Doch eine kleinere Überraschung beim EZB-Zinsentscheid. Ich hatte bereits eine voraussichtliche Range von erwarteten 25 bis 100 Basispunkten angekündigt (ok, das eine Entscheid nicht in der Range gelegen hätte, war eher unwahrscheinlich). Aber das es dann doch hohe 75 Basispunkte (auf jetzt 2,5 Prozent) sind, damit war wohl eher nicht zu rechnen. Bedenkt man, dass die EZB vor noch nicht mal einem Jahr noch von Zinserhöhungen sprach, damals sogar noch von einem deutlich höheren Sockel.

Demnach muss die konjunkturelle Situatio in Euroland doch schon ziemlich im Argen liegen, wenn die EZB derart von Ihrer Linie abweicht.

Dabei steht die EZB in der Währungsunion weiterhin vor dem Dilemma, dass einige Staaten diese Zinssenkung nicht gebraucht hätten, andere wiederum einen noch viel größeren Schritt benötigt hätten. Gerade in Krisenzeiten wie den jetzigen zeigen sich halt sehr deutlich die Defizite eines einheitlichen Währungsraumes mit einer allgemein gültigen Zinspolitik ab. Diese ist nicht so einfach auf alle angeschlossenen Länder zu adaptieren.