Da verstehe einer die Finanzwelt noch. Heute früh wollte die Deutsche noch einen dicken Rabatt für den Einstieg bei der Postbank aushandeln, nun steigt plötzlich die Post bei der Deutschen Bank (und damit auch z.T. Vater Staat) ein.

Tja, so schnell kann’s gehen. Noch vor kurzem machte sich Ackermann über die staatlichen Finanzhilfen lustig und fand es peinlich, Gelder vom Staat zu erhalten. Und nun hat er den Oberbeamtenladen als Großaktionär.


Passieren soll es wie folgt: Die Deutsche Bank zahlt durch die Ausgabe von neuen Aktien den Kauf der Postbank an den bisherigen Besitzer, die Deutsche Post. Diese halten nach dem Deal ca. 10 Prozent an der Deutschen und sind damit einer der größten Anteilseignern. Da die KfW einer der wichtigsten Aktionäre der Post ist, wichtigster Anteilseigner der KfW wiederum der Staat, ist somit indirekt der Staat nun auch bei der Deutschen Bank drin.

Gratulation an Herrn Ackermann. Große Töne gespuckt, dann hat’s mit der Finanzierung des Postbank-Kaufs nicht geklappt. Macht nichts, dann macht man halt ‘ne Kapitalerhöhung und holt sich so indirekt den Staat ins Boot.

Das mit der Kapitalerhöhung und mit Aktien etwas bezahlen, was man sich eigentlich nicht leisten kann, erinnert dermaßen stark an die Neue-Markt-zeiten 1999/2000.