Ein wenig Entspannung scheint sich abzuzeichnen am bisher von hoher Nervosität geprägten Aktienmarkt, was in zuletzt hohen Ausschlägen in beide Richtungen sowie in einer deutlich angestiegenen Volatilität seinen Ausdruck fand. So ist es aktuell auch sehr schwierig, wenigstens halbwegs vernünftige Prognosen zu machen. Aber nachdem sich am Freitag Griechenland’s Regierung auf konkretere Schritte zur Rentenreform geeinigt hat und das ebenfalls arg schwächelnde Spanien ankündigte, keine Kredite aus dem EU-Rettungschirm zu benötigen, atmen Anleger ein wenig durch. Insbesondere Anleger in den USA scheinen momentan angesichts der europäischen Probleme besonders nervös, fürchten sich doch nach wie vor ein überschwappen der europäischen Probleme über den Atlantik.
So schloss der DAX am Freitag auch gut behauptet mit einem Schlusskurs von 6.047 Punkten wieder über der wichtigen 6.000er Marke, das entspricht einem soliden Wochenplus von 1,8 Prozent. Und auch der Dow Jones gewann im Wochenverlauf hinzu, schloss am Freitag auf einem Schlussstand von 10.211 Punkten mit einem Wochenplus von 2,8 Prozent. Die Nasdaq legte 1,1 Prozent zu, der S&P500 um 2,5 Prozent. Damit lagen wir mit unserer DAX-Prognose ein wenig zu defensiv, wir gingen von Kursen im Bereich von 5.800 – 5.900 Zähler aus.
Und nicht nur Aktienanleger atmen etwas durch, auch am Devisenmarkt zeichnet sich ein wenig Entspannung ab, der Euro notierte wieder über 1,21 US-Dollar, schloss am Freitag bei 1,2110 US-Dollar. Womit wir mit unserer Prognose einer Stabilisierung über 1,20 US-Dollar und einem kleinen Pullback in Richtung 1,22 US-Dollar ziemlich richtig lagen.
Beim Bund-Future gab’s im Wochenverlauf einen Wechsel in der Laufzeit, weshalb unsere Prognose so nicht 1:1 anwendbar ist. Betrachtet man den Wochenverlauf, dann schloss der September-Kontrakt des Bund-Future im Wochenverlauf mit 129,15 Prozent nahezu unverändert, was exakt unserer Prognose einer Seitwärtsbewegung entspricht
Summa summarum lagen wir mit unseren Prognosen für die Woche sehr gut.
In der kommenden Woche wird sich zeigen, ob die erwartete Entspannung auch von den anstehenden Konkunkturdaten Unterstützung findet. Dabei steht u.a. folgendes auf der Agenda:
Dienstag
- Deutschland: ZEW Konjunkturerwartung für Juni 2010
- USA: Empire State Manufacturing Index für Juni 2010
Mittwoch
- USA: Wohnbaugenehmigungen Mai 2010
- USA: Wohnbaubeginne Mai 2010
- USA: Erzeugerpreisindex Mai 2010
- USA: Industrieproduktion Mai 2010
- USA: Kapazitätsauslastung Mai 2010
Donnerstag
- USA: Verbraucherpreise Mai 2010
- USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe
- USA: Frühindikatoren Mai 2010
- USA: Philadelphia FED Index Juni 2010
Freitag:
- Deutschland: Verfallstag
Hoffen wir mal, dass es an den Märkten endlich ein wenig ruhiger wird und wir uns alle etwas mehr auf die Fussball-WM konzentrieren können.
Unsere Prognosen für die nächste Woche impliziert schon mal diese Beruhigung.
DAX
Im DAX sehen wir bis zum Wochenende Kurse zwischen 5.950 und 6.200 Zähler.
Euro/US-Dollar.
Der Euro hat das Potential, sich gegenüber dem US-Dollar weiter zu erholen und kann in Richtung 1,23 – 1,24 US-Dollar.
Bund-Future
Beim Bund-Future sehen wir eine leichte Abschwächung in Richtung 128,50 – 129 Prozent.

