Großes Zittern vorm nächsten Freitag, denn da steht mal wieder die monatlichen US-Arbeitslosenquote aus den USA auf dem Programm. Und die wird wohl nicht sonderlich gut ausfallen, d.h. weiterhin einen sehr schwachen US-Arbeitsmarktes signalisieren.

Aktuelle Prognosen zur Arbeitslosenqote werfen Zahlen zwischen 9,5 Prozent (wie im Vormonat) bis hin zu Werten über die Marke von 10 Prozent in die Runde. Wobei wohl alles über der Quote vom letzten Monat (9,5%) für große Enttäuschungen an den Aktienmärkten sorgen und die bisher schon unglaubliche Rallye an den Rentenmärkten nochmal forcieren würde.

Das sich der US-Arbeitsmarkt in einer sehr schlechten Verassung befindet, dass wissen wir nun schon seit länger Zeit, da werden keine großen Geheimnisse verraten. Dazu reicht ein Blick auf die Arbeitslosenquote der letzten Monate, den wöchentlich erscheinenden Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe oder aber auch nur in die Wirtschaftsteile größerer Zeitschriften. Und damit gibt es weiterhin kaum Impulse für die Nachfrageseite, da in den USA ca. 70 Prozent des Konsums von Seiten der Endverbraucher kommen.

Aber vermutlich ist die tatsächliche Situation am US-Arbeitsmarkt noch viel, viel schlechter, denn Flüsterschätzungen gehen von einer Arbeitslosenquote von über 15 Prozent aus, rechnet man all diejenigen mit rein, die entweder in kurzfristigen – statistikschönenden – Maßnahmen gebunden sind oder sich resigniert einfach nicht mehr arbeitslos melden, in Zeltstädten resigniert ihr Los hinnehmen oder aus Scham im PKW pennen, da gerade das Haus zwangsversteigert wurde.

Fallen die Zahlen tatsächlich sehr schlecht aus und verstärkt sich auch die Tendenz eines erneuten Rückfalls in die Rezession muss man sich ernsthaft fragen, wie man dieser begegnen will. Zur Erinnerung: Die erst kürzlich beendete Rezession wurde mit Billionen von Dollar und Euro an Neuverschuldung bekämpft, schon heute weiss eigentlich niemand mehr, wie der Steuerzahler diese “Zukunftsschulden” begleichen soll. Im Falle einer erneuten Rezession scheinen die finanziellen Möglichkeiten restlos ausgeschöft, und auch die Leitzinsen – zumindest in den USA und Japan – notieren quasi bei Null, auch hier gibt es eigentlich keinen Spielraum mehr für Gegenmaßnahmen.

Man darf gespannt sein, wie die Politik der Industrienationen auf eine erneute, eventuell gleich schwere Rezession wie 2008/2009 reagieren wird…