Kurs sorgen.

Also wo liegen sie nun wirklich, die Gründe für den rasanten Anstieg. Und hier will ich mal ganz wild spekulieren, bitte dies beachten. Aber sehe ich mir den Kursverlauf der Porscheaktie an und betrachte parallel dazu VW, dann drängt sich mir der Verdacht auf, dass im Falle einer Integration von Porsche in den VW-Konzern ein Umtauschverhältnis von 2:1 nicht unwahrscheinlich sein dürfte. Denn die Vorzüge von VW steigen heute auf 130,00 Euro, was fast perfekt dem doppelten Kurs von Porsche entspricht. Und legt man beide Kurse nebeneinander, dann ist auch der Kursverlauf fast identisch. Wird der Kursanstieg von Porsche also wohmöglich gar nicht von den externen Faktoren bestimmt, sondern hängt einfach an einem einigen Marktteilnehmern möglicherweise schon bekannten Umtauschverhältnis?

Also wenn ich mir so den Verlauf beider Werte anschaue, dann lässt dies durchaus vermuten, dass hier einige Marktteilnehmer hinsichtlich einer möglichen Integration von Porsche in den VW-Konzern schon deutlich mehr wissen. Für den weiteren Kursverlauf stellt sich jetzt nur noch die Frage, wer hier an wem hängt?

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