Stell dir vor die FED tagt, und keiner schaut hin. Jedenfalls nicht richtig. Den Eindruck gewinnt man aktuell, wenn es um die sonst mit wochenlanger Spannung erwarteten FED-Zinsentscheide geht. Gestern war es mal wieder so weit. Und wie erwartet, belässt die US-Notenbank FED die Leitzinsen im “Nullkorridor” von 0 – 0,25 %. Da es auch sonst keinerlei Erwartungen gab, ließ die Entscheidung die Märkte kalt. Weder an den Aktien- noch an den Renten- oder den Devisenmärkten gab es erwähnenswerte Bewegungen.

Es stellt sich die Frage, wie lange die FED diesen Kurs noch verfolgen will. Der Markt ist eh schon geflutet mit Unmengen an billigem Geld. Das hat zwar zu einer konjunkturellen Stabilisierung auf niedrigem Niveau geführt und auch den bisweilen befürchteten  Zusammenbruch der Finanzmärkte verhindert. Gut so.

Aber es ist offensichtlich, dass bereits die nächsten Megablasen vorbereitet werden. Indem man Fantastilliarden in das Finanzsystem pumpt, ohne das es hierfür eine realwirtschaftliche Basis gäbe, hilft man zwar kurzfristig den Märkten (Stichwort Liquiditätshausse), wieder neue Höhen zu erklimmen. Aber schon jetzt fragen sich besorgte Akteure (auch ich), wie lange Anleger noch bereits sind, US-Anleihen (bzw. US-Dollars) in immer neuen Unmengen zu kaufen, um die Megaverschuldung der USA weiter zu finanzieren. Was ist die emittierende Währung denn dann noch wert?  OK, die Chinesen kaufen fleißig weiter, irgendwo müssen ja die Exportdollars untergebracht werden. Und Märkte, die mal so einfach hunderte von Milliarden Dollar aufnehmen können, gibt es nicht ganz so viele. Und hier springt die USA selbstverständlich gerne als “Helfer” in der Not ein, um anlagesüchtigen Chinesen Möglichkeiten zu offenbaren.  Aber irgendwann ist Schluss. Irgendwann begreift auch mal der Letzte, dass man nicht ewig Geld weiterdrucken kann, um immer neue Billionenschulden zu decken, sei es für hirnlose Kriege oder durch die Rettung hardcorezockender Investmentbanken. Irgendwann begreift es vielleicht der Letzte…

Und dann? Hoffentlich ist “dann” in ca. 80 Jahren und ich muss es nicht mehr miterleben.