Letzten Freitag atmeten die Märkte weltweit richtig durch, als die US-Arbeitslosenquote mit 9,4 Prozent veröffentlicht wurde. Dies war:

  • leicht besser als offiziell erwartet (der Erwartungswert lag bei 9,5 %)
  • deutlich besser als die schlimmsten Erwartungen von 10% und mehr
  • ein Signal auf eine Trendumkehr, denn seit Monaten war die Quote das erste Mal wieder rückläufig.

Und schon wurde das Ende des Abwärtstrends ausgerufen, plötzlich war alles wieder gut. Die Aktienmärkte stiegen fleißig weiter, die Rentenmärkte brachen nach der Veröffentlichung heftig ein.


Doch so einfach ist das alles nicht. Denn zur Erinnerung: die US-Arbeitslosenquote liegt mit 9,4 % weiter sehr, sehr hoch. Davon zeugen auch die immer größer werdenden Zeltstädte in den Vororten amerikanischer Großstädte, die von zehntausenden Arbeits- und dann Obdachlosen bewohnt werden. Die eh schon schlechten Erwartungen konnten gerade mal um 0,1% geschlagen werden.

Heute dann auch der nächste Dämpfer. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, erwartet mit ca. 540.000, fielen mit 558.000 deutlich schlechter aus und signalisieren, dass sich eine Besserung am US-Arbeitsmarkt – wenn überhaupt schon sichtbar – doch nur sehr, sehr langsam durchsetzt.