Investoren rund um den Globus blicken immer gespannt auf Meldungen, die sich mit Kaufs- bzw. Verkaufsentscheidungen des Orakles von Omaha beschäftigen. Steigt Buffett irgendwo ein, ist das meist eine sehr gute Wette auf zukünftig steigende Kurse, denn das hat den Superinvestor zum drittreichsten Mann der Welt gemacht. So hat Buffett als einer der ersten das Ende der Finanzkrise und die daraus resultierenden Chancen erkannt und ist frühzeitig in Werte eingestiegen, die in der Krise besonders geprügelt wurden (mehr dazu im Beitrag vom 03. August 2009: “Buffett der Fuchs“).

Ebenso gierig beschäftigen sich Investoren mit seinem jährlich erscheinenden Brief an die Aktionäre seiner Holding Berkshire Hathaway, die sich auch mit seinen Langzeitinvestments und Tradingideen beschäftigen.

Anleger, die sich stark an den Entscheidungen von Buffett orientieren, sollten nun aufhorchen. Denn wie Forbes heute berichtet, strafft Buffett sein Portolio und hat sich im Zuge dessen von einigen seiner Langzeitinvestments getrennt.

Forbes.com: “Stocks That Buffett Is Unloading

Forbes formuliert das ganze recht krass mit:

…Shockingly enough, the famed buy-and-hold investor has been dumping shares of some long-term holdings over the past few quarters…

wobei das Wort “dumping” auch frei mit “Verschleudern” übersetzt werden kann. Bin mir nicht sicher, ob Forbes das so gemeint hat.

Konkret hat sich Buffett von Aktien der Sun Trust Bank getrennt. Außerdem trennte er sich von seinen  Gesamtpositionen an denVersicherern:

  • Travelers Insurance
  • UnitedHealth Group
  • WellPoint Inc.

Außerdem reduzierte er seine Beteiligung an den Schwergewichten  Procter & Gamble und Johnson & Johnson sowie Moody’s und der M&Z Bank.

Außerdem gab’s Reduzierungen bei CarMax, ConocoPhillips und Gannett, auch alles keine kleinen Firmen.

Und last but not least, der insgesamt größte Verkauf bei Kraft Foods, hier trennte er sich von 31 Millionen Aktion im Marktwert von ca. 1 Milliarde Dollar.

Ergeben sich zwei wesentliche Faktoren. Zum einen könnte man nun vermuten, Buffett ist extrem negativ zu Aktien, inbesondere aus den USA, eingestellt und trennt sich in großem Umfang. Auf der anderen Seite hat aber Buffett nun wieder unglaublich viel Cash vorrätig, um in andere Werte dick einzusteigen.

Bleiben wir mal gespannt, was das Orakel als nächstes plant. Dran bleiben lohnt sich bei Buffett zumeist.