In der Regierungskoaliton mehren sich die Zeichen auf möglicherweise deutlich längere Laufzeiten der Atomkraftwerke. Der Spiegel schreibt heute, dass es innerhalb der Regierungskoalition wohl ein Bündnis gibt, das eine Verlängerung um 14 Jahre anstrebt, der Widerstand gegen Umweltminister Röttgen nimmt weiter zu.

Unabhängig, wie man nun zum Einsatz von Atomkraft zur Energiegewinnung steht, unbestritten ist, das in der aktuellen Situation auf Atomkraft nicht verzichtet werden kann. Die regenerativen Energien decken nur einen minimalen Anteil des immensen Energiebedarfs unserer Volkswirtschaft und die Alternativen sind momentan nicht unbedingt so groß. Und bis die regenerativen Energien wirklich signifikant zur Deckung beitragen, werden wohl noch ordentlich Jahre vergehen. Fazit: An der Atomenergie kommt aktuell keiner vorbei, es sei denn, irgendwann kommt der Strom tatsächlich nur aus der Dose.

Und genau diese Meldung über möglicherweise deutlich längere Laufzeiten von Atomkraftwerken sollte in den nächsten Wochen Schwung in die zuletzt doch arg gebeutelten Versorgeraktien bringen, allen voran RWE und Eon. Denn derartig längere Laufzeiten würden einen ordentlichen Schub in die eh schon sehr guten Ergebnisse bringen. Und berücksichtigt man noch die akutuell äußerst attraktiven Bewertungen, dann erscheinen Engagements als durchaus sinnvoll. RWE-Aktien zum Beispiel weisen aktuell eine Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent auf bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gerade mal ca. 8. Und Eon zahlt auch 6,5 Prozent Dividendenrendite bei einem KGV von leicht über 8.

Und kommt dann doch mal die lang erwartete Korrektur am Gesamtmarkt, dann sind Versorger die antizyklischen defensiven Investment mit einem gewissen Maß an Sicherheit. Auch gut gegen steigende Inflationserwartungen.

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