Interessant, wie sich die Befindlichkeiten innerhalb kürzester Zeit ändern können, wie heftig das Pendel immer in die eine oder die entgegengesetzte Richtung ausschlägt. Klar, dazu tragen die Medien in all ihren Formen das ihre bei. Aber z.B. am Falle Griechenland’s auch in hohem Maße politische Befindlichkeiten, Markteinschätzungen, Spekulation, Gier, Angst etc., etc.
Nach den ersten Kriesenmeldungen, die nun schon wieder Monate (gefühlte Jahre) zurückliegen, schien in den letzten drei Wochen so etwas wie Normalität zurückzukehren, die Märkte beruhigten sich und mit ihnen auch der Euro und kurz sogar griechische Anleihen. Seit gestern aber schlägt das Pendel wieder voll in Richtung Panik aus.
Heute (d.h. gerade eben) titelt das Handelsblatt in seiner Onlineausgabe “Griechenland rückt immer näher an den Abgrund“. Ok, da waren wir ja nun schon mehrfach. Aber diesmal scheint einfach wieder alles ein Stück schlimmer zu sein. Demnach setzt der Anleihmarkt in Griechenland seine Talfahrt in immer schnelleren Tempo fort, der Euro rückt in die Nähe alter Zwischentiefs.
Aber da zeigt sich mal wieder sehr schön, was Pseudorettungspläne wirklich wert sind bzw. wie sinnvoll die Zeit verbracht wurde, in denen sich Europas Toppolitiker auf irgendwelchen Krisentreffen zum Käffchen getroffen haben. Denn so ein richtiger, greifbarer Rettungsplan steht nicht, Europa ist sich uneinig. Sehr schön zeigt sich auch, wie anfällig die Gemeinschaftswährung ist, wenn mal nicht alles nach Plan läuft und alle Staaten regelmäßig schöne Wachstumszahlen vorweisen (bzw. diese zumindest in theoretischer Form ordentlich nachgebessert nach Brüssel melden).
Aber machen wir uns mal nicht zu viele Sorgen. Denn so, wie Griechenland grad wieder am Abgrund steht, so wird es in ein paar Tagen/Wochen/Monaten davon wieder ein paar Schritte entfernt sein, dann ist mal wieder eine Weile alles gut, bis der nächste Abgrund ruft. Tatsächlich in den Abgrund rutschen lassen kann Europa einen der ihren eh nicht!

